Allium suaveolens / Wohlriechender Lauch

Familie Amaryllidaceae, Amaryllisgewächse
Pflanzen pro qm 50.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Allium suaveolens: Der Wohlriechende Lauch weist räumlich mehr oder weniger separierte Vorkommen in Nord-Ost-Frankreich und Nord-Italien, in der nördlichen Schweiz bis in das erweiterete deutsche Alpenvorland und über die submontanen Lagen der österreicheischen Alpen bis zum Balkan und Griechenland auf (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland konzentrieren sich die wenigen, aber meist individuenreichen Populationen auf die Fluss- und Stromtäler des Alpenvorlandes, der südlichen Schwäbischen Alb sowie des südlichen Bayerischen Waldes. Die Vorkommen sind leicht rückläufig und gelten als gefährdet.



Individuenreicher Bestand von Allium suaveolens am Fuß eines Alpinariums

Die wärmeliebende Allium suaveolens ist eine Kennart der feuchten bzw. stark wechselfeuchten Pfeifengras-Wiesen auf extrem basenreichen, sehr stickstoffarmen Niedermorböden bzw. Lehm- und Tonböden.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (8)  Reaktion (9)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Allium suaveolens ist ein horstiger, sommergrüner Geophyt mit rhizomartigen Zwiebeln. Er erreicht Wuchshöhen in Blüte zwischen 20 und 50 cm.

Die kugeligen Blütenstände sind blass alt-rosa. Sie stehen an einem langen, runden Stiel und verströmen einen angenehmen, süßlichen Duft. Die Blütezeit reicht von Ende August bis Anfang Oktober.

Die grünen, unterseits gekielten Laubblätter verströmen bei Beschädigung einen typischen Lauchgeruch.

Blätter und Blüten sind essbar und können für Kräuterquarks oder als Salatbeilagen verwendet werden.

Der sowohl optisch als auch ökologisch sehr ähnliche Kantige Lauch hat einen - der Name deutet es schon an -kantigen Blütenstiel. Die Blüten des Wohlriechenden Lauch weisen zudem Staubgefäße auf, die die Blütenkrone überragen. Sie haben dadurch eine "puscheligere" Erscheinung.

Verwendungshinweise

Allium suaveolens spielt in der Gartenkultur keine nennenswerte Rolle. Er ist aber zuverlässig als Saatgut erhältlich und kann mit Mühe und hohem Kostenaufwand auch als Topfballen im Versandhandel bezogen werden.

Allium suaveolens hat eine der spätesten Lauchblüten und ist schon insofern eine Bereicherung, die häufiger kultiviert werden sollte. Abgesehen davon ist ein individuenreicher, größerer Bestand der Art ein wirklich entzückender Anblick.

Sehr schön kommt die Art im frischen bis feuchten Alpinarium in Verbindung mit Felsen zur Geltung.

Aber auch für naturhafte Feuchtwiesen-Situationen, die sich am Naturstandort orientieren, ist sie erste Wahl. Idealerweise greift man hier auf niedrigere Begleiter wie Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe), Pracht-Nelke (Dianthus superbus), Geflecktem Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) oder Echtem Ziest (Stachys officinalis). Die Einbindung in eine Matrix aus Moor-Pfeifengras (Molinia caerulea) rundet das Erscheinugnsbild glaubhaft ab.

Im Kräutergarten spielt der Wohlriechende Lauch derzeit noch am ehesten eine Rolle und ist hier eine interessante Erweiterung für die Abteilung Schnittlauch und Schnitt-Knoblauch,

Kultur

Allium suaveolens ist hinsichtlich der Standortansprüche in Kultur ziemlich flexibel und toleriert auch frische, ja sogar gelegentlich abtrocknende Standorte.

Die Art kann auf allen denkbaren Bodenarten kultiviert werden, soweit die Bodenreaktion nicht in den sauren Bereich abdriftet. Die Böden müssen - zumindest im konkurrenzarmen Kräutergarten - auch nicht sonderlich stickstoffarm sein, da günstigere Bedingungen durchaus in üppigeres Wachstum umgesetzt werden können.

Der kritische Anspruch betrifft dagegen den relativ hohen Lichtbedarf. Je sonniger er steht, desto günstiger. V.a. im Verbund mit anderen Wiesenpflanzen sollten nur voll-sonnige bis sonnige Lagen gewählt werden, um die Lichtkonkurrenz zu entschärfen.

Der Bezug von Topfballen ist unter kostengesichtspunkten nur in Ausnahmefällen wirtschaftlich. Da nur individuenreiche Situationen restlos zu überzeugen wissen, empfiehlt sich die Anzucht aus Saatgut. Dies funktioniert zuverlässig und kann im Kräuterbeet auch direkt erfolgen. Für Wiesen ist es sinnvoller, die Sämlinge mindestens eine Vegetationsperiode vorzukultivieren. Die Art benötigt mindestens drei Jahre, bis sie ihre standörtlich mögliche Endgröße erreicht.

Bilder









Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
rosa
rosé-weiß
September
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
frisch
wechselfeucht
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
sehr gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Niedermoore
Kleinseggenriede
Wiesen Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Feuchtwiesen
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Steingarten/Alpinum
Insektenweide
Wiese/Prärie
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Alpinum
Wiesen