Sternbergia lutea // Herbst-Goldbecher, Goldkrokuss, Gewitterblume

Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 150.00
Wikipedia Sternbergia lutea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sternbergia lutea: Der Herbst-Goldbecher ist in Spanien und den europäischen Mittelmeerstaaten von den Tieflagen bis in etwa 1.000 m üNN heimisch. Im südlichen Frankreich ist Sternbergia lutea weit verbreitet und zumindest stellenwiese sicherlich ebenfalls urwüchsig.

Über die Türkei und den Kaukasus reichen die Vorkommen bis in den Nahen Osten, den Iran und Turkmenistan. Die zentral-asiatischen Populationen sind möglicherweise anthropogen begründet.

Die Vorkommen im Atlas-Gebirge gelten als neophytisch.



Das nur etwa die Hälfte eines Sternbergia-lutea-Bestandes blüht, ist in Mitteleuropa nicht ungewöhnlich.

Sternbergia lutea wächst in sommertrockenen, vollsonnigen Wiesengesellschaften, in Felshängen und niedrigen, lückigen Gebüschen. Im Mittelmeerraum spielt er eine größere Rolle als Gartenpflanze und entsprechend findet er sich vielfach im Umfeld von Siedlungen verwildert.

Die Standorte sind humusarme, gut drainierte, basenreiche Schottersubstrate mit mittlerer Stickstoffversorgung.

Während der Sommermonate sorgen geringe Niederschlagsraten und geringe Wasserhaltefähigkeit der Böden für ausgeprägte Trockenphasen, die der Herbst-Goldbecher im Ruhestadium aussitzt.

Der Herbst-Goldbecher neigt am Naturstandort dazu, ausgedehnte, individuenreiche Bestände zu entwickeln.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (7)  Stickstoff (5)



Das Laub schieß nach der Blüte weiter in die Höhe.

Beschreibung: Sternbergia lutea ist ein im Spätsommer austreibender und blühender Zwiebelgeophyt. Durch die Ausbildung von Tochterzwiebeln entstehen mit der Zeit horstartige Strukturen. Es werden zur Blütezeit Wuchshöhen von etwa 15 cm erreicht. Allerdings wird das Blattwerk auf etwas nahrhafteren Substraten überraschend üppig und bis zu 30 cm hoch.

Der herbstliche Laubaustrieb ist in wintermilden Lagen wintergrün. Im Frühling erfolgt ein zweiter, vorsommergrüner Austrieb.

Die farbintensiven, leuchtend dotter-gelben Blüten ähneln stark einem Großblumigen Krokus. Sie erscheinen kurz vor oder gemeinsam mit den lanzettlichen, auffällig dunkel-grünen Blättern ab Anfang September. Die Blütezeit erstreckt sich bis etwa Ende September.

Die Samen besitzen ein sogenanntes Elaiosom, dessen Eiweiße Ameisen zur Verschleppung der Samen motivieren.

Sehr ähnlich sind die noch seltener kultivierten Sternbergia clusiana und die zierlichere Sternbergia sicula.

Verwendungshinweise: Sternbergia lutea wird aufgrund der in Mitteleuropa nicht zuverlässig zu garantierenden klimatischen Ansprüchen selten kultiviert. Wo die Kultur gelingt, sorgt der unerwartete Anblick eines gelben "Herbstkrokus" jedenfalls meistens für verwunderte Neugierde.

Ob man das unwahrscheinlich intensive Gelb der Blüten als aufdringlich oder herzerfrischend empfindet, ist Geschmackssache. Tatsächlich ist es zumindest nicht leicht mit anderen Farben harmonisch zu kombinieren. Risikolos e Partner sind v.a. das silbrige Laub mediterraner, niedriger Halbsträucher bzw. Stauden wie Helichrysum italicum, Helichrysum thianschanicum oder Tanacetum densum und natürlich alle Weißtöne.

Auch auf niedrige Ziergräser als Begleiter sollte man nicht verzichten. Einschlägige alte Bekannte wie Festuca cinerea, Koeleria glauca oder Nasella tenuissima bieten sich an.

Die Blüte der echten Herbstkrokusse wie Crocus pulchellus überschneidet sich zeitlich kaum, so dass diese Kombination lediglich zu einem rasanten Farbwechsel der Pflanzfläche führt, was ja spannend ist.



Die Breite der Laubblätter ist recht variabel. Diese Exemplare repräsentieren in etwa den Mittelwert.

Kultur

Die Verwendung von Sternbergien macht nur in möglichst sonnigen, extrem wärmebegünstigten Situationen Sinn. Blühfreudige, vitale Bestände fordern zudem sommertrockene Bedingungen ein, die zumindest in atlantisch geprägten Regionen selbst auf gut drainierten Schotterstandorten oft nicht trocken-warm genug werden. Hier behelfen sich Enthusiasten tatsächlich damit, Sternbergien in Töpfen zu kultivieren, die während des Sommers gehoben und der prallen Sonne ausgesetzt werden. Vor dem Herbstaustrieb kommen die Töpfe dann über den Winter wieder in die Beete.

Im kontinentalen Osten mit seiner Neigung zu trocken-warmen Sommern ist die Ausgangslage trotzdem nicht günstiger, weil die härteren Winter den Gold-Krokussen auch nicht behagen.

Eine hohe sommerliche Wärmemenge wirkt sich aber positiv auf die Resilienz gegen ungemütliche Winterverläufe aus. Außerhalb des Weinbauklimas muss man dennoch in harten Wintern immer mit Verlusten rechnen und ggf. mit einer Abdeckung aus Reisig gegensteuern.

Kleinklimatisch günstig sind z.B steile Südhänge oder windstille Plätze vor Südfassaden. An Hängen sollte man die untere Hanghälfte wegen des Wasserzustroms vom Oberhang meiden.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
gelb
September
dunkel-grün
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
subtropische Klimate
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Nebensortiment
Belaubung Lebensbereich
zierende Winterstruktur
vorsommergrün
Alpinum
Felssteppen
Gehölzrand/Staudenfluren