Verbascum phlomoides / Windblumen-Königskerze

Verbascum_phlomoides_windblumen-k%c3%b6nigskerze_13 Familie Scrophulariaceae, Braunwurzgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Verbascum phlomoides
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Verbascum phlomoides: Die Windblumen-Königskerze ist mit Ausnahme Skandinaviens und des Baltikums in ganz Europa bis nach Zentral-Asien weit verbreitet, aber nur punktuell häufig (Karte der Gesamtverbreitung). In den gemäßigten Breiten ist die wärmeliebende Art in den montanen Höhenlagen selten.

In Deutschland liegt der Vorkommensschwerpunkt im Süden des norddeutschen Tieflandes und in der Oberrheinebene.

Verbascum phlomoides in einem ruderalen Queckenrasen mit Natternzunge und Tüpfel-Johanniskraut:



Die Windblumen-Königskerze ist eine Kennart der Eselsdistel-Fluren, eine wärmeliebende, ausdauernde Unkrautflur entlang von sonnigen Wegrainen, Böschungen und dörflicher Ruderalfluren. Die bestandsbildende Artengemeinschaft besteht aus Zweijährigen und kurzlebigen, versamungsfreudigen Stauden, die auf regelmäßige Störungen und Bodenverletzungen angewiesen sind.

Daneben tritt Verbascum phlomoides auch in jungen Stadien von Kahlschlagsfluren und an gestörten Stellen von Kalk-Magerweiden auf.

Bevorzugt werden sandige bis skelettreich-lehmige, basenreiche Böden. Die Stickstoffversorgung ist generell günstig.

Die warmen, (voll-)sonnigen Standorte sind mäßig trocken bis frisch, zumindest im Sommer tritt auf den gut drainierenden Böden reglemäßig Trockenstress auf.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (6)



Verbascum phlomoides auf der Steinschüttung des Oder-Havel-Kanals. Evtl. handelt es sich auch um eine Hybride mit Verbascum lychnitis.

Beschreibung

Verbascum phlomoides ist eine in der Regel zweijährige bis sehr kurzlebige Staude, die aber immer nur einmalig zur Blüte kommt und danach abstirbt.

Sie treibt aus einer tiefreichenden Pfahlwurzel eine grundständigen Rosette 80 bis 150 cm hohe, nicht oder nur einfach verzweigte Blütenstände mit zahlreichen, auffällig großen, gelben Blüten. Die Blütezeit liegt im Juni/Juli.

Die Samenstände sind den Winter über strukturstabil.

Die Blätter sind durch eingekerbte Blattadern mehr oder weniger runzelig und in der Reinform beidseitig filzig bis grau-filzig behaart.

Sie bildet natürliche Hybriden mit Verbascum densiflorum und Verbascum thapsus (Groß- und Kleinblütige Königskerze), Verbascum lychnitis (Mehlige Königskerze) und sogar mit der selteneren, violett blühenden Verbascum phoeniceum (Purpur-Königskerze). Die damit einhergehenden diversen Übergangsformen sind bei der exakten Artbestimmung nicht hilfreich.



Eindrucksvoller Bestand auf einem ehemaligen Rieselfeld auf Sand, der vermutlich mit  Verbascum densiflorum hybridisiert ist.

Verwendungshinweise

Die im Handel befindlichen Königskerzen sind sich in den Ansprüchen und dem Erscheinungsbild doch alle recht ähnlich und auch Verbascum phlomoides hat kein Alleinstellungsmerkmal aufzuweisen.

Man muss eigentlich sogar sagen, dass sie sich unentschlossen zwischen den grafisch viel klareren Blütenkerzen der und den überzeugenden Kandelabern der Mehligen Königskerze (Verbascum lychnitis) einreiht. Sie ist insofern nicht die erste Wahl unter den heimischen Königskerzen.

Da die Art zudem nicht handelsüblich ist, muss man sich die Mühen des Bezuges nicht unbedingt machen. Dennoch ist auch diese Königskerze eine ansprechende Wahl für naturhafte Kiesgärten, Steppenanlagen und auch ländliche Staudenrabatten.

Mit den hohen, fackelartigen Blütenständen lässt sich eine schöne Rhytmisierung von Pflanzflächen vornehmen, die sogar über den Winter bestehen bleibt.

Durch die Kurzlebigkeit in Verbindung mit der Versamungsfreudigkeit bringt die Windblumen-Königskerze gleichzeitig eine interessante Dynamik in den Entwicklungsprozess von Pflanzungen.



Verbascum phlomoides mit den großen Einzelblüten und dem wenig verzweigten Blütenstand in einer stickstoffreichen Ruderalflur.

Kultur

Verbascum phlomoides ist gänzlich anspruchslos und robust, wenn sie möglichst sonnige Standorte auf nicht verdichteten Mineralböden mit guter Basen- und Stickstoffversorgung bekommt.

Sommerliche Trockenphasen schaden ihr nicht, stauende Feuchtigkeit dagegen sehr.

Die kurzlebige Art versamt sich willig, wenn sie ausreichend freie Bodenstellen vorfindet. Ohne entsprechende gärtnerische Eingriffe wird allerdings mit der Zeit von ausdauernden Stauden und Gräsern verdrängt.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
gelb
Juni
Juli
grau-grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
befriedigend
Mittel
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
sommergrün
zierende Winterstruktur
winter-/immergrün
Gehölzrand/Staudenfluren