Trifolium pratense / Wiesenklee, Rotklee

Familie Fabaceae, Schmetterlingsblütler
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Trifolium pratense
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Trifolium pratense: Der Rotklee ist vom Nord-Westen Afrikas über ganz Europa bis Zentral-Sibirien, das Zentrale China und die Himalaya-Region urwüchsig verbreitet. Als wichtige Wisen-Futterpflanze ist er aber auf allen Kontinenten eingebürgert (Karte der Gesamtverbreitung).

In Mitteleuropa ist Trifolium pratense flächendeckend häufig und fehlt in kaum einer wiesen- oder rasenartigen Fläche. Er ist eine Kennart der Grünlandgesellschaften. Seine ökologische Amplitude ist hier ungewöhnlich breit und man findet ihn in mesophilen Glatthafer-Wiesen, in Feucht- und Nasswiesen, (wechsel-)feuchten, stickstoffarmen Pfeifengras-Wiesen, in Halbtrockenrasen und armen, bodensauren Borstgrasrasen. Auch in mesophilen Saumgesellschaften z.B. im Übergang von Gehölzen zu Wiesen und Weiden findet er sich zuverlässig ein.



In Frischwiesen kann Trifolium pratense aspektbestimmende Bestände entwickeln.

Die Unterart Trifolium pratense ssp. nivale steigt in den Alpen bis in die alpine Stufe auf und wächst hier in Bergfettweiden.

Das verbindende Element dieser so unterschiedlichen Habitate ist der hohe Lichtgenuss und die regelmäßige bis gelegentliche Mahd bzw. Beweidung.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (-)  Kontinentalität (3)  Feuchte (-)  Reaktion (-)  Stickstoff (-)



Weiße Blüten sieht man am Wiesenklee selten.

Beschreibung

Trifolium pratense ist eine wintergrüne, horstige Staude. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 50 cm, bleibt in Mähwiesen oder Weiden aber meist niedriger.

Die Laubblätter sind dreiteilig gefingert und weisen mehr oder weniger deutlich abgesetzte, hell-grau-grüne Zeichnungen auf.

Die kugelköpfigen Blütenstände sind aus einer Vielzahl kleiner Lippenblüten zusammengesetzt. Die Farbe ist rosa-rot. Die abgebühten Blütenstände nehmen eine rost-braune Färbung an. Die Blütezeit reicht je nach Schnittregime von Anfang Juli bis Ende September. Der tiefe Total-Rückschnitt nach dem ersten Blütenflor sorgt zuverlässig für kräftige Neublüte.

Aus den bei Hummeln sehr begehrten Blüten werden Heiltees hergestellt.

Wiesen-Klee ist eine bedeutsame Futterpflanze in landwirtschaftlichen Saatgutmischungen. Hier kommen die auf Ertrag und Eiweißreichtum optimierte Züchtungen zum Einsatz. Auch in Saatgutmischungen für die Gründüngung spielt die Art eine wichtige Rolle, da sie wie viele Schmetterlingsblütler über Knöllchenbakterien in den Wurzel Luftstickstoff pflanzenverfügbar machen kann.

Verwendungshinweise

Der Rot-Klee spielt in der Gartenkultur keine Rolle, obwohl er einen ansehnlichen Blütenflor und bei genauer Betrachtung sogar panaschiertes, im Detail apartes Laub zu bieten hat.

Sein Kernproblem ist sicherlich, dass er so häufig in der freien Landschaft anzutreffen ist und er aufgrund seiner standörtlichen Wahllosigkeit keine klare Botschaft zu senden vermag. Er teilt damit in gewisser Weise das Schicksal des Löwenzahns, der eigentlich die perfekte Gartenpflanze ist: unerschütterlich robust, ewig anhaltender Blütenflor und zierende Samenstände.

Dagegen wiegen die etwas unschön bräunlich abblühenden Blütenstände weniger schwer und man könnte unter anderen Umständen sicher darüber hinweg sehen.

Wenn man dennoch einen Einsatz in Erwägung zieht, dann für blütenreiche Frischwiesen, die etwa zweimal im Jahr gemäht werden.Er darf hier tatsächlich nicht fehlen und kann z.B. mit Achillea millefolium, Lathyrus pratensis, Rumex acetosa, Trifolium repens, Veronica chamaedrys, Alchemilla vulgaris oder Carum carvi wunderbare Blütenwiesen erzeugen.

Für die extremeren Ausprägungen der Wiesengesellschaften auf nassen oder trockenen Standorten finden sich soviele standörtlich charakteristische, gartenwürdige Alternativen, dass man nicht auf den Rotklee angewiesen ist. Er würde hier auch eher irritieren und die Charakteristik verunklaren.



Die verblühten Blütenstände sind höchstens mäßig attraktiv, die trockenen Blütenkronen helfen den an ihnen haftenden Samen aber bei der Windverfrachtung.

Kultur

Trifolium pratense kann man es im Garten kaum unrecht machen.

Lediglich verschattete Situationen behagen ihm gar nicht. Deshalb weiß er es auch zu schätzen, wenn er mitsamt seiner höherwüchsigen Wiesenbegleiter zwei- oder dreimal im Jahr gemäht wird. Ohne Schnitt ist er zudem sehr anfällig für Mehltau.

Der Wiesenklee ist praktisch nur als Saatgut im Handel. Dieses wird entweder bei Neuanlagen im Herbst bis zeitigem Frühjar direkt ins Freiland ausgebracht. Auch eine zeitlich entsprechende, dem Winterverlauf ausgesetzte Vorkultur ist natürlich gut möglich und reduziert den Saatgutbedarf.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
rot
rosa
Juli
August
September
grün
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
wechselfeucht
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
alpin
Nordeuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Zentral-Asien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Niedermoore
Wiesen Trockenrasen Alpine Felsfluren Staudenfluren Einsatzbereich
Nasswiesen
Feuchtwiesen
Frischwiesen
Bodensaure Borstgrasrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Silikat
Kalk
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Insektenweide
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Alpinum
Wiesen
Felssteppen