Viola x wittrockiana / Garten-Stiefmütterchen

Familie Violaceae, Veilchengewächse
Pflanzen pro qm 30.00
Wikipedia Viola x wittrockiana

Beschreibung

Herkunft von Viola x wittrockiana: Das Garten-Stiefmütterchen ist eine Hybride unter Beteiligung der Elternarten Viola lutea aus den Gebirgsregionen Frankreichs und des südlichen Mitteleuropas, Viola altaica aus Zentral-Asien und dem zentralen Sibirien und der auch in Mitteleuropa weit verbreiteten Viola tricolor

Die Elternarten sind Pioniere regelmäßig gestörter, vollsonniger bis sonniger Offenlandhabitate. Die Standorte sind tendenziell eher trocken als frisch, höchstens mäßig nahrhaft und basenarm.



Stiefmütterchen im frühlingshaften Buchsbaum-Rondell

Beschreibung

Viola x wittrockiana ist eine horstige, kurzlebige, grün überwinternde Staude. Sie wird allerdings in der Regel zweijährig kultiviert, da ältere Exemplare die Form verlieren und wenig ansehnlich sind. Sie erreicht Wuchshöhen von etwa 20 cm.

Garten-Stiefmütterchen werden von ihren unverhältnismäßig großen Blüten geprägt. Es gibt alle erdenklichen Farbschläge und deren Kombinationen. Die Blütezeit ist abhängig vom Aussaattermin. Wintersaat im kühlen Gewächshaus bedient die Baumärkte mit Frühlingsgrüßen ab Ende Februar bis in den Frühsommer. Die Sommersaat blüht im Herbst, mehr oder weniger den Winter hindurch bis in den Frühling.

Die Blüten sind essbar und werden gelegentlich als Schmuckelemente Salaten beigefügt.

Verwendungshinweise

Viola x wittrockiana sind lebende Fossilien einer historischen Gartenepoche, in denen der ästhetische Fokus allein auf der Schmuckwirkung der Blüten lag. Heute wirken die Pflanzen unproportioniert. Ihnen fehlt auch die für moderne Pflanzenverwendung so wichtige strukturgebende Funktion.

Dennoch erfreuen sie sich weiterhin einiger Beliebtheit. Sicherlich spielen nostalgische Gründe dabei eine Rolle. In bäuerlichen Gärten ist dies sogar ästhetisch nachvollziehbar.

Man findet sie gerne in Wechselflorrabatten als Frühjahrsbepflanzung auf öffentlichen Schmuckplätzen, als Grabbepflanzungen und in Pflanzgefäßen auf Balkonen und Kübeln.

Als Frühlingskultur im Vorlauf einer Sommerrabatte aus Einjährigen eignen sich Stiefmütterchen gut zur Kombination mit Frühlingsgeophyten. Man denke z.B. an Blau-Weiß-Arrangements mit weißen Frühen Tulpen oder Ton-Ton-Situationen mit Kaiserkronen.

Etwas zeitgemäßer wirken die Horn-Veilchen (Viola cornuta) mit ihren kleineren Blüten und der stimmigeren Proportionierung der Pflanzen.

Kultur

Stiefmütterchen brauchen möglichst sonnige Plätze und konkurrenzfreie, möglichst nicht durchwurzelte Böden. Ideal sind nicht zu kalkreiche, mäßig nahrhafte bis nahrhafte Gartenböden.

Trockenstress ist während der Hauptwachstumszeit entwicklungshemmend, spielt in Mitteleuropa im Frühling aber kaum eine praktische Rolle.

Für den Privatgebrauch empfiehlt sich die Aussaat im September in Vorkultur an etwas geschützten, aber nicht zwingend frostfreien Standorten. Im beräumten Beet kann man aber - bei geringem Schneckendruck - auch direkt an Ort und Stelle ins Freiland säen. Es wird auch immer mal wieder zur Selbstaussaat im Freiland kommen, die aber nicht ausreichend ist, um einen sich selbst erhaltenden Bestand zu unterhalten.

Die meisten Sorten lassen sich nur vegetativ sortenecht vermehren und entwickeln auch in Reinkultur eine bunte Nachkommenschaft aus Versamung. Das kommerzielle Saatgut besteht überwiegend aus F1-Hybriden, die in der ersten Generation die einheitlichen Sortenmerkmale zeigen und in der zweiten Generation bunt ausfallen.

Stecklinge können im Frühling gewonnen werden.

Sorten (Auswahl):

blaue Sorten
  • Alpensee: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig nacht-blau mit schwarz-blauem, undeutlichem Auge
  • Beaconsfield: samtig schwarz-violett-blaue, nach oben verblassende Blütenkrone
  • Delta Pure Light Blue: einfarbig mittel-blau mit gelbem Mittelpunkt und zarter dunkel-brauner Strichzeichnung
  • Tempo Blau-Weiß: Schweizer-Riesen-Serie, zweifarbig violett-blau und weiß mit schwarz-blauem, undeutlichem Auge
  • Ullswater: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig tief-blau mit großem, fast schwarzem Auge

gelbe Sorten
  • Delta Pure Golden Yellow: einfarbig gelb ohne jede Zeichnung
  • Rheingold: dottergelb mit großem, schwarz-braunem Auge
  • Roter Flügel: Schweizer-Riesen-Serie, zweifarbig gelb und rot-braun mit kleinem schwarz-braunem Auge
  • Weseler Eis: dottergelb mit kleinem, schwarz-braunem Auge

weiße Sorten
  • Delta Pure White: rein-weiß mit gelbem Mittelpunkt
  • Delta White: rein-weiß mit gelbem Mittelpunkt und angedeuteter, himmelblauer Strichzeichnung
  • Delta White whith Blotch: weiß mit sehr großem, dunkel-violett-blauem Auge
  • Silberbraut: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig weiß mit schwarz-violett-blauem, großem Auge

orangene Sorten
  • Cats: orange mit schwarz-brauner Strichzeichnung
  • Delta Pure Orange: einfarbig orange mit dunkel-brauner Strichzeichnung
  • Flamme: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig orange-rot-braun mit großem schwarz-brauenem Auge
  • Jolly Joker: zweifarbig orange und tief violett, ohne Auge
  • Orangensonne: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig orange ohne Auge

rote Sorten
  • Abendglut: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig blut-rot mit großen schwarz-braunem Auge
  • Luzern: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig purpur-rot mit sehr großem dunkel-braunem Auge

violette Sorten
  • Bergwacht: Schweizer-Riesen-Serie, einfarbig tief-violett mit undeutlichem, schwarz-violettem Auge
  • Neon Violet: blau-violett mit schwarz-violettem Auge

schwarze Sorten

  • Black Moon: samtig-schwarz mit gelbem Mittelfleck
  • Colossus Purple whith Blotch: violett-schwarz

Bilder






Abendglut



Bergwacht



Delta Pure Golden Yellow



Delta Pure Orange



Delta White whith Blotch



Weseler Eis



Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
weiß
hell-gelb
gelb
orange
rot
violett
hell-blau
blau
bräunlich/schwarz
apricot
März
April
Mai
November
Dezember
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
frisch
gut drainiert
feucht
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
wintermilde Lage
Warmlagen
Zuchtform
Liebhaberpflanze
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Ländlicher Garten
Terrassen-/Balkongarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung
Nebensortiment
winter-/immergrün