Ammi majus / Große Knorpelmöhre

Ammi_majus_gro%c3%9fe_knorpelm%c3%b6hre_1812 Familie Apiaceae, Doldengewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Ammi majus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Ammi majus: Urwüchsige Vorkommen der Großen Knorpelmöhrefinden sich im gesamten Mittelmeerraum (Karte der europäischen Verbreitung). Sie reichen über den Iran und Irak bis zum Golf von Arabien und dem Horn von Afrika.

Als beliebte Gartenpflanze ist die Große Knorpelmöhre aber in Kalifornien, Mexiko, dem südlichen Südamerika, dem südlichen Afrika und sogar in Neuseeland verschleppt.

In Deutschland tritt sie unbeständig in kurzlebigen, von Einjährigen dominierten Ruderalfluren auf Stadtbrachen, in Randbereichen größerer Baustellen oder neu angelegten Straßenböschungen auf.

Ammi majus entwickelt sich optimal auf nahrhaften, basenreichen Mineralböden, die im Frühling frisch sind. Im Hochsommer können kurze Trockenphasen auftreten, die sich oft mit frischen, ja sogar kurzen Feuchtphasen abwechseln können.

Die lichtliebende Art bevorzugt außerdem stark wärmebegünstigte Standorte.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (7)



Ammi majus steht ab Mitte Juni in voller Blüte und wächst stetig weiter in die Höhe.

Beschreibung

Ammi majus ist eine horstige Einjährige, die unter optimalen Bedingungen 150 bis 180 cm Höhe erreichen kann. Wo die Stickstoffversorgung knapper ist oder schon im Frühling Trockenstress auftritt, bleibt sie deutlich niedriger.

Die grob gefiederten Blätter weisen einen leichten Stich in grau-bläuliche auf.

Die lockeren, schneeweißen Doldenblüten erscheinen sehr ausdauernd von Mitte Juni bis Mitte August. Spät im Jahr gekeimte Exemplare blühen auch bis Ende Oktober. Dabei sind die einzelnen Dolden schon sehr langlebig, es werden zudem aber auch fortwährend mit dem Höhenwachstum neue Dolden angesetzt.

Die Samenstände sind nicht sonderlich haltbar und auch nicht zierend.

Verwendungshinweise

Die Große Knorpelmöhre wartet in Mitteleuropa noch auf ihren gartenkulturellen Durchbruch. Sie hat aber keine echten Schwachstellen, außer dass ihre vergilbenden Blätter und die eher struppigen Samenstände ab Mitte August keine Augenweide mehr sind. Dafür hat sie aber auch eine ganze Reihe von Stärken, die eine häufigere Verwendung durchaus rechtfertigen würden.

Unbedarfte Betrachter mögen beim flüchtigen Blick an die Wiesen-Kerbel denken (Anthriscus sylvestris), die jedoch nicht die Höhen der Knorpelmöhre erreicht und v.a. bei weitem zeitlich nicht so ausgedehnt zu blühen weiß.

Man sollte tatsächlich nur günstige Standorte auswählen, um der Gefahr von Kümmerexistenzen oder gar Totalausfällen zu begegnen. Man darf dann die Höhenentwicklung der Art nicht unterschätzen. Halbhohe Begleiter sind optisch ungünstig. Besser sind echte Hochstauden, an die sich die Knorpelmöhre anlehnen und die sie mit ihren Blütengebilden im wahrsten Sinne umfloren kann.

Sinnvolle Partner sind u.a. Fenchel (Foeniculum vulgare), Wasserdost (Eupatorium maculatum), Vernonien (Vernonia arkansana) oder hohe Ziergräser wie die Ruten-Hirse (Panicum virgatum).

Man kann auch gut konsequent mit anderen kurzlebigen Stauden wie Garten-Duftnesseln (Agastache rugosa x foeniculum) , besser sogar noch der versamungsfreudige Anis-Ysop (Agastache foeniculum) oder Zweijährigen wie z.b. Wilde Karde (Dipsacus fullonum) oder das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) zurückgreifen. Das hat den Vorteil, dass langlebige Staudenpartner fehlen, die der Knorpelmöhre das Leben rasch ungemütlich machen. Der Betreuungsaufwand und die Anforderungen an einen kenntnisreichen Blick sind dennoch nicht zu unterschätzen.

Klassische Staudenbeete, hohe Rabatten und nostalgische Pflanzungen entlang von Zäunen und Grenzen bäuerlich-ländlicher Gärten sind das bevorzugte Refugium dieses interessanten Doldengewächses. An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass die Blüten kein auffälliger Insektenmagnet sind, wie man es von anderen Gattungsvertretern kennt.

Sie bietet sich auch für Neuanlagen an, um schon im ersten Jahr ansehnliche Blütenereignisse zu gewährleisten.



Interessante Zusammenstellung mit  Strauch-Wermut und Monarda 'Elsie´s Lavender im Vordergrund und Wilder Karde im Hintergrund

Kultur

Ammi majus sollte im Frühling nach den letzten echten Frostphasen direkt an Ort und Stelle ausgesäät werden. Man kann aber auch noch im Hochsommer aussähen, muss die Fläche dann aber durch Bewässerung frisch halten. Eine Vorkultur erzielt unbefriedigende Ergebnisse, da sich die Keimlinge ungern verpflanzen lassen. An sonnigen, dauerhaft frischen und konkurrenzarmen Stellen gelingt die Etablierung zuverlässig.

In Bestandsflächen ist die Selbstversamung nur erfolgreich, wo wenig durchwurzelte und nicht von Begleitstauden verschattete Bodenstellen zur Verfügung stehen. Es ist zwingend erforderlich, jährlich im Vorfrühling die Verdichtung der Pflanzflächen aktiv zu unterbinden, ansonsten fällt die Knorpelmöhre oft schon im zweiten Jahr aus.

Im Frühling sollten Trockenstressphasen vermieden werden, die Entwicklung wird sonst unwiederbringlich gelähmt. Im Hochsommer werden kürzere Trockenphasen dann klaglos hingenommen.

An die Bodeneigenschaften werden geringe Anforderungen gestellt. Anlehmige Sandböden werden gleichermaßen toleriert wie schwere Lehmböden.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
100-150 cm Höhe
weiß
Juni
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Südeuropa
Süd-Osteuropa
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
befriedigend
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
konkurrenzschwach
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Rabatte
Insektenweide
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren