Clematis tibetana // Tibet-Clematis

Familie Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Clematis tibetana
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Clematis tibetana

Die Tibet-Clematis ist in den Himalaya-Regionen von Pakistan, Nepal, Tibet und des westlichen Chinas heimisch.

Clematis tibetana wächst hier von der submontanen Stufe bis in die untere Alpinstufe, d.h. zwischen etwa 2.000 und 4.500 m üNN. Hier herrschen harsche Winter mit häufig tief zweistelligen Minusgraden, allerdings gemildert durch meist zuverlässige Schneedecken.

In den subalpinen Höhenstufen ist Clematis tibetana Bestandteil der Krummholzzone mit Kiefern und Rhododendren, die in den tieferen Lagen in lichte Tannen-, Birken- und Rhododendronwälder sowie in den submontanen Lagen in Lorbeerwälder übergehen.

Die Standorte sind vollsonnig bis licht halbschattig. Die feinerdereichen Fels- und Schottersubstrate drainieren gut, bleiben aber mehr oder weniger frisch. Die Stickstoffversorgung ist mäßig.



Die Samenstände von Clematis tibetana gehören zu den zierendsten im Reich der Waldreben.

Beschreibung
Clematis tibetana ist eine sommergrüner, mit rankfähiger Blätter kletternder Strauch. Er erreicht an Rankhilfen Wuchshöhen von 300 bis 400 cm.

Die mit nur etwa 3 cm Durchmesser relativ kleinen Blüten haben eine hängende Glockenform. Die Färbung ist variabel. Es kommen gelbliche, gelblich-braune und braun-rote Formen, in Sorten sogar schwarz-blaue Varianten vor. Die duftenden Blüten erscheinen ausdauernd und reichlich ab Ende Juni bis Mitte August.

Die Blüten setzen eine Vielzahl von Samen an, die ausgeprägt silbrig-weiße Pappusanhänge aufweisen. Sie überziehen die Tibet-Clematis vom Frühherbst bis weit in den Winter hinein mit einem sehr attraktiven Fruchtschmuck.

Unter den Vertretern der "Clematis-Orientalis-Gruppe" ist Clematis tibetana die insgesamt attraktivste. Die ähnlichen Clematis tangutica ud die namensgebende Clematis orientalis zeigen einen etwas stärker wirren Habitus bei oft geringerer Blühfreude.

Verwendungshinweise
Clematis tibetana ist eine ganz ungewöhnliche, sehr aparte Erscheinung, die dem Clematis-Thema eine ganz eigene Note verleiht. Sie schafft es, gleichermaßen exotisch wie natürlich zu wirken.

Sowohl die Blüten als auch der Samenschmuck sprechen unbedingt für die Verwendung der Art. Sie kann z.B. sehr gut den Platz der beliebten Clematis alpina einnehmen. Man kann beide auch kombinieren und sich die weit versetzten Blühzeitpunkte zunutze machen.

Clematis tibetana eignet sich sogar ganz gut für die Kultur in großen Kübeln auf geräumigen Balkonen und Terrassen.

Sehr schön ist sie auch in größeren Alpinarien an steilen, sonnigen Felshängen. Sie kann hier halb hängend, halb bodendeckend  oder größere Felsen überwachsend eingesetzt werden.

Auch die Kombination mit aufrechten, kleineren Sträuchern als Rankunterlage ist möglich. In etablierte Altsträucher ist sie aber aufgrund des Wurzeldrucks nur noch schwer einzubringen.



Die kleinen Blüten sind sehr apart und erscheinen meistens sehr zahlreich.

Kultur
Clematis tibetana ist eine der winterhärtesten Clematisarten. Sie ist dazu robust und neigt nicht zum Kränkeln. 

Sie steht gerne sonnig und leidet unter höheren Sommertemperaturen nicht weiter. Licht halbschattige Situationen sind noch brauchbar, bei noch weitergehender Verschattung kümmert sie. Trockenstress und Staunässe solten gleichermaßen vermieden werden.

Gut geeignet sind allerlei Gartenböden mit guter innerer Wasserhaltefähigkeit und gleichzeitig gutem Abzug überschüssigen Porenwassers. Die Stickstoffversorgung muss nicht sonderlich hoch sein. Eine Kompostgabe im Frühling wird aber positiv aufgenommen.

Clematis tibetana gehört zur Rückschnittgruppe 3, d.h. sie kann im Winter bis auf 30 oder 50 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden. Der dadurch angeregte, kräftige Neuaustrieb im Frühling legt die Grundlage für eine reichen Flor im Sommer.

Üblicherweise wird dieser Schnitt im Spätherbst vorgenommen. Aufgrund des Winterschmucks der Samenstände empfiehlt es sich aber, bei Clematis tibetana damit bis etwa Ende Februar zu warten. Der Schnitt muss aber klar vor dem Neuaustrieb erfolgen. Hat man den Zeitpunkt verpasst, lässt man sie lieber mal ein Jahr ohne Schnitt weiterwachsen.



An den versammelten Fruchtständen kann man ermessen, wie viele Blüten im Sommer mitunter getrieben wurden.

Sorten:
  • Black Tibet: blau-scharze Blüte, wüchsig
  • var. tanguica: gold-gelbe Blüten, wüchig
  • var. vernayi: gelbliche Blüten, wüchsig
  • Bilder






    var. vernayi



    var. vernayi



    var. vernayi



    var. vernayi

    Attribute

    Lebensform Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung Zierwert Frucht
    Strauch
    Kletterpflanze
    Rankend
    gelb
    bräunlich/schwarz
    Juli
    August
    grün
    zierend/strukturstark
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    vorhanden
    frisch
    gut drainiert
    nicht austrocknend
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Zentral-Asien
    sehr gut
    Gering
    strukturbildender Solitär
    verträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    für Pflanzgefäße geeignet
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Nebensortiment
    sommergrün
    zierende Winterstruktur
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren