Erigeron acris / Scharfes Berufskraut

Erigeron_acris_gew%c3%b6hnliches_scharfes_berufskraut_2 Familie Asteracae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Erigeron acris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Erigeron acris: Das Scharfe Berufskraut ist mit Ausnahme der Mittelmeerinseln in ganz Eurasien in einer ganzen Reihe von Unterarten weit verbreitet (Karte der europäischen Verbreitung). In Nordamerika kommt das Scharfe Berufskraut von nahezu ganz Kanada bis in die nördlichen USA vor.

In Deutschland ist die Art ebenfalls nicht selten und kommt ohne nennenswerte Verbreitungslücken vor. Im Tiefland und in der Hügelstufe liegt der Vorkommensschwerpunkt, mit zunehmender Höhenlage tritt die Art sukzessive zurück.

Erigeron acris ist eine Kennart der Halbtrockenrasen auf ausgesprochen mageren Kalksubstraten. Recht stetig tritt die Art auch in flachgründigen Sand- und Felsrasen auf.

Die Standorte sind meist vollsonnig, mindestens aber sonnig.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG
Licht (9)  Temperatur (5)  Kontinentalität (7)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)



Niedrigwüchsiger Bestand in einer Magerweide. Noch Mitte September stehen hier Blüten und Pappus-Fruchtstände nebeneinander.

Beschreibung: Das Scharfe Berufskraut hat ungewöhnlich flexible Lebensformen und kann sowohl als kurzlebig-ausdauernde Staude, als mit einer Rosette grün überwinternde Zweijährige oder als einjähriger Therophyt auftreten.

Auch die Wuchshöhe kann standortbedingt stark variieren. Auf mageren, trockenen Standweiden erreicht sie nur 5-10 cm Höhe, an Standorten ohne nennenswerte Stressfaktoren sind 50 bis 70 cm die Regel.



Viele Schnecken der Trockenrasen entfliehen der bodennahen Tageshitze und suchen Schutz in "luftiger" Höhe dieses Samenstandes.

Die kleinen, weißlich-fleischfarbenen Blüten sind eher unauffällig und bleiben in ihrer Zierwirkung deutlich hinter den kugelrunden, strohig-weißen Pappusfrüchten zurück.

Die Hauptblütezeit liegt im Juni. Je nach Bewirtschaftungsform und -Zeitpunkt finden sich auf Wiesen und Weiden aber auch Mitte September noch blühende Exemplare, oft direkt neben bereits fruchtenden Individuen. Die Fruchtstände treten ab etwa Mitte Juli auf und beginnen im Früherbst zu zerfallen.

Die rosettig angeordneten Grundblätter und auch die spärlichen, kleinen Stengelblätter sind je nach Unterart mehr oder weniger samtig behaart.

Verwendungshinweise: Erigeron acris spielt in der Gartenkultur bislang keine Rolle und ist selbst als Saatgut nur unter größten Mühen zu beziehen.

Zweifellos bedarf es eines unvoreingenommenen, innovativen Blickes, um den Gartenwert der Art zu erkennen. Die über Monate hinweg zierenden Samenstände sind aber eindeutig eine Augenweide vor dunklen Hintergründen oder/und in Gegenlichtpositionen. Schöne Kontraste ergeben sich auch zusammen mit dunklen Samenständen wie z.B. denen des Oreganos (Origanum vulgare).

Idealerweise setzt man die Art auf etwas erhöhten Standorten wie kleinen Hügeln oder oberhalb von Trockenmauern ein.

Sehr stimmig ist das Scharfe Berufskraut in betont naturhaften Magerwiesen und in steppenartigen Anlagen. Niedrige Steppengräser wie Glanz-Lieschgras (Phleum phleoides) und andere kurzlebige Hungerkünstler wie Golddistel (Carlina vulgaris), Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense) oder auch der Acker-Rittersporn (Consolida regalis) erzeugen selten gezeigte Gemeinschaften. Sie benötigen aber die Aufmerksamkeit eines kundigen Betreuers!

Ungewöhnliche Aspekte können auf der anderen Seite in klar durchkomponierten Anlagen erzielt werden. Es gereicht dem Scharfen Berufskraut zum Vorteil, wenn die Gartensituation keinen Zweifel daran zulässt, dass seine Anwesenheit einem eindeutigem  gärtnerischen Willen entspringt.



In Kultur ist es schwierig wirklich stickstoffarme Substrate anzubieten. Selbst auf reinem Sand wird dieses Exemplar gut doppelt so hoch wie an Naturstandorten.

Kultur: Erigeron acris benötigt in erster Linie möglichst sonnige Standorte. Unter Gartenbedingungen ist es ansonsten in einem weiten Standortspektrum leicht zu kultivieren.

Günstig sind durchlässige Mineralböden aller Art, von reinen Sand- und Kiesböden über Schottersubstrate bis hin zu skelettreichen oder sandigen Lehmböden mit guter Basenversorgung.

Stickstoffreiche Substrate kann das Scharfe Berufskraut sehr gut in kräftiges Höhenwachstum umsetzen und ist dadurch im Garten nicht so konkurrenzschwach, wie es der Naturstandort vermuten ließe. Allerdings ist es rasch nicht mehr ausreichend standfest.

Will man die Art dauerhaft im Garten halten, muss man im Herbst oder zeitigen Frühling dafür sorgen, dass die Pflanzflächen nicht verfilzen und hinreichend offene Bodenstellen für den Keimerfolg erhalten bleiben. Andernfalls fällt die Art doch recht schnell aus.

Die Etablierung als Direktsaat ist bei Neuanlagen oder lückigen Pflanzflächen eine sehr zuverlässige Methode. Eine Vorkultur ist gemeinhin nicht erforderlich.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
zweijährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
30-60 cm Höhe
weiß
Juni
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
Amerika
Nordamerika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
Trockenrasen Alpine Felsfluren Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Einsatzbereich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Kalk
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Trockene Sandheiden
Wacholdergebüsche
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Heidegarten
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke 8-15 cm
Substratstärke über 15 cm
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
Alpinum
Felssteppen
Steppen
Heiden