Crocus pulchellus / Rosen-Herbstkrokus

Crocus_pulchellus_rosen-herbst-krokus_p1080299 Familie Iridaceae, Schwertliliengewächse
Pflanzen pro qm 100.00
Wikipedia Crocus pulchellus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Crocus pulchellus: Der Rosen-Herbst-Krokus stammt aus Bergregionen von Dalmatien üder den Balkan nach Griechenland bis in die nordwestliche Türkei. Er kommt von den Tallagen bis in die montane Stufe vor.

Crocus pulchellus besiedelt (voll-)sonnige Felshänge, Magerrasen und sonnige Stellen in meist durch Beweidung sehr lückig gehaltenden Gebirgswäldern auf flachgründigen und/oder gut drainierenden Standorten.

Die skelettreichen, nicht unbedingt feinerde- und humusarmen Böden sind gering bis mäßig stickstoffversorgt und reagieren stark alkalisch bis neutral.

Im Sommerhalbjahr sind die Standorte durch Trockenstress geprägt, während im Winter und Frühling frische Bedingungen vorherrschen.



Crocus pulchellus in einer vegetationsarmen Steppenanlage. Im Hintergrund ist eine Artemisia armeniaca zu erkennen.

Beschreibung: Crocus pulchellus ist ein vorsommergrüner Zwiebelgeophyt. Durch die Bildung von Tochterzwiebeln entstehen kleine Horste, die durch Versamung unter günstigen Bedingungen auch rasig ineinander übergehen können. Die grasartigen Laubblätter erscheinen im zeitigen Frühling und ziehen am Anfang des Hochsommers wieder ein.

Die Blütezeit liegt dagegen im Oktober. Die einzelne Zwiebel treibt eine etwa 10 cm hohe, auffällig große, gut standfeste Blüte, die innerhalb einer guten Woche aufblüht und wieder verblüht. Kräftige Zwiebeln schieben zumindest auf nicht zu kargen Standorten danach in der Regel eine zweite und auch dritte Blüte, so dass sich die Blütezeit jeder Zwiebel über einen knappen Monat erstrecken kann. Da die Individuen eines Bestandes zudem etwas unregelmäßig austreiben, zieht sich die Blütezeit insgesamt über bis zu sechs Wochen hin.

Auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden ist der bekanntere Pracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus) mit identischen Kulturansprüchen. Von ihm gibt es eine etwas größere Auswahl an Farbvarianten und der Bezug ist preisgünstiger. Beide hybridisieren willig miteinander, weshalb sich fließende Übergänge in den Kulturbeständen finden lassen. Die Unterscheidbarkeit befördert das nicht.

Verwendungshinweise: Ein größerer Bestand von Crocus pulchellus in Blüte ist ein sehr überzeugender Jahresabschluss für niedrige oder vegetationsarme Felssteppen und das sonnig-warme Alpinarium.

Im Gegensatz zum schon erwähnten Crocus speciosus ist der Blütenstengel kräftig genug, die wuchtige Blütenkrone aufrecht zu halten. Crocus speciosus schwächelt in diesem Punkt etwas. Wer sich daran nicht weiter stört, kann ungetrübt auf diesen zurückgreifen. Zumal dessen Normalform etwa 50% günstiger zu beziehen ist als Crocus pulchellus.

Gute Partner sind niedrige Horstgräser wie Koeleria glauca und zarte Bodendecker wie Thymus praecox, Androsace sarmentosa, Edraianthus tenuifolius oder Globularia cordifolia.

Kultur: Wo immer Crucus pulchellus (voll-)sonnige, gut drainierte Sand-, Kies- oder Schotterböden zur Verfügung gestellt bekommt, wird er zuverlässig funktionieren. Wichtig ist, dass das Substrat auch im Winterhalbjahr mäßig trocken bis frisch bleibt, d.h. niemals feucht fällt.

Die Stickstoffversorgung sollte besser gering bis mäßig gehalten werden. Die Art hat zwar keine Probleme mit günstigerer Stickstoffversorgung, es wird dann jedoch zunehmend schwerer, ihr hochwüchsigere Lichtkonkurrenten vom Leibe zu halten. Ausgedunkelt zu werden ist das höchste Lebensrisiko eines Crocus pulchellus.



In individuenreichen Verbänden ist die Wirkung besonders eindrucksvoll.

Mit der Zeit verdichten sich die Bestände dann durch die Bildung von Tochterzwiebeln. Wo er offene Bodenstellen vorfindet, versamt er sich auch. Hat man einen reinen Bestand von Crocus pulchellus, sollte man auf die Kultur von Crocus speciosus verzichten, um die Merkmale - v.a. die Standfestigkeit - nicht zu verwässern.

Die voll entfalteten Blüten sind frostempfindlich. Die ersten nennenswerten Nachtfröste lassen einen am Vortag noch prächtigen Blütenbestand am nächsten Morgen traurig zurück. Die Knospen sind davon unbehelligt. Man sollte bei der Erstpflanzung daher den frühestmöglichen Liefer- und Pflanztermin wählen, um den Blühzeitpunkt nicht zu weit in den Spätherbst fallen zu lassen.

Sorten:
  • Albus: rein-weiße Blüte
  • Zephyr: weiße Blüte mit zart grau-hell-blauem Überzug und grau-blauer Aderung (handelsüblich)

Bilder





Crocus_pulchellus_rosen-herbst-krokus_p1080299


Crocus_pulchellus_sch%c3%b6ner_herbstkrokus_p1080270


Crocus_pulchellus_p1080305

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
bis 15 cm Höhe
hell-blau
Oktober
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Nebensortiment
vorsommergrün
Alpinum
Felssteppen