Artemisia x arborescens (Artemisia arborescens) // Strauch-Wermut, Beifußbäumchen

Familie Asteraceae, Kobblütler
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Artemisia x arborescens (Artemisia arborescens)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Artemisia x arborescens (Artemisia arborescens)

Artemisia x arborescens ist eine Hybride zwischen dem mediterranen Artemisia arborescens und dem auch in Mitteleuropa heimischen a class="simple_sm" href="http://galasearch.de/plants/10913-artemisia-absinthium" target="_blank">Artemisia absinthium. Artemisia arborescens kommt nahezu im gesamten Mittelmeerraum vor. In Teilen Frankreichs ist er eingebürgert.

Sie steigt von den Tieflagen bis in etwa 500 m üNN auf. Einstellige Frostgrade können im Winterhalbjahr gelegentlich auftreten.

Besiedelt werden Viehtriften, Wegränder, Straßenböschungen und gestörte, ruderale Plätze im Umfeld von Siedlungen.



Naturstandort (Sardinien): verblühtes Exemplar mit Trockenstress im Hochsommer

Die Standorte sind (voll-)sonnig und im Hochsommer von Trockenstress geplagt. Die skelettreichen, gerne stickstoff- und basenreicheren Mineralböden sind gut drainiert, halten die Winterniederschläge aber hinreichend lange, um den Strauch-Wermut bis zum Frühsommer zur Blüte und Samenansatz kommen zu lassen. Die Sommerdepression übersteht die Art dann nicht selten gänzlich blattlos und allein auf die verholzten Triebe reduziert.

Beschreibung
Artemisia arborescens ist ein wintergrüner Halbstrauch mit verholzenden Trieben. Die Wildform erreicht am Naturstandort zwischen 60 und 140 cm Höhe und wird nahezu ebenso breit. Sie neigt zur Ausbildung kleiner Gebüsche.

Das Laub ist silbrig-grau-grün und fein gefiedert. Es verströmt einen angenehmen, würzig-vanilleartigen Geruch. Bei Berührung setzt es wahre Geruchsexplosionen frei. Der bittere Geschmacksanteil der meisten Verwandten fehlt weitgehend. Es kann gut als mildes Gewürz und sogar frisch auf Brot verwendet werden.

Die Blütenstände mit den kleinen, gelben Röhrenblüten sind ohne ausgewiesenen Zierwert, stören aber auch nicht weiter. Sie erscheinen in Mitteleuropa im Hochsommer.

Im Handel ist praktisch nur die Form 'Powis Castle' erhältlich. Sie verholzt weniger, blüht nur in sehr warmen Sommern und wächst stark in die Breite und weniger in die Höhe. Da sich die niederliegenden Triebe gerne bewurzeln, entstehen buschige Kissen von etwa 60-70 cm Höhe. Sie wird im Handel sowohl als "Artemisia arborescens x absinthium" als auch unter "Artemisia arborescens" geführt



Als silbrige Matrix mit Salvia viridis

Verwendungshinweise
Der Strauch-Wermut ist ganz sicher ein ansehnliches Gewächs. Wo die extrem wintermilden Klimabedingungen oder außergewöhnliche Sonderstandorte dies zulassen, ist er eine interessante Bereicherung der Palette an graulaubigen Beifüßen.

Natürlich ist er auch ansehnlicher als Artemisia absinthium-Auslesen wie 'Lambrook Silver', die ohne regelmäßigen Rückschnitt früher oder später meist einen ungepflegten Eindruck hinterlassen. Außederm sind die lieblich-aromatischen Duftwolken eines "gestreichelten" Strauch-Wermuts unvergessliche Erlebnisse.

Wo der erforderliche Kulturaufwand geleistet werden kann, fügt sich Artemisia x arborescens gut in alle sonnig-warmen Mittelmeer-Thematiken ein und kann sowohl mit mediterranen Halbsträuchern als auch mit "Steppen-Gräsern" stimmig kombiniert werden.

Als Küchenkraut passt es auch in Kräutergärten. Man sollte aber den Platzbedarf nicht unterschätzen, der ohne großzügig eingeräumte Pflanzabstände kleineren Kräutern rasch zum Verhängnis werden wird.

Für größere Pflanzgefäße als Solitär oder auch in Mischbepflanzung z.B. mit kräftigen Ziergräsern ist der Strauch-Wermut ebenfalls eine gute Wahl. Im Grunde ist dies - bei weitgehend frostfreier Überwinterung - sogar die sinnvollste Verwendung.



'Powis Castle' Mitte Juli aus einem Vorjahres-Steckling. Im Hintergrund stehen Großen Knorpelmöhren und Wilde Karde.

Kultur
Die eingeschränkte Winterhärte ist der limitierende Faktor für diese eigentlich sehr robuste Art. Selbst in ausgesprochen wintermilden Regionen Mitteleuropas sollte nie auf den zusätzlichen Schutz eines geschlossenen Innenhofes oder der Wärmeabstrahlung einer süd-orientierten Gebäudefassade verzichtet werden. Schon wenige Minusgrade lassen die Sträucher bis auf die Basis zurückfrieren. Es dauert dann bis zum Sommeranfang, bis überhaupt wieder nennenswertes Wachstum zu verzeichnen ist. Die ursprüngliche Größe wird oft nicht wieder erreicht.

Grundsätzlich empfiehlt sich auch bei ausgepflanzten Exemplare die helle, frostfreie Überwinterung. Man muss dabei auch kein sonderliches Aufheben machen. Je weniger Wurzelballen man beim Ausheben verbleiben lässt, desto stärker muss halt der Rückschnitt erfolgen. Der Verlust wird im Folgejahr zügig kompensiert. Alternativ nimmt man im Spätsommer Stecklinge und überwintert diese (s.u.)

Artemisia x arborescens entwickelt sich sehr rasch: 'Powis Castle' vier Monate nach der Pflanzung:



Auch im Sommerhalbjahr sind wärmebegünstigte, möglichst sonnige Standorte für eine optimale Entwicklung erforderlich.

Dem Strauch-Wermut bekommen gelegentliche, kurze Trockenphasen ganz gut. Trockenstress ist aber nicht zwingend erforderlich für einen kompakten Wuchs. In längeren Durstphasen leidet das Erscheinungsbild durch die Reduktion von Blattmasse sogar. Auf dauerhaft frischen, gut drainierten, lockeren Mineralböden in voller Sonne entstehen die prächtigsten Exemplare.

Ein gelegentlicher Rückschnitt der Triebspitzen während des Sommerhalbjahres sorgt für eine reichere Verzweigung und kompakteren Wuchs.

Die Vermehrung erfolgt sehr zuverlässig über halb ausgereifte Stecklinge. Auch Triebe mit Bodenkontakt bewurzeln sich rasch. Über Absenker kann man dies auch forcieren. Diese zierlicheren Exemplare kann man bei Platzmangel auch zur frostfreien, hellen Überwinterung nutzen.

Sorten:
  • Faith Raven: Wild-Auslese aus den Bergen Kretas, wie die Wildform, gilt als etwas frosthärter als die übrigen Wildformen (bislang nicht im deutschen Handel, selbst in Groß Britannien erhält man stattdessen oft 'Powis Castle')
  • Powis Castle: relativ frosthart, aber keineswegs winterhart, 50-80 cm hoch und deutlich breiter werdend, nie oder höchstens spärlich blühend (Handelsstandard)
  • Bilder









    'Powis Castle'



    'Powis Castle'



    'Powis Castle'












    'Powis Castle'



    'Powis Castle'






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    gelb
    grau-grün
    silbrig
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    ausgeprägt
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    frostfreie Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    Warmlagen
    Europa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    Afrika
    Nordafrika
    gut
    Mittel
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Rabatte
    Insektenweide
    Nebensortiment
    Belaubung Lebensbereich
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren