Symphytum x uplandicum // Bastard-Beinwell, Futter-Beinwell, Comfrey

Familie Boraginaceae, Rauhblattgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Symphytum x uplandicum

Beschreibung

Herkunft von Symphytum x uplandicum

Der Bastard-Beinwell ist eine Hybride unter Beteiligung des europaweit verbreiteten Echten Beinwells (Symphytum officinale) und des Rauen Beinwells (Symphytum asperum) aus dem Osten der Türkei und dem Kaukasus.

Im Hintergrund strotzt die Japanische Pestwurz vor Kraft.

Der Raue Beinwell ist als Futterpflanze für die Schweinezucht nach Europa eingeführt worden und verwildert in ganz Mitteleuropa. In Deutschland ist er unbeständig eingebürgert in der Harz-Region, in Spessart und Südrhön sowie vereinzelt im Alpenvorland. Er tritt in sonnigen, frischen und sehr stickstoffreichen Klettenfluren auf.

Der Echte Beinwell bevorzugt feuchte bis nasse Standorte am Rande von Auwäldern, Gräben und extensiven Wiesen sowie feuchten Ausprägungen der Giersch-Säume.

Wo beide Elternarten gemeinsam auftreten, entstehen die Hybriden spontan.

Symphytum x uplandicum 'Axminster's Gold' im ländlichen Staudenbeet

Beschreibung
Symphytum x uplandicum ist eine sommergrüne, horstige Staude. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 120 und 180 cm, in Ausnahmefällen unter idealen Bedingungen auch 200 cm.

Im Unterschied zum Echte Beinwell wechseln die Knospen beim Aufblühen die Farbe von Rosa meist zu Violett-Blau, in Sorten auch zu reinem Blau. Der Bastard-Beinwell ist aber im Erscheinungsbild ziemlich variabel, so dass die Bestimmung nicht ganz einfach ist. Ein recht gutes Merkmal sind die Kelchblätter, die im Gegensatz zu denen der Elternarten bis über die Hälfte eingeschnitten sind. Die Blütezeit beginnt etwa Anfang Juni und erstreckt sich bis Anfang August.

Die großen Laubblätter sind im unteren Teil des Stengels lang gestielt, im oberen Drittel dagegen sitzend und kurz herablaufend. Sie sind weich-borstig behaart. Der Stengel ist steif-borstig behaart.

Der Bastard-Beinwell wird als Zierpflanze überwiegend in der panaschierten Auslese 'Variegatum' eingesetzt. Die Normalformen dienen weiterhin als nahrhaftes Blattfutter für die Viehzucht sowie als Kompostbeschleuniger und Jauchedüngung.

Ähnlich ist auch der etwas zierlichere, aber mehr oder weniger wuchernde Kaukasus-Beinwell (Symphytum caucasicum).

Verwendungshinweise
Symphytum x uplandicum ist in den panaschierten Sorten als Blattschmuckstaude von hohem Eigencharakter. Der Gartenbesucher bekommt ihren Anblick dennoch selten geboten, was zusätzlich für ihre Verwendung spricht.

Sie macht sich gut in ländlichen oder auch bäuerlichen Gärten, wo sie z.B. am Rande der Gemüsebeete neben dem Rhabarber-Beet in jeder Hinsicht gut aufgehoben wäre.

Hauptaufgabe wird es aber sein, in frischen bis feuchten Hochstauden-Beeten mit Stauden-Klassikern wie Busch-Knöterich, Echter Eibisch, Wiesen-Kerbel 'Ravenswing', Wilder Karde, Großer Telekie, Echtem Baldrian oder Echtem Alant für Überraschungsmomente zu sorgen.

Die grünlaubigen Normalformen drängen sich eigentlich nicht zur zierenden Verwendung auf. In weitläufigen Anlagen mögen sie vielleicht eine Rolle spielen als robuster Flächenfüller in naturhaften, frisch-feuchten Staudenfluren.

Wer Bienen und Hummeln beglücken möchte, ist mit dem Bastard-Beinwell natürlich mit jeder Form auf der richtigen Spur.

Dei Blüte des Bastard-Beinwell zeigt sich in den meisten Formen in verwaschenem Violett.

Kultur
Der Bastard-Beinwell liebt feuchte, sehr nahrhafte und mehr oder weniger sonnige Standorte. Er entwickelt sich dann zügig und beansprucht rasch einigen Platz. Den verteidigt er sehr selbstbewusst gegen alle Konkurrenten.

Trockenstress behagt ihm dagegen gar nicht. Er fällt dem zwar nicht gleich zum endgültigen Opfer, reagiert aber mit Kümmerwachstum und trockenen Blatträndern. Wenn ein ungewöhnlich trockener Sommer, den man nicht mit Bewässerung überbrücken konnte, zu Schäden geführt hat, kann man das trockene Restlaub zurückschneiden. Nimmt die Bodenfeuchte wieder zu, treibt er mit frischem Glanz neu aus.

Eine Gabe Gartenkompost in jedem Frühjahr ist empfehlenswert. Auf sehr stickstoffbetonten Böden leidet allerdings ab einem gewissen Punkt die Standfestigkeit. Man kann dem abhelfen, wenn man die Stengel Anfang Mai um ein Drittel zurückschneidet und so zu verzweigterem, kompaktem Wuchs zwingt.

Ein Rückschnitt direkt nach der Blüte bietet sich zweifach an. Erstens sind die abgeblühten Stengel nicht mehr sonderlich ansehnlich. Und zweitens kommt es dann meist zu einer schwächeren Nachblüte. Insbesondere bei den panaschierten Sorten kann man aber auch bodentief zurückschneiden, um die frischen Blattfarben des Frühjahrsaustriebs erneut geboten zu bekommen.

Der Bastard-Beinwell gilt nicht nur bei Schweinen als Delikatesse, sondern auch bei Nacktschnecken. Während die grünlaubigen Formen wuchstark genug sind, um die nächtlichen Biomasseverluste überkompensieren zu können, schaffen die panaschierten Sorten dies oft nicht.

Der trockene Sommer 2018 hat dieses Exemplar an den Rand seiner Möglichkeiten gebracht.

Sorten:
  • Axminster's Gold: mit creme-gelb gerandetem Laub, mit 80-120 cm Höhe schwachwüchsiger, blass rosa-violette Blüte
  • Booking No. 14: kräftig rosa-violette Knospen, fleischfarbend-rosa aufblühend
  • Pagels Blau: mit kräftig himmelblauen Blüten, Knospen purpur-rot
  • Variegatum: mit creme-gelb gerandetem Laub, mit 60-90 cm Höhe schwachwüchsiger, stumpf violette Blüte
  • Bilder















    'Axminster's Gold'



    'Axminster's Gold'



    'Axminster's Gold'

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    100-150 cm Höhe
    150-250 cm Höhe
    rosa
    violett
    blau
    Juni
    Juli
    grün
    gelblich
    panaschiert
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    frisch
    wechselfeucht
    nass
    nicht austrocknend
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    Lehm
    Ton
    humos
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Zuchtform
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Hügelland (collin)
    gut
    Gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Feuchtgebüsche
    Auwälder
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Insektenweide
    Nebensortiment
    sommergrün
    Lebensbereich
    Wasserrand/Sumpf
    Gehölzrand/Staudenfluren