Asclepias curassavica // Indianer-Seidenpflanze, Curacao-Seidenpflanze

Familie Apocynaceae, Hundsgiftgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Asclepias curassavica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Asclepias curassavica: Die Indianer-Seidenpflanze stammt aus Mittelamerika und dem tropischen Süd-Amerika. Sie ist in tropischen und sub-tropischen Klimaten aller Kontinente neophytisch eingebürgert. In Europa hat sie sich in Spanien und Griechenland etablieren können.

Asclepias curassavica wächst in sonnigen Gebüschrändern, Weiden und Ackerbrachen. V.a. die neophytischen Populationen treten regelmäßig in sonnigen Ruderalfluren von Stadtbrachen, an Straßenböschungen oder sonstigen Störstellen mit regelmäßigen Bodenverletzungen und lückigen Vegetationsdecken auf.



Asclepias curassavica zusammen mit Verbena bonariensis und Feigenkaktus unter recht trockenen Bedingungen

Die Böden sind bevorzugt reich an Sand-, Kies- oder Schotteranteilen und reagieren alkalisch bis schwach sauer. Die Stickstoffversorgung ist mäßig bis hoch.

Hinsichtlich der Bodenfeuchte ist die Art relativ tolerant und kommt sowohl auf leicht sickerfeuchten wie dauerhaft frischen, aber auch sommertrockenen Standorten vor.

Die Lichtbedürftigkeit ist hoch und vollsonnige bis sonnige Bedingungen werden bevorzugt. In den Subtropen und Tropen toleriert sie aber aufgrund der intensiveren Sonneneinstrahlung und Wärmeentwicklung auch noch halbschattige Situationen.



Normale, etwas lockere Gartenböden sind gut geeignet. Im Hintergund stehen Anis-Ysop und Blaue Färberhülse.

Beschreibung: Asclepias curassavica ist nur wenig frosthart und wird in Mitteleuropa überwiegend als Einjährige kultiviert. In frostfreien Regionen ist sie jedoch ein immergrüner, aber kurzlebiger Halbstrauch. Er erreicht in Europa Wuchshöhen zwischen 50 und 70 cm, mehrjährig kultivierte Exemplare können auch 100 cm hoch werden.

Auffällig sind die feuerroten Blüten mit dem gelben Zentrum. Es kommen auch Varietäten mit einfarbig gelben Blüten vor. Sie stehen in doldigen Blütenständen und erscheinen ausdauernd von Ende Juli bis Mitte Oktober, bei früher Vorkultur auch schon ab Anfang Juli.

Die ledrig-steifen, weidenblättrigen Blätter sind kräftig grün mit einem leichten Blaustich.

Die Früchte sind spindelförmig und lassen beim Aufplatzen Samen mit langer, seidiger Behaarung herausquellen. Sie werden recht effektiv vom Wind verbreitet. Bis sie vom Winde verweht werden, sind sie v.a. im Gegenlicht einige Zeit zierend. Getrocknet werden sie gelegentlich in der Floristik verwendet.

Bei Verletzungen tritt ein giftiger Milchsaft aus, der bei Hautkontakt unangenehme Reizungen und bei oraler Einnahme Vergiftungserscheinungen hervorruft.

Die weitgehend winterharte, niedrigere Knollige Seidenpflanze ist unter den Seidenpflanzen die Ähnlichste. Deren Blütenfarbe tendiert allerdings deutlich zu Orange.



Die Blüten lohnen auch einen genaueren Blick.

Verwendungshinweise: Asclepias curassavica ist in Mitteleuropa nur selten zu sehen, was ein wenig überrascht. Die gesamte Erscheinung ist angefangen bei der klaren, aufrechten Wuchsform, über die ansehnliche Laubstruktur und den üppigen, ausdauernden Flor bis hin zu den Fruchtständen apart.

Asclepias curassavica kann vielseitig eingesetzt werden. Das Spektrum reicht von Rabatten bis hin zu exotischen Steppenarrangements.

Wird sie als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse verwendet, bietet sich die möglichst helle, relativ trockene Überwinterung bei 5 bis 10 Grad an. Im beheizbaren Wintergarten setzt sich der Blütenflor mitunter bis in den Winter hinein fort.



Die seidigen Fruchtbälge sind eine interessante Bereicherung.

Kultur: Asclepias curassavica ist in der Kulturführung vergleichsweise einfach und funktioniert recht zuverlässig. Idealerweise bringt man die kaum mit Substrat abgedeckten Samen zwischen Mitte Februar und Mitte März ohne Probleme in Vorkultur bei etwa 20 Grad zum Keimen. Die Jungpflanzen werden dann nach den Eisheiligen direkt an Ort und Stelle ausgepflanzt.

Die kurzlebige Art entwickelt sich zügig und wird im sonnigen, frischen bis mäßig trockenen Freistand rasch zu einem kleinen Busch, wenn man den Jungpflanzen regelmäßig die Triebspitzen einkürzt. Andernfalls verzweigt sich der Trieb gar nicht und der Blütenflor bleibt entsprehend spärlicher.

Die Entwicklung ist auf Komposterde und Lava/Blähton im Verhältnis von etwa 1:1 besonders üppig.

Es kommt auch zur Selbstversamung im Freiland, aufgrund des verzögerten Keimzeitpunktes ist der Samenansatz im Herbst aber nicht gesichert und der zweite Winter ist dann in der Regel der letzte Winter eines Bestandes.

Wärmebegünstigte, selbst etwas hitzeanfällige Standorte befördern die Entwicklung. Verschattung sollte in Mitteleuropa vermieden werden.


Sorten:
  • Monarch Promise: creme-weiß panaschiertes Laub, ansonsten wie die Art, in Europa kaum im Handel
  • Bilder


















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    einjährig
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    rot
    Juli
    August
    September
    grün
    dunkel-grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    giftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    Warmlagen
    Amerika
    Südamerika
    Mittelamerika
    gut
    Hoch
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Rabatte
    Insektenweide
    Raritäten/Saatgut
    sommergrün
    winter-/immergrün
    Wiesen
    Gehölzrand/Staudenfluren