Soleirolia soleirolii // Bubikopf

Familie Urticaceae, Brennesselgewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Soleirolia soleirolii
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort/Herkunft von Soleirolia soleirolii

Der Bubikopf hat seinen ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkt auf den Inseln des westlichen Mittelmeeres sowie in weiten Teilen des Italienischen Festlands. Er steigt hier von Meereshöhe bis 500 m üNN auf und kommt entsprechend in den Winterhärtezonen 8-10 vor.

Von Spanien bis England sowie entlang der gesamten Pazifikküste von Chile bis Kalifornien ist Soleirolia soleirolii eingebürgert.

In Deutschland gibt es neophytisch etablierte Bestände in den Westdeutschen Wärmegebieten des Oberrheingrabens und der Westfälischen Bucht. Auch in der Schweiz gilt die Art als in Einbürgerung befindlich und hat einzelne Vorkommen im Mittelland, Wallis und Jura.

Die Platzierung des Bubikopfs zwischen Steinen und Felsen ist immer eine gute Idee. Farne und wie hier Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens' sind plausible Begleiter.

Nördlich der Alpen etabliert sich die Art in den wintermilden, maritim geprägten Regionen in Zierrasen und Pflasterfugen und lässt sich auch von Wintern mit kräftigeren Frostphasen nicht aufhalten.

Naturstandorte sind v.a. Bachufer und frische bis sickerfeuchte Felshänge, Rinnen in Hängen und Abbruchkanten. Auch regelmäßig von winterlichen Hochwassern gestörte Prallufer bieten aufgrund der raschen vegetativen Ausbreitungsfähigkeit geeignete Lebensräume.

Sekundär kommt der Bubikopf auch an luftfeuchten Stellen in halbschattigen bis absonnigen Pflasterfugengesellschaften und am Fuße gestörter Mauerfugengesellschaften vor. Sonnige Lagen werden gemieden.

An die Bodeneigenschaften werden geringe Anforderungen gestellt. Es werden bei ausreichend Boden- und Luftfeuchte auch flachgründige Fels- und Schotterstandorte besiedelt. Die Bodenreaktion kann schwach sauer bis alkalisch sein. Die Stickstoffversorgung ist mäßig.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (3)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (5)  Reaktion (6)  Stickstoff (5)

Bubikopf am Fuße von Dicksonia antarctica. Athyrium niponicum und Geranium nodosum untermalen die exotische Atmosphäre.

Beschreibung
Soleirolia soleirolii ist eine immergrüne Staude. Sie bildet durch flach kriechende und sich bewurzelnde Triebe Matten von 1-5 cm Höhe. Wo sie nicht zurückfriert, können sich die Triebe überlagernd auch bis 10 cm hohe Matten bilden.

Das Laub ist frisch-grün, die Stengel glasig grünlich-weiß.

Die winzige, grünlich-weiße Blüte ist praktisch nur mit der Lupe wahrnehmbar.

Nach einem milden Winter im Nordosten Deutschlands sind zwar stellenweise die obersten Triebe erfroren, die Matte aber flächendeckend lebendig geblieben. Begleiter sind hier Carex digitata, Carex conica 'Snowline' Asiatische Epimedium-Hybride 'André Charlier '.

Verwendungshinweise
Der Bubikopf ist als Gartenpflanze eher unbekannt. Dafür spielt er als Zimmerpflanze, die gerne zu Sylvester als Glücksbringer verkauft wird, eine prominente Rolle.

Die Freilandkultur ist allerdings in weiten Teilen der gemäßigten Breiten kein reines Glückspiel, sondern wird in vielen Fällen zufriedenstellend funktionieren.

Geeignete Einsatzfelder sind sehr gut gepflegte, intime Gartenräume z.B. in geschützten Atrien, absonnig-luftfeuchten kleinen Innenhöfen und vergleichbare Situationen.

Hübsch ist die Art auch entlang verschatteter Natursteinpfade oder am frisch-feuchten Fuße auf der Nordseite von Mauern.

Als raschwüchsiger Moosersatz ist Soleirolia soleirolii ein interessanter Bodendecker und Matrix für zarte Farne, Waldstauden und Waldgräser.

Bis etwa -12 Grad erfriert nur die oberste Triebschicht und schützt die darunter liegenden Triebe.

Kultur/Pflege von Soleirolia soleirolii

Der Bubikopf Übersteht in geschützten Situationen durchaus mitteleuropäische Winter. Frost führen zwar ab etwa -12 Grad zum Verlust der Laubmasse, der jedoch im Frühling durch den Neuaustrieb aus den unterirdischen Sprossachsen gut wieder kompensiert wird. Ab etwa -15 Grad überleben nur einzelne Triebe, die das Glück hatten, unter einer Lage Falllaub geraten zu sein.

Die Art kann bei ausreichend Boden- und Luftfeuchte auch sonnig kultiviert werden. In der Regel sind Standorte ohne Mittagssonne besser geeignet. Absonnige, windgeschützte, luftfeuchte Standorte sind ideal. Im echten Schatten richten sich die Triebe dagegen etwas vergeilend in die Höhe und überzeugen dann optisch nicht mehr so sehr.

Eine mehrlagige Matte aus Bubikopf-Trieben erschwert es Wildkräutern, zu keimen. Aber natürlich geht die Art ohne intensive gärtnerische Betreuung zwar nicht unbedingt verloren, ist aber früher oder später unter dem Dach der höheren Konkurrenten nicht mehr zu sehen.

Die Vermehrung erfolgt vegetativ im Alleingang und lässt sich praktisch nicht verhindern.

Sorten:
  • Argentea: grau-grünes Laub
  • Aurea: gelblich-grünes Laub
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