Ammophila breviligulata / Blauer Strandhafer

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Ammophila breviligulata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Ammophila breviligulata: Der Blaue Strandhafer stammt aus den Weißdünen entlang der nordamerikanischen Pazifik- und Atlantikküste. Im Binnenland besiedelt er die Sanddünen entlang der Uferlinien der Großen Seen.

Ammophila breviligulata hat dort die gleiche ökologische Funktion wie der auch optisch ausgesprochen ähnliche Gewöhnliche Strandhafer an den Meeresküsten Europas.

Die in Europa als "Ammophila breviligulata" gehandelten Exemplare haben wenig Ähnlichkeit mit dem, was in Nordamerika als Ammophila breviligulata bezeichnet wird. Es scheint dort auch keine Kultivare zu geben, die den europäischen Exemplaren ähnlicher sehen. An dieser Stelle scheint daher eine weitere Vertiefung des Naturstandortes wenig erhellend.



"Ammophila breviligulata" nimmt rasch üppige Ausmaße an und hat umsich herum gerne Abstand zu anderen höheren Stauden. Lampenputzergras und Silber-Perowskie erfüllen diesen Wunsch hier vorbildlich.

Beschreibung: Der echte Blaue Strandhafer ist ein mit Hilfe langer Rhizome rasch in die Fläche drängendes Gras mit bläulich-grünem Laub. In sehr milden Wintern bleibt es lange grün, stirbt aber im Laufe ernster Frostphasen oberirdisch ab. Die Blüten-/Samenstände sind straff aufrechte, walzenförmige Ähren.

Das in Europa gehandelten Gras entwickelt dagegen streng horstige Wuchsformen aus bogig überhängendem, grau-blauem Laub. Das Laub ist sommergrün und die Horste erreichen rasch Höhen und Breiten von 100 (120) cm.

Die ebenfalls bogig überhängenden Blüten-/Samenstände erscheinen in beeindruckender Fülle im Hochsommer. Sie bleiben den Winter über stabil und zierend und stehen mehr aufrecht den überhängend.

Verwendungshinweise: Die grau-blaue Laubfärbung ist sehr attraktiv und den bekannteren, farblich ähnlich eindrucksvollen Blau-Schwingel oder Blaustrahlhafer mindestens ebenbürtig. Es entfaltet durch seine Wuchsgöße allerdings eine ganz andere optische Wucht.

Bei Regen neigen sich die Blütenstände stark zu Boden, was den Gesamteindruck etwas schmälert. Die von Samen entleerten Samenstände stehen über den Winter aufrechter und bleiben dies auch im feuchten Zustand. Generell kommen erhöhte Standorte oberhalb von Mauern oder an Steilhängen dem Habitus sehr entgegen.

Das Erscheinungsbild prädestiniert die Art für den Einsatz in sonnig-warmen Kies- und Steppenanlagen. Es lässt sich optisch nicht so gut mit gleichhohen Stauden vergesellschaften. Besser kommt es zur Geltung, wenn es als Solitär oder in weitläufigen Solitär-Gruppen zwischen niedrigen Gräsern und Bodendeckern steht. Gut geeignet wären z.B. bodendeckende Beifüße wie Artemisia schmidtiana oder die ungewöhnliche Form von Artemisia ludoviciana 'Silberteppich'. Als Gegengewicht könnten stimmig Solitäre von Yucca baccata dienen.

Eine sehr gute Idee ist der Einsatz in größeren Pflanzgefäßen, was sich auch für minimalistische Gestaltungsansätze bewährt.



Die Samenstände erscheinen oft geradezu übermäßig und man sieht den Horsten die Last durchaus an.

Kultur: Ammophila breviligulata funktioniert sehr zuverlässig auf allen gut drainierenden Sand- und lockeren Schotterböden in (voll-)sonnigen Lagen. Hier entwickelt es sich selbst auf sehr stickstoffarmen Substraten zügig und erreicht schon in der zweiten Vegetationsperiode fast seine Endgröße.

Nach der raschen Etablierung benötigt sie praktisch keine weitere gärtnerische Unterstützung. Allein die Verschattung durch hochwüchsige Begleiter würde mit der Zeit bedrohlich werden. Auf stickstoffarmen Substraten ist diese Gefahr allerdings gering.

Die Winterhärte ist in Mitteleuropa überall vollkommen ausreichend.

Die Vermehrung ist generativ leicht und zuverlässig möglich. Die Samen laufen, ohne dass ein Kältereiz erforderlich wäre, rasch und reichlich auf. Keimlinge reagieren erstaunlicherweise etwas empfindlich auf Trockenstress.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Zierwert Frucht
Staude
Gras
horstartig
60-100 cm Höhe
grün
Juli
August
zierend/strukturstark
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
sehr gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
zierende Winterstruktur
Steppen