Crocus vernus // Frühlings-Krokus

Familie Iridaceae, Schwertliliengewächse
Pflanzen pro qm 300.00
Wikipedia Crocus vernus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Crocus vernus

Der Frühlings-Krokus ist in mehreren Unterarten bzw. Kleinarten in den europäischen Gebirgen von den submontanen bis zu den subalpinen Höhenlagen verbreitet.

In Deutschland ist der Frühlings-Krokus v.a. in den östlichen Mittelgebirgen in frischen Wirtschaftswiesen und -Weiden unbeständig eingebürgert. Auch in den urbanen Räumen von Hamburg und Berlin gibt es nennenswerte Vorkommen. Hier dürften aber hybridisierte Formen eine wichtige Rolle spielen.

Die von Crocus vernus mittlerweile abgegrenzte Art Crocus albiflorus kommt in den bayerischen Alpen natürlich und relativ häufig vor. Sie besiedelt verschiedene frische Gebirgsrasen in sonnigen Lagen auf oft basenärmeren Böden.



Am Naturstandort in einer subalpinen Gebirgswiese

Die meisten Sippen des Frühlings-Krokus besiedeln sonnige Bergwiesen. Manche Sippen bevorzugen auch lichte, montane Laubwälder.

Die meist skelettreich-humosen Substrate sind mäßig nahrhaft bis nahrhaft. Einige Crocus-Vernus-Formen treten auch gerne an Viehlagerstätten auf, die sehr stickstoffreich sind. Die Bodenreaktion reicht von alkalisch bis schwach sauer.

Die Wasserversorgung ist im Frühling frisch bis sickerfeucht. Im Hochsommer können kürzere Trockenphasen auftreten.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (3)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (6)  Stickstoff (5)

Beschreibung
Crocus vernus ist ein vorsommergrüner Zwiebelgeophyt von etwa 10 cm Wuchshöhe. Durch Tochterzwiebeln entstehen kleine Horste, die sich durch Versamung mit der Zeit zu rasenartigen Beständen schließen. Die Zwiebeln sind stark giftig.

Die Blüten erscheinen im Flachland bereits ab Ende Februar. Die Zentralart hat violett-weiße bis tief-violette Blüten.

Die verschiedenen Sippen oder Kleinarten neigen auch am Naturstandort mehr oder weniger stark zur Bildung von Hybridformen. Die Variabilität der Erscheinungsformen ist daher hoch und eine sichere Artbestimmung nur Spezialisten vorbehalten.

Als wichtige Elternart der Großblumigen Krokusse ist sie in der Gartenkultur allegegenwärtig, während die botanische Art praktisch nicht im Handel ist. Lediglich Crocus albiflorus ist als "Crocus vernus ssp. albiflorus" mit etwas Mühe zu beziehen (s.u.).

Verwendungshinweise
Wäre Crocus vernus im Handel zu beziehen, würden sich Garten-Feinschmecker über die subtilen Unterschiede zu den Garten-Krokussen freuen. Dem durchschnittlich aufgeschlossenem Betrachter wird sich der Leckerbissen aber nicht weiter erschließen. Dies gilt im Grunde auch für Crocus albiflorus ("Crocus vernus ssp. albiflorus").

Wer jedoch ein konsequent naturnahes Alpinum mit botanischen Besonderheiten für das Sammlerherz sein Eigen nennen will, greift auf den Frühlings-Krokus zurück. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer, leichter zu beziehende Krokusse mit teilweise noch wesentlich deutlicherem Wildartencharme.

Kultur
Der Frühlings-Krokus ist ein robuster Zeitgenosse, der in sonnigen Lagen auf praktisch allen im Frühling frischen bis sickerfeuchten Mineralböden zuverlässig funktioniert.

Wird er in Wiesen und Rasen eingesetzt, sollte der erste Schnitt nicht vor Ende Mai/Anfang Juni erfolgen.

Die gezielte Vermehrung aus Saatgut erfolgt nach den Regeln für Kaltkeimer. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man ab Mitte September bis Ende November dicht und 3 bis 5 cm tief aussäät sowie die Samen vorher 24 Stunden in Wasser aufquellen lässt. Die Sämlinge laufen im zeitigen Frühling auf und bleiben bis zu ihrer zweiten Sommmerruhephase ungestört in der Saatschale.

Sorten:
  • ssp. albiflora: weiße bis hell-violett-weiße Blüten, mit und ohne dunkler Aderung. Eigentlich eigenständige Art, im Handel erhältlich


  • Fotos: mit freundlicher Unterstützung durch Biegun Wschodni (https://unsplash.com/@biegunwschodni)

    Bilder









    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Zwiebel/Knolle
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    bis 15 cm Höhe
    weiß
    violett
    März
    grün
    dunkel-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    stark giftig
    unbedeutend
    frisch
    wechselfeucht
    gut drainiert
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    alpin
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    befriedigend
    Sehr gering
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Silikat
    Kalk
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Lebensbereich
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Wiese/Prärie
    Raritäten/Saatgut
    Alpinum