Carex elongata

Carex_elongata_walzen-segge Name Walzen-Segge
Botanischer Name: Carex elongata
Familie Cyperaceae, Sauergräser
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Carex elongata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Carex elongata ( Walzen-Segge): Carex elongata hat ein ausgesprochen weites Verbreitungsgebiet, das im wesentlichen das gesamte gemäßigte Eurasien umfasst. Im südlichen Europa ist die Walzen-Segge seltener (Karte der Gesamtverbreitung).

In Deutschland hat die  Walzen-Segge ihren Vorkommensschwerpunkt in der Norddeutschen Tiefebene. In den Mittelgebirgsregionen ist sie nur zerstreut anzutreffen und auf die großen Flusstäler konzentriert.

Carex elongata ist eine Kennart der Erlen-bruchwälder, ist aber auch in grundfeuchten, meist (an-)moorigen Hartholz-Auwäldern und in Weidensümpfen anzutreffen.


Naturstandort unter Strauchweiden zusammen mit Schlangenwurz (Calla palustris)

Die Standorte sind schattig bis licht halbschattig und sehr feucht bis nass. In der Regel werden die Wuchsorte ein- bis zweimal im Jahr auch flach überstaut bzw. weisen generell stark schwankende Nässegrade auf.

Die Bodenreaktion ist alkalisch bis schwach sauer. Die oft anmoorige Humusschicht ist in der Regel so mächtig, dass der Wurzelhorizont den Mineralboden nicht erreicht.

Die Stickstoffversorgung ist mäßig bis gut.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   ... zur Legende
Licht (4)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (9)  Reaktion (7)  Stickstoff (6)

In Gemeinschaft mit Sumpf-Schwertlilien:



Beschreibung

Die wintergrüne Carex elongata wächst streng horstig mit bogig überhängendem, schmalem Laub. Alte Exemplare erreichen auf guten Standorten bis zu 80 cm Wuchshöhe und Breite, in der Regel bleibt es aber bei bis zu 60 cm.

Die ährigen Blütenstände im April sind unauffällig und nicht nennenswert zierend.

Die Pflanzen wachsen am Naturstandort überwiegend etwas erhöht auf alten Baumstümpfen oder in den Sumpf gefallenen Baumstämmen. Sie bleiben hier von Überflutungen verschont und profitieren dennoch vom feuchten Bodensubstrat. Gelegentlich kann man sie sogar auf alten, im Wasser treibenden Baumstämmen finden.

Verwendungshinweise

Carex elongata wird gärtnerisch praktisch nicht verwendet und ist nur im Spezialhandel erhältlich. Dabei ist sie eine der schönsten heimischen Seggen.

Sie wäre unter rein ästhetischen Aspekten erste Wahl für alle naturhaft gestalteten Feuchtstellen unter Laubbäumen und leicht bis stärker beschattete Gewässerufer. Allerdings kümmert sie in Kultur auf Mineralböden (s.u.).

Durch ihren streng horstigen, nicht zu ausladenden Wuchs ist sie auch für kleinere Wassertröge eine gute Wahl. Sie kann generell als Matrix gut mit anderen Sumpfstauden vergesellschaftet werden, wirkt aber in minimalistischen Ansätzen auch in Reinkultur apart.

Idealerweise wird die Pflanzdichte so gewählt, dass die einzelnen Exemplare auch im Alter als Individuen erkenbar bleiben.



Walzen-Seggen mit Rauhreif-Schmuck im Weidensumpf

Kultur

Die Walzen-Segge ist nur auf dauerfeuchten bis nassen, rein organischen oder wenigstens extrem humosen Böden sinnvoll kultivierbar. Auf zu geringe Humusgehalte im Bodensubstrat reagiert die Walzen-Segge übellaunig. Auf humusarmen, ja selbst relativ humusreichen Mineralböden wächst sie kümmerlich und wirkt chlorotisch. Etwas besser funktioniert sie auf (Laub-)Komposterde.

Sie entwickelt sich eher träge und man muss ihr aufdringliche Begleiter eine ganze Weile lang vom Laibe halten. In schattigeren Lagen gelingt dies leichter.

Wenn die Wasserversorgung gewährleistet ist, kann die Art auch sonnig kultiviert werden. Trockenstress sollte generell vermieden werden, er ist der Vitalität sehr abträglich.

Wählt man in Anlehnung an den Naturstandort alte Baumstümpfe als Wuchsort, müssen diese dauerhaft im Wasser stehen.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
horstartig
30-60 cm Höhe
bräunlich/schwarz
April
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
wechselfeucht
nass
nicht austrocknend
feucht
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
organische Böden
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Stillgewässer
Kalkreich
Mesotroph
Nährstoffreich
Moorgewässer
Quellfluren
Moore und Sümpfe Wiesen Gebüsche Wälder Einsatzbereich
Niedermoore
Kleinseggenriede
Nasswiesen
Feuchtgebüsche
Laubwälder
Feuchtwälder
Erlenbruchwälder
Auwälder
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Wasserrand/Sumpf