Athyrium distentifolium // Gebirgs-Frauenfarn

Familie Dryopteridaceae, Wurmfarngewächse
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Athyrium distentifolium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Athyrium distentifolium (Gebirgs-Frauenfarn): Athyrium distentifolium ist in den Gebirgsregionen praktisch ganz Europas, der Türkei und des Kaukasus verbreitet. Er fehlt auf dem Balkan und nord-östlich der Karpaten.

In Deutschland beschränken sich die Vorkommen auf die montanen bis alpinen Stufen der Alpen, des Schwarzwaldes, des Bayerischen Waldes, Thüringer Wald und Erzgebirge sowie des Harzes.



Im Tiefland erreicht der Gebirgs-Frauenfarn sein volles Wachstumspotenzial nicht annähernd.

Der Gebirgs-Frauenfarn wächst in schattigen Heidelbeer-Fichten-Wäldern, in den Hochlagen aber auch in den lichten, an Hochstauden reichen Bergahorn-Buchen-Wäldern, in Grünerlen-Gebüschen und sogar in offenen Hochstaudenfluren bzw. in alpinen Silikatschuttfluren.

Die Standorte sind auch im Sommerhalbjahr kühl und luftfeucht. Die skelettreich-humosen Böden sind sauer bis schwach alkalisch und überwiegend stickstoffreich.

Die Wasserversorgung ist aufgrund der hohen bis sehr hohen Niederschlagsraten dauerhaft frisch bis sickerfeucht.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (3)  Kontinentalität (3)  Feuchte (6)  Reaktion (6)  Stickstoff (7)

Beschreibung

Athyrium distentifolium ist ein sommergrüner, horstiger Farn. Er erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 160 cm. Unter idealen Bedingungen werden am Naturstandort sogar ausnahmsweise bis zu 200 cm Höhe erreicht. Im Flachland werden aufgrund der sommerlichen Wärmebelastung selten mehr als 60 bis 80 cm Höhe erreicht.

Vom für die Gartenkultur bedeutsameren Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina) ist er schwer und v.a. unter Begutachtung der Sori zu unerscheiden. Am Naturstandort ist der Gebirgs-Frauenfarn hochwüchsiger.

Verwendungshinweise

Athyrium distentifolium ist vorrangig eine Option für sommerkühle Berggärten. Der geduldige Gärtner wird hier mit den Jahren durch den eindrucksvollen Anblick mächtiger Farn-Horste belohnt. Im Flachland hat er keine Vorteile gegenüber z.B. dem bewährten, problemlos erhältlichen Wald-Frauenfarn. Liebhaber mit einer feucht-kühlen Ecke an Nord- und Ostsee mögen sich an der mit etwas Engagement zu beziehenden Art versuchen.

Naturhafte Waldgärten kombinieren den Gebirgs-Frauenfarn unter einem lichten Schirm von Bergahorn, Buchen oder Fichten mit Gehölzen wie der Traubenkirsche , Rotem Holunder oder Vogelbeere . Typische Begleiter in der Krautschicht sind Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum) oder Grauer Alpendost (Adenostyles alliariae)



'Kupferstiel' erfreut den genauen Beobachter mit rötlichen Blattstielen.

Kultur

Athyrium distentifolium braucht es vorrangig sommerkühl und luftfeucht. Im Flachland sind diese Wünsche schwer zu erfüllen, was mit vergleichsweise kümmerlichem Wuchsverhalten quittiert wird.

Trockenstress ist unbedingt zu vermeiden, feuchte bis dauerhaft frische Bedingungen sind zwingend erforderlich.

An die Bodeneigenschaften werden in Kultur keine besonderen Anforderungen gestellt und im Grunde alle humosen, nicht übermäßig alkalischen Substrate toleriert. Gewünscht wird aber eine gute bis sehr gute Stickstoffversorgung.

Sorten:
  • Kupferstiel: Auslese mit rötlich-braunen Blattstielen, die an jungen Wedeln nahezu rot sind

Bilder












Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft
Staude
Farn
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
grün
hellgrün
ungiftig
unbedeutend
Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren Staudenfluren Gebüsche
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Asien
Kleinasien
befriedigend
Mittel
strukturbildender Gruppen-Solitär
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Silikat
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Feuchtgebüsche
Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Laubwälder
Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Nadelwälder
Fichtenwälder
Zwergstrauchreiche Tannen-Fichtenwälder
Blockschutthalden-Wälder
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren