Clarkia unguiculata // Mandelröschen, Elegante Clarkie

Familie Onagraceae, Nachtkerzengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Clarkia unguiculata: Das Mandelröschen ist entlang der Pazifikküste vom nord-westlichen Mexiko bis Kalifornien heimisch. Sie kommt verbreitet von den Küstenlinien bis an die Ausläufer der Küstengebirge bis in Höhenlagen von höchstens 1.500 m üNN vor. In dieser Höhe treten winterliche, meist aber nur einstellige Frostgrade auf.

Clarkia unguiculata ist vorrangig in durch regelmäßigen, auch länger anhaltenden Trockenstress nur schütter bewachsenen Eichen-Trockenwäldern und Savannen, in Strauchsteppen und Halbwüsten oder an sonnig-warmen, felsigen Steilhängen verbreitet. Es werden auch Küsten-Dünen und Kurzgras-Prärien besiedelt.

Daneben stellt es sich auf regelmäßig gestörten Standorten in kurzlebigen Ruderalfluren z.B. entlang von Verkehrswegen oder auf Brachflächen ein.



Clarkia unguiculata in der Wildform am Rande eines Trockenpflanzung

Die Standorte sind vollsonnig bis halbschattig. Meist findet man sie auf mineralischen, gerne basenreichen Rohböden auf Sand- oder (Kalk-)Schotterbasis. Wie viele Einjährige ist sie gegenüber den Bodeneigenschaften aber tolereant und gibt sich mit dem zufrieden, wohin das Schicksal es sie verschlagen hat. Saure Böden werden allerdings gemieden.

Auch hinsichtlich der Wasserversorgung ist sie anspruchslos. Sie wartet als Samen auf günstige Feuchtebedingungen im Kalifornischen Winterhalbjahr und entgeht dem sommerlichen Trockenstress nach erfolgreichem Samenansatz durch den Tod. Sommerlicher Trockenstress ist also ihrer Vitalität abträglich, ist aber erforderlich, um die Standorte konkurrenzarm zu halten.



Die ungewöhnliche Blütenform lohnt einen detaillierten Blick.

Beschreibung

Clarkia unguiculata ist eine in Mitteleuropa sommergrüne Einjährige. Im natürlichen Verbreitungsgebiet keimt sie oft schon im Frühwinter, überwintert grün und blüht dann im April. In Mitteleuropa erfolgt die Aussaat erst gegen Anfang April und die Blüte verlagert sich entsprechend nach Anfang/Mitte Juni. Auf mehr oder weniger frischen Standorten kann sich die Blüte dann bis Ende Juli hinziehen.

Die vier Blütenblätter weisen eine ungewöhnliche, spatelähnliche Form auf. Sie sind leuchtend pink, rosa oder auch weiß. In Kultur befinden sich vorrangig Formen mit bis zu acht Blütenblättern.

Die Wuchshöhe variiert in Abhängigkeit von den Standortbedingungen. Auf frischen, nahrhaften Lehmböden können 60 bis 80 cm Höhe erreicht werden. Auf stickstoffarmen, sommertrockenen Standorten bleibt sie dagegen oft nur halb so hoch.

Die Samen sind essbar und wurden von den nordamerikanischen Ureinwohnern gesammelt. Sie sind allerdings auch bei Vögeln beliebt.

Ähnlich, mit noch auffälligeren Blüten, ist die in Europa kaum gehandelte Clarkia pulchella.

Verwendungshinweise

Das Mandelröschen ist in Europa seit über 200 Jahren bekannt und war eine beliebtes, auch für die Floristik geeignetes Element der (englischen) Landhausgärten. In Mitteleuropa wird sie heute nur noch selten eingesetzt. Im Versandhandel ist Saatgut aber problemlos zu beziehen. Leider werden überwiegend gefüllte Formen angeboten, die etwas artifiziell wirken. Außerdem bekommt man fast nur farbgemischtes Saatgut.

Sie ist vorrangig eine gute Blender-Pflanze für neu angelegte Steppenpflanzungen zwischen Gräsern wie Moskitogras, Tautropfen-Gras oder Kleines Präriegras und anderen Nordamerikanern der Trockenhabitate wie Yucca baccata und Ludwigs-Beifuß. Auch in mediterranen Felsheiden füllt sie sehr schön in den ersten ein-/zwei Jahren die Lücken zwischen den neu gepflanzten Halbsträuchern, bis diese zum Flächenschluss kommen.

Standörtlich stimmige Kombinationspartner unter den Einjährigen wären z.B. Kopfige Gilie oder Kalifornischer Mohn. Letzterer erzeugt aber einen heftigen Farbkontrast, weshalb man vielleicht auf die gelblich-creme-weiße Auslese 'Ivory Castle' zurückgreift.

Natürlich kommt auch ein Einsatz im Vordergrund von Rabatten bei entsprechender Bodenvorbereitung vor der Aussaat oder die Verwendung in Wechselflorbepflanzungen in Frage.



Das Mandelröschen ist gut geeignet, temporäre Lücken in Pflanzungen zu begrünen.

Kultur

Das Mandelröschen lässt sich in Neuanlagen durch Direktsaat ins Freiland ab Ende März zuverlässig in allen sonnig-warmen Situationen etablieren. Man kann die für eine Einjährige nicht übermäßig ausdauernde Blüte verlängern, indem man Mitte April und Anfang Mai nachssät. Eine Vorkultur unter Glas oder gar im Haus ist nicht zielführend.

In wintermilden Regionen darf man gelegentlich mit erfolgreicher Selbstversamung rechnen, wenn in der Pflanzung ausreichend offene Bodenstellen vorhanden sind. Man sollte aber generell immer einige trockene Samenschoten kurz vor dem Aufplatzen für die Frühlingssaat beiseite legen.

Trockenstress während der Entwicklungsphase bis zur Blüte mindert die Wuchshöhe und auch die Blütenfülle. Normalerweise fällt im mitteleuropäischen Frühling aber auch für gut drainierende Böden völlig ausreichend Niederschlag. Die üppigste Blüte wird auf skelettreichem, nur mäßig stickstoffreichem Lehmboden ohne nennenswerten Trockenstress erzielt. Unter solch stressfreien Bedingungen kann man die Jungpflanzen auch gut etwas zurückschneiden, um eine reichere Verzweigung und damit höheren Blütenansatz zu ermöglichen. Unter stickstoffreichen Bedingungen wird Blattmasse zulasten der Blüten gebildet.

Bai ausreichend Wärme sind auch licht halbschattige Lagen möglich, aber nicht ideal.

Bilder