Euphorbia x martinii // Martins Wolfsmilch, Busch-Wolfsmilch
Beschreibung
Naturstandort/Herkunft von Euphorbia x martinii
Martins Wolfsmilch ist eine Hybride mit einem kleinen natürlichen Verbreitungsgebiet an der französischen Mittelmeerküste. Die Elternarten sind die gartenbekannten Arten Euphorbia characias und Euphorbia amygdaloides.
Die roten Honigdrüsen erzeugen bei genauer Betrachtung ein kontrastreiches Spiel im Blütenstand
Euphorbia characias besiedelt sonnige, trockene und mäßig nahrhafte Kalk-Schotterböden des mediterranen Raumes.
Euphorbia amygdaloides kommt dagegen auch in den gemäßigten Klimaten vor und bevorzugt halbschattige bis licht schattige Standorte auf frischen, basenreichen Lehmböden.
Euphorbia x martinii ist am mediterranen Naturstandort insbesondere in etwas verschatteten Gehölzrändern auf basenreichen, gut wasserhaltenden, feinerdereichen Schotterböden zu finden.
Auch die im Sommer oft rötlich verfärbenden Hochblätter sind attraktiv.
Beschreibung
Euphorbia x martinii ist eine relativ kurzlebige, je nach Winterbedingungen immer- bis (schwach) wintergrüne Staude bzw. Halbstrauch mit streng horstigem Wuchs. Sie erreicht unter optimalen Wuchsbedingungen Wuchshöhen von bis zu 60 cm, bleibt mit 30-40 cm aber meist zierlicher.
Die grünlich-gelben Blütenstände stehen an den Trieben des Vorjahres und erscheinen ab Anfang April. Die Honigdrüsen im Zentrum der Einzelblüten sind meist weinrot. Die Hochblätter verfärben sich zur Samenreife ansehnlich rötlich und sind dadurch bis in den Hochsommer zierend.
Das lanzettliche Laub ist grün und v.a. im Austrieb oft rötlich überlaufen. Auch die Stengel sind meist weinrot überlaufen.
'Ascott Rainbow' ist die beliebteste Sorte und wird vorrangig in Kübeln präsentiert.
Verwendungshinweise
Euphorbia x martinii liegt im Erscheinungsbild deutlich näher bei den horstigen Formen von Euphorbia amygdaloides. Das unbedarfte Gartenauge wird den Unterschied kaum bemerken.
Da Euphorbia x martinii wenig vital ist bzw. nur auf stressfreien und konkurrenzarmen Standorten überzeugt, ist Euphorbia amygdaloides im Normalfall die klar bessere Alternative.
Die recht künstlich wirkende Euphorbia x martinii 'Ascott Rainbow' mit ihren gelb-grün gestreiften, zeitweise rötlich überlaufenen Blättern ist vermutlich die beliebteste Form. Sie wird gerne in Kübeln verwendet, wo sie frei von Konkurrenten und bei liebevoller Pflege auch tatsächlich relativ wüchsig ist.
Im Versandhandel ist die Art zuverlässig zu beziehen.
'Velvet Ruby' ist im Austrieb kräftig weinrot gefärbt, allerdings ebenfalls konkurrenzschwach.
Kultur/Pflege von Euphorbia x martinii
Euphorbia x martinii ist in den gemäßigten Breiten nur im ozeanisch geprägten Tierfland zuverlässig winterhart. Überall sonst benötigt sie kleinklimatisch besonders geschützte und wärmebegünstigte Standorte.
Ansehnliche Exemplare entstehen nur unter stressfreien, das heißt dauerhaft frischen, eher narhaften und basenreichen Bedingungen in sonnigen Lagen. Wurzel- und Lichtkonkurrenz behagen ihr nicht.
Die Vermehrung ist über Stecklinge nicht blühender Triebe im Frühsommer recht zuverlässig möglich. Keimfähige Samen werden anscheinend nicht angesetzt. Stehen beide Elternarten im Garten beisammen, können aber spontan hybride Sämlinge auftauchen.
'Ascott Rainbow' fühlt sich im wintermilden London sichtlich wohl und stört sich anscheinend auch nicht daran, in bizarren Arrangements aufgestellt zu werden.
Sorten:
Ascott Rainbow: gelb gerandetes Laub, junge Blätter bräunlich-rot überlaufen, Blüten mit weinrotem Zentrum und grünlich-gelben Hochblättern, etwas artifizielle Erscheinung, etwas winterfester als die Variegata-Formen der Palisaden-Wolfsmilch
Baby Charme: kompakte, nur 30 cm hohe Sorte der Wildform mit weinroten Honigdrüsen
Kolibri: wie die Wildform mit weinroten Honigdrüsen, Stengel und Blattunterseiten im Austrieb weinrot, später vergrünend, bis 30 cm hoch, eine der robusteren Sorten
Martin: ist die erstbeschriebene Wildform mit weinroten Honigdrüsen
Velvet Ruby: Blätter im Austrieb kräftig weinrot überlaufen, später vergrünend