Campanula rotundifolia // Rundblättrige Glockenblume

Familie Campanulaceae, Glockenblumengewächse
Pflanzen pro qm 50.00
Wikipedia Campanula rotundifolia
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Campanula rotundifolia

Die Rundblättrige Glockenblume ist in ganz Europa, Sibirien und Nordeuropa in vielfältigen Lebensräumen von der Tieflage bis in montane Lagen verbreitet.

Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz ist sie nahezu flächendeckend in allen Naturräumen vertreten.

Die zarte Art ist auf mageren, lichten Standorten erstaunlich durchsetzungsfähig.

Die unterschiedlichen Lebensräume verbindet v.a. die Stickstoffarmut und die mehr oder weniger sandigen Böden. Ansonsten kommt die Art gleichermaßen auf sauren wie basenreicheren, recht trockenen bis feuchten, (voll-)sonnigen bis halbschattigen Standorten vor.

Campanula rotundifolia ist häufig in sauren Borstgras-Rasrasen, in Trockenrasen aller Art, in montanen, basenreichen Schneeheide-Kiefern-Wäldern, in Blut-Storchschnabel-Säumen, lichten Stellen bodensaurer Eichenmischwälder sowie im magerem Wirtschaftsgrünland.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (5)  Kontinentalität (-)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (2)

Mit Sand-Thymian auf einer beweideten Binnendüne bei Kiel.

Beschreibung
Die Rundblättrige Glockenblume ist eine sommergrüne Staude. Sie entwickelt durch kurze Ausläufer breite, lockere Horste. Bei fehlender Konkurrenz entstehen auch rasige Bestände.Die Wuchshöhe liegt zwischen 20 und 30 cm.

Die himmelblauen Glockenblüten erscheinen zahlreich und ausdauernd von Juni bis August. Sehr selten treten auch weiße Blüten auf.

Auch Tuffsteine lassen sich relativ problemlos mit Campanula rotundifolia bestücken. Aufgrund des geringen Wurzelraumes ist hierbei die Aussaat (mit Bewässerung!) die zuverlässigste Etablierungsform.

Verwendungshinweise
Campanula rotundifolia ist ein ganz reizender, zarter Glockenblumenvertreter. Sie macht sich v.a. in naturhaften Wiesen im Verbund mit zarten Horstgräsern und anderen Magerrasenvertretern wie Arznei-Thymian, Gewöhnlichen Grasnelke, Heide-Nelke und Sand-Strohblume sehr schön.

Überzeugend ist sie auch in Alpinarien oder gemischt bepflanzten Steintrögen. Sie ähnelt hier der alpinen Zwerg-Glockenblume. Anders als diese nimmt sie Trockenstress aber nicht krumm.

Campanula rotundifolia am Rande einer Weide über anmoorigem Sandboden auf der Schleswig-Holsteinischen Geest.

Kultur
Die zarte Art ist zuverlässig und vergleichsweise robust. Sie kommt mit fast allen Kulturbedingungen zurecht, solange sich die Verschattung in Grenzen hält.

Auf nahrhafteren Böden entwickelt sie sich üppiger und blüht auch etwas kräftiger. Pflegeleichter ist sie aber auf ausgesprochen mageren Böden, wo sie von wüchsigen Konkurrenten nicht weiter bedrängt wird.

Auf konkurrenzarmen Standorten mit offenen Bodenstellen versamt sie sich meist zuverlässig selbst und kann dann rasch größere Bestände entwickeln.

In größeren Kulturbeständen treten früher oder später auch weiß blühende Individuen auf. Diese versamen sich aber meist nicht rein-weiß.

Sorten:
  • Thumbell Blue: etwas kräftiger blaue Blüten mit leichten Violtettstich, kompakter im Wuchs
  • White Gem: Auslese mit sortenechten, rein-weißen Blüten, sonst wie die Art

  • Detail von Blüten und Knospen.

    Bilder






























    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    weiß
    hell-blau
    blau
    Juli
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    trocken
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
    sehr arme Böden
    arme Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Sibirien
    sehr gut
    Mittel
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    aspektbildender Flächenfüller
    Frischwiesen
    Trockenrasen Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche
    Sandtrockenrasen
    Bodensaure Borstgrasrasen
    Submediterrane Halbtrockenrasen
    Silikat
    Kalk
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Trockene Sandheiden
    Bergheiden
    Besenginsterheiden
    Wacholdergebüsche
    Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
    Dünen-Gebüsche
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Laubwälder
    Trockenhang-Kalk-Buchenwälder
    Eichenwälder
    Bodensauere Eichenmischwälder
    Steppen-Eichenwälder
    Felshang Flaumeichenwälder
    Subkont. Kiefern-Eichenwälder
    Nadelwälder
    Kiefernwälder
    Sand-Kiefernwälder
    Kiefern-Steppenwälder
    Schneeheide-Kiefernwälder, kalkreich
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    für Pflanzgefäße geeignet
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Wiesen
    Felssteppen
    Heiden
    Gehölzrand/Staudenfluren