Eragrostis spectabilis // Purpur-Liebesgras

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Eragrostis spectabilis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Eragrostis spectabilis

Das Purpur-Liebesgras ist auf dem Nordamerikanischen Kontinent weit verbreitet. Es kommt vom Nord-Osten Mexikos über die zentralen und östlichen US-Staaten bis in die West-Hälfte Kanadas vor. Die Kanadischen Populationen gelten jedoch als neophytisch.

Eragrostis spectabilis tritt in trocken-warmen Kurzgras-Prärien und auf sandigen oder schottrigen Böschungen entlang von Verkehrswegen auf. Habitate, die immer mal wieder abbrennen, fördern die Individuendichte. Die Art tritt aber nie bestandsbildend auf, sondern meist nur in kleinen Gruppen oder vereinzelt.

Die Standorte sind oftmals hitzeanfällig und trocken bis höchstens mäßig trocken. Die mehr oder weniger tiefgründigen Sand-, Fels- oder Schotterböden sind humus- und stickstoffarm.

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Im Kiesgarten mit Nasella tenuissima und Artemisia ludoviciana 'Silverqueen'

Beschreibung
Das Purpur-Liebesgras ist ein sommergrünes, horstig bis breit-horstig wachsendes Gras. Es erreicht im Blattschopf je nach Standortgunst Wuchshöhen von 25 bis 40 cm.

Das Laub ist grün mit einem leichten Blaustich. Im Herbst nimmt es zeitweilig gelbliche und später bronze-bräunliche Färbungen an.

Ab Ende Juli erscheinen die sehr feinen, ausgeprägt (violett-)rötlichen Blütenrispen. Sie erzeugen bis Ende August einen roten Schleier 20 cm über dem Laubwerk. Zur Samenreife weicht das Rot einem strohigen Braun.

Die Samenstände werden oft als ganzes vom Winde verweht und verbreiten so die Samen als Windroller. Nur an windstillen Standorten bleiben die Samenstände bis in den Winter haften, sind aber nicht sonderlich auffällig.

Die Art ist in der Lage, ihre Halme bei Bodenkontakt an den Internodien zu bewurzeln. Dadurch kann ein unregelmäßiger Breitenwuchs entstehen, der die horstige Struktur etwas amorph auflöst.

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Mit der Samenreife ab September verfliegt die intensive Färbung und die Samenstände sind kaum noch wahrnehmbar.

Verwendungshinweise
Eragrostis spectabilis ist zur Vollblüte eines der auffälligsten Ziergräser. Einen Blütenstand von derartiger Leuchtkraft muss sich auch vor Blütenstauden nicht verstecken.

Vor und nach der Blüte ist es dafür unauffällig. Die Aufgabe der meisten anderen Ziergräser, eine Pflanzung über viele Monate zu strukturieren, erfüllt es nicht

Insofern macht man keinen Fehler, wenn man es gedanklich den Blütenstauden zuordnet und entsprechend als Aspektbildner in kleinen, sich wiederholenden Gruppen anordnet.

Das ist sowohl in Steppen- und Kiesgärten als auch in trockenen Präriewiesen zielführend. Letzteres entspricht dem Wesen des Purpur-Liebesgras vielleicht am Besten, weil es den Wiesencharakter einer Pflanzung befördert.

Es sollte bedacht werden, dass das Rot der Blütenstände sehr präsent ist und nach gängigen Farbempfinden nicht beliebig kombiniert werden kann. Auf der sicheren Seite ist man natürlich mit reinem Weiß, auch klares Blau und die meisten Rottöne funktionieren gut. Sehr schön sind dazu silberlaubige Pflanzen wie die zarte Artemisia ludoviciana 'Silberteppich'.



Die Herbstfärbung entwickelt sich zunächst gelblich, später bronze-bräunlich und bleibt zurückhaltend zierend.

Kultur
Eragrostis spectabilis ist gut winterhart, hervorragend trockenheitsresistent und sollte auch nur auf trockenen bis mäßig trockenen Standorten eingesetzt werden.

Es werden (voll-)sonnige Standorte eingefordert, die idealerweie im Sommer sehr warm, gerne auch heiß werden. In kühleren Lagen bleibt die Blüte nicht selten aus oder ist spärlich.

Empfehlenswert sind tiefgründige, rohbodenartige Lockersubstrate auf Basis von Sand, Kies oder Schotter aller Art. Es ist aber nicht so, dass Eragrostis spectabilis unter weniger stressbetonten Bedingungen nicht auch funktionieren würde. Es wird dann im Laubwerk üppig und die Blüte tritt nicht mehr so stark in den Vordergrund.

In lückigen Pflanzungen mit offenen Bodenstellen kommt es zu gelegentlicher Selbstversamung. Da die Art eher kurzlebig ist, ist der Vorgang nicht lästig, sondern notwendig. Die Samen keimen bei gleichmäßiger Feuchte und Temperaturen um 20 Grad rasch und benötigen keinen Kälteimpuls. Die Vermehrung ist auch vegetativ über Halmstecklinge möglich.



'Purpurflirren' flirrt eher in gedeckten rot-bräunlichen Tönungen.

Sorten:
  • Purpurflirren: kompakte Wuchsform, 30 cm hoch, Laub hell oliv-grün, teilweise rötlich überlaufen, ocker-rot-violette Blüte von mäßiger Leuchtkraft
  • Bilder


















    'Purpurflirren'



    'Purpurflirren'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Gras
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    rot
    Juli
    August
    grün
    blau-grün
    zierende Herbstfärbung
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    sehr arme Böden
    arme Böden
    mittlere Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Amerika
    Nordamerika
    befriedigend
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    Rabatte
    Wiese/Prärie
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Felssteppen
    Steppen