Rubus fruticosus // Echte Brombeere

Familie Rosaceae, Rosengewächse
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Rubus fruticosus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Rubus fruticosus

Die Brombeere ist ein formenreicher Artenschwarm, dessen botanische Systematik ausgesprochen diversifiziert ist. Die Formenvielfalt ist durch Hybridisierungsvorgänge entstanden, aus denen durch Selbstfruchtbarkeit eigenständige, sich stabil versamende Klone hervorgegangen sind. 

Der Rubus-Fruticosus-Artenschwarm ist auf der gesamten Nordhalbkugel in den gemäßigten Klimaten verbreitet. In Deutschland fehlt er praktisch in keinem Naturraum.

Die meisten Formen besiedeln sonnige Gehölzränder und Waldlichtungen. An standörtlich vergleichbaren, gestörten Orten wie Straßen- und Bahndämmen, alten Kiesgruben oder Stadtbrachen entwickeln sich oft ausgedehnte, undurchdringliche Brombeer-Gebüsche.

Die Standorte sind mehr oder weniger frisch, nahrhaft und bevorzugt basenreich.



Naturstandort entlang eines breiten Waldweges

Beschreibung
Rubus fruticosus ist ein aus Sicht der Botaniker unzulässiger Name, für die Gartenkultur muss man an dieser Stelle aber die Problematik nicht weiter vertiefen.

Die Brombeere ist ein sommer- bis wintergrüner Halbstrauch. Er entwickelt verholzende Triebe, die im zweiten Jahr blühen und fruchten und danach absterben.

Die langen, bogig überhängenden Jahrestriebe bauen sich im Verbund mit den unterirdischen Ausläufern bei den meisten Wildformen entweder zu undurchdringlichen Matten auf oder klimmen mit Hilfe ihrer Dornen spreizklimmend an anderen Gehölzen und sonstigen Rankhilfen in die Höhe. Klimmend können gut 400 (500) cm Höhe erreicht werden.

Bei Bodenkontakt bewurzeln sich die einjährigen Triebe. Diese Vermehrungsform spielt für die Vermehrung der Fruchtsorten die größte Rolle. Daneben treiben die meisten Formen mehr oder weniger lange Wurzelausläufer.

Die weißen Blüten erscheinen im Mai. Die bekannten Brombeerfrüchte sind zunächst grün, dann rot und nehmen bei zunehmender Fruchtreife im Hochsommer eine glänzend-schwarze Färbung an. Man findet über einen längeren Zeitraum alle Reifestadien gleichzeitig vor. Reife Brombeeren haften praktisch nicht mehr am Stil und lassen sich mühelos abziehen. Unreif geerntete Beeren reifen nicht mehr nach.



In milden Wintern bleibt das Laub haften.

Die getrockneten Blätter können für die Zubereitung von Tee verwendet werden. Aus ihnen werden auch Medikamente u.a. zur Stillung von Schleimhautblutungen und zur Behandlung entzündlichen Hautveränderungen gewonnen.

Fruchtsorten der Brombeere sind heute mehr oder weniger dornenlos.

Verwendungshinweise
Die Wildformen der Brombeere sind nicht verwendungswürdig. Die meisten sind unangenehme Wucherer, die einen Garten unter unförmigen, früher oder später undurchdringlichen Strauchgebilden begraben können.

Im Garten spielen einzig die zivilisierten Fruchtsorten eine Rolle, denen zudem mit Hilfe von Gerüsten, Drähten und Rosenscheere Ketten angelegt werden.

Da die Kultur nicht ganz unaufwändig ist, bzw. einige Grundkenntnisse erfordert, empfiehlt sie sich vorrangig für den passionierten Gartenliebhaber.

In der Kultur- und v.a. Schnittführung einfachere Alternativen sind die wenig bekannten Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius), die Brombeer-Himbeer-Hybride 'Dormand Red' und die Tayberry oder die Multi-Hybride Boysenbeere.



Die Früchte verfärben sich von Grün über Himbeerrot zu Schwarz.

Kultur
Brombeeren werden mittlerweile in ganz Deutschland mehr oder weniger stark von der Kirschessigfliege befallen. Ohne chemischen Pflanzenschutz ist diese in vielen Regionen nur mühselig zu bekämpfen. Es gibt daher Stimmen, die eher zum Verzicht auf die Kultur von Brombeeren und stattdessen zu Himbeeren (Rubus idaeus) oder die diversen Hybridformen raten.

Generell stellen Brombeeren aber geringe Kulturansprüche. Ideal sind locker-humose, neutrale bis schwach saure  Mineralböden mit frischem Wasserhaushalt ohne Staunässe. Für einen optimalen Fruchtertrag darf zwischen Blüte und Fruchtreife möglichst kein Trockenstress auftreten.

Sonnige bis licht halbschattige Expositionen sind ebenfalls zuträglich. Auf vollsonnigen Standorten treten in Hitzephasen mitunter unschöne Verbrennungen an den Früchten auf.

Die Pflanzung erfolgt zur Vermeidung von winterlichen Ausfällen vorzugsweise im Frühling. Setzt man die Topfballen einige Daumenbreit tiefer, werden meist mehr Grundruten ausgebildet. Bei den meisten Fruchtsorten sind 4-6 Ruten für den Fruchtansatz ideal. Wüchsige, stark rankende Sorten behalten bis zu 10 Ruten.

Frucht-Brombeeren werden an Drahtverspannungen, Zäunen oder auch an Wandspalieren aufgebunden. Die vorjährigen Ruten setzen in ihrem zweiten Jahr Blüten und Beeren an. Diese Tragruten werden nach der Ernte bodentief beseitigt.

Die einjährigen, sogenannten Jungruten entwickeln mehr oder weniger ausgeprägte Seitentriebe. Diese werden vor der Ernte zur Erleichterung der Arbeit eingekürzt, aber erst ab dem Spätwinter auf ein bis zwei Knospen zurückgenommen. An diesen Nebentrieben entsteht der neue Fruchtansatz.

Manchmal entstehen übermäßig kräftige, mastig wirkende Jungtriebe. Diese können etwa Anfang Mai bis auf ca. 15 cm zurückgeschnitten werden. Es entwickeln sich dann mehrere schwächere Seiten-Jungtriebe mit höherer Widerstandskraft gegen Fröste und Krankheiten.



Sehr romantische Situation mit Brombeeren und Weinreben am Spalier vor einer Feldsteinmauer.

Sorten:
  • Chester Thornless: Fruchtreife Ende August bis Anfang Oktober, breitwüchsig, halb-aufrecht, großfruchtig, rosa Blüte
  • Loch Ness: Fruchtreife Ende Juli bis Mitte September,  halb-aufrecht, großfruchtig
  • Loch Tay: Fruchtreife Mitte Juli bis Mitte August,  halb-aufrecht, großfruchtig
  • Navaho: Fruchtreife Ende Juli bis Ende September,  aufrecht, großfruchtig
  • Bilder









    Unreife Früchte












    Attribute

    Lebensform Sträucher/Bäume Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Strauch
    Halb-/Zwergstrauch
    Normalstrauch
    Kletterpflanze
    Klimmend
    breit ausladend
    weiß
    rosa
    Mai
    grün
    dunkel-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    frisch
    gut drainiert
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    organische Böden
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gebüsche
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    Sibirien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Amerika
    Nordamerika
    befriedigend
    Mittel
    Schlehen-Gebüsche
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Gehölzrand/Staudenfluren