Osmanthus heterophyllus // Stachelblättrige Duftblüte

Familie Oleaceae, Ölbaumgewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort/Herkunft von Osmanthus heterophyllus

Osmanthus heterophyllus kommt von der Koreanischen Halbinsel und Japan im Norden über Taiwan bis Vietnam im Süden vor.

Die Klimazonen des Verbreitungsgebietes umfassen damit warmgemäßigte und subtropische, sommerfeuchte Klimate.

Osmanthus heterophyllus am sonnigen Standort in etwas unstimmiger Begleitung.

Osmanthus heterophyllus wächst bevorzugt in mäßig trockenen Waldmantelsäumen, hält sich aber auch in der Strauchschicht von sommergrünen Trockenwäldern oder immergrünen Lorbeerwäldern.

Die leichten Lehmböden sind mehr oder weniger nahrhaft, allerdings tritt regelmäßig Trockenstress auf.

Der gelblich hell-grüne Austrieb setzt sich im Frühling apart vom dunklen Grün der reifen Blätter ab.

Beschreibung
Am Naturstandort wächst die Art als Normal- bis Großstrauch bzw. gelegentlich auch als kleine Baumform von 7-8 m Höhe. In den gemäßigten Breiten können an wintermilden und wärmebegünstigten Standorten Höhen von bis zu 4 (5) m erreicht werden. Die Entwicklung verläuft allerdings träge, so dass hierfür einige Jahre Geduld erforderlich sind. Je nach Standort und Alter sind Jahreszuwächse von 10-30 cm zu erwarten.

Das immergrüne, oberseits glänzend dunkelgrüne Laub ist steif-ledrig und an den Rändern als Fraßschutz spitz bedornt. Im Alter verlieren sich die dornigen Blattränder oft. Die Blattunterseite ist heller und gelblich-grün mit gut erkennbarer Nervatur.

Die kleinen, kaum 5 mm großen Blüten in den Blattachseln sind weißlich und unscheinbar. Sie verbreiten allerdings einen starken, süßlichen Duft. Die Blütezeit liegt im September/Oktober. Die blau-schwarzen Früchte sind gut 1 cm klein und nicht besonders gut wahrnehmbar.

'Goshiki' mit Euphorbia amygdaloides var. robbiae und Fallaub von Fagus sylvatica.

Verwendungshinweise
Osmanthus heterophyllus erinnert sowohl in der Wildform als auch in den verschiedenen panaschierten Sorten an die sehr häufig verwendete und natürlich winterhärtere Ilex aquifolium. Sie ist dennoch eine zumindest für das geschulte Auge interessante Variation des beliebten Ilex-Themas. Der angenehme Blütenduft ist ein starkes Argument auf der Habenseite von Osmanthus heterophyllus.

Natürlich ist die Wirkung recht statisch und es besteht die Gefahr, auch außerhalb von Friedhöfen Friedhofatmosphäre zu erzeugen. Um dies zu vermeiden, sollte eine Verwendung nur in wenigen Exemplaren oder in kleinen Gärten sogar nur solitär erfolgen.

Besser als die Kombination mit weiteren immergrünen Gehölzen sind Situationen mit sommergrüne Stauden, Gräsern und Sträuchern bzw. auch wintergrünen Seggen. Gerade in natürlich-dynamisch anmutenden Gehölzrändern kann Osmanthus heterophyllus einen interessanten Kontrapunkt setzen.

Unbenommen bleibt zweifellos der Einsatz im klassisch-repräsentativen Umfeld historischer Gebäude, wo der Eindruck gravitätischer Ruhe erzeugt werden soll. Hier wird die Art auch gerne in Form geschnitten bzw. als niedrige Hecke formiert. Der Habitus bleibt aber auch ohne Schnitt kompakt und recht ordentlich.

Ein Einsatz in größeren Pflanzgefäßen ist ebenfalls möglich, der Wurzelballen sollte aber nicht vollkommen durchfrieren.

Im Versandhandel ist die Art und auch eine Reihe von Sorten ohne große Mühe zu beziehen.

'Variegatus' ist eine von mehreren panaschierten Sorten.

Kultur/Pflege von Osmanthus heterophyllus

Osmanthus heterophyllus it in den gemäßigten Breiten im Weinbauklima und entlang der Meeresküsten gut winterhart. Im übrigen Tief- und Hügelland sind vor Wind und Wintersonne geschützte Standorte ausreichend. Wo regelmäßig längere Barfrostphasen zu erwarten sind, sollte der Wurzelteller eine dicke Schicht Laubmulch erhalten, um Frosttrocknis zu verhindern.

Auf zu nahrhaften Böden wird das Wachstum zu spät im Jahr eingestellt. Dadurch reifen die Jahrestriebe schlecht aus und sind frostempfindlicher. Der Austrieb ist generell spätfrostgefährdet.

Die Standorte sollten halbschattig bis licht schattig sein. Sonnige Lagen sind ebenfalls möglich, sollten dann aber zumindest im Winter im Schlagschatten von Gehölzrändern, Fassaden bzw. Mauern liegen.

An die Bodeneigenschaften werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Schwach saure bis alkalische, humose oder nicht zu schwere Lehmböden sind gut geeignet. Etablierte Exemplare sind trockenheitsverträglich und kommen in den meisten Regionen der gemäßigten Breiten ohne Bewässerung aus.

Sorten:
  • Aureomarginatus (‘Aureus’): glänzend dunkelgrünen Blätter mit gelbem Rand variabler Breite
  • Goshiki: glänzende Blätter gelblich marmoriert und gefleckt, im Austrieb bronzefarben, Blattrand dornspitzig
  • Myrtifolius: Wuchs mehr in die Breite denn in die Höhe, etwa bis 100 cm hoch und bis 150 cm breit, glänzend dunkelgrüne Blätter ganzrandig ohne Randdornen, spitz auslaufend, in Europa selten im Handel
  • Purpureus: Blätter im Austrieb kräftig bronze-rot, später glänzend dunkel-grün, teilweise rötlich überlaufen, Blätter etwa zur Hälfte ganzrandig und zur Hälfte mit bedorntem Rand, gilt als winterhärter
  • Rotundifolius: sehr trägwüchsig, kompakter, dichtlaubiger Habitus, Blätter rundlich-elliptisch, tief dunkel-grün, variabel creme-gelb gefleckt, Austrieb bronze-rot, sehr guter Ersatz für Buxus sempervirens in nicht zu sonnigen Lagen
  • Variegatus: glänzende Blätter dunkel-grün mit unregelmäßigem, creme-weißen Rand, Blattrand dornspitzig
  • Bilder















    'Goshiki'



    'Goshiki'



    'Variegatus'