Pastinaca sativa / Gewöhnlicher Pastinak, Hammelmöhre

Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak 11 Familie Apiaceae, Doldenblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Pastinaca sativa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Pastinaca sativa: Der Gewöhnliche Pastinak ist vermutlich von Natur aus in ganz Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Als sehr alte Kulturpflanze lässt sich das ursprüngliche Verbreitungsgebiet aber nicht mehr sicher herleiten. Heute findet man sie auch in Süd- und Nordmerika, Asien, Nord- und Osteuropa sowie im Norden und Süden Afrikas.

In Deutschland ist Pastinaca sativa mit kleineren Verbreitungslücken nahezu flächendeckend vertreten. In der Schweiz ist die Art bis in die submontane Stufe überall mehr oder weniger häufig, in die subalpine Stufe dringt sie dagegen nur ausnahmsweise vor.



Ruderalflur mit Pastinak, Seifenkraut (Saponaria officinalis) und Rainfarn (Tanacetum vulgare).

Der Gewöhnliche Pastinak besiedelt vorrangig Möhren-Steinkleefluren, wärmeliebende  Eselsdistel-Fluren, ruderalisierte Wirtschaftswiesen und gelegentlich Kalk-Ackergesellschaften, mitunter auch basenreiche Halbtrockenrasen.

Als Standort werden skelettreiche, gut drainierte Lehmböden mit guter Basen- und eher mäßiger Stickstoffversorgung bevorzugt. Die Wuchsorte sind oft wärmebegünstigt und voll-sonnig bis sonnig. Im Hochsommer trocknen die Böden gelegentlich mehr oder weniger stark ab.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG   ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (5)



Massenbestand im Ackerrandstreifen

Beschreibung: Pastinaca sativa ist eine Zweijährige, seltener auch kurzlebige Staude. Sie wächst aus einer verdickten, tiefreichenden Rübe streng horstig. Je nach Standortgunst erreicht sie Wuchshöhen von 40 bis 130 cm.

Das Laub ist frisch-grün und grob gefiedert. Die grünlich-gelben, doldigen Blütenstände erscheinen im Juni. Die eigentliche Blütezeit dauert nur eine gute Woche. Allerdings sind die jungen Samen ebenfalls grünlich-gelb, sodass die Zierwirkung ziemlich ausdauernd ist. Zudem sind die Samenstände den Winter über struktrustabil und recht zierend.

Die gesamte Pflanze duftet aromatisch. Die Rübe wird seit dem Altertum gegessen und war in Mitteleuropa bis zum Einzug der Kartoffel ein bedeutendes Grundnahrungsmittel.

Die Laubblätter und Samen werden als Gewürz verwendet, ähnlich wie Liebstöckel (Levisticum officinale) oder Fenchel (Foeniculum vulgare).



In Halbtrockenrasen sieht man die Hammelmöhre seltener.

Verwendungshinweise: Pastinaca sativa spielt in der Gartengestaltung keine Rolle und wird nur als Gemüse kultiviert. Entsprechend ist sie nur als Saatgut bzw. als Rübe im gut sortierten Gemüsehandel erhältlich.

Der Pastinak stellt dennoch eine ansprechende Variation des Fenchel-Themas dar, ist wegen seiner Kurzlebigkeit aber ein weniger stetiger Begleiter. Zumindest in detailreichen bäuerlichen Gärten sollte der engagierte Gärtner über eine Verwendung auch mal im Staudenbeet oder am Wegesrand nachdenken.

Passend ist er generell auch in blütenreichen Wildstaudenfluren und Blütenwiesen. Sein über den gesamten Hochsommer zierenden Blüten-/Samenstände mit dem zurückhaltendem, grün-gelben Farbton lassen sich hervorragend zu kühlen Blau- und Silbertönen kombinieren (s.o.). Ansprechend sind auch Verbindungen mit Weiß und echtem Gelb.

Entsprechende Partner vom ruderalen Naturstandort wären hier z.B. Garten-Feinstrahl (Erigeron annuus), Wilde Möhre (Daucus carota), Rainfarn (Tanacetum vulgare) und Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum).



"Naturidentische" Kombination mit Pastinaca sativa var. sativa, Natternzunge (Echium vulgare), Eselsdistel (Onopordum acanthium) und Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus).

Kultur: Der Gewöhnliche Pastinak kann unkompliziert und zuverlässig über Saatgut etabliert werden, wenn ausreichend offene Bodenstellen zur Verfügung stehen. Die Aussaat kann hier gefahrlos direkt an Ort und Stelle im Herbst oder im März erfolgen, die Keimrate ist sehr hoch. Die Sämlinge lassen sich gegebenenfalls aber auch problemlos verpflanzen.

Ebenfalls möglich ist auch die Etablierung über das Stecken einer Rübe im Frühling. Es ist darauf zu achten, dass der Blattschopf nicht zu tief zurückgeschnitten wurde, es müssen Knospen oder alte Stengelansätze erkennbar sein.

Hat er Fuß gefasst, benötigt er in möglichst sonnigen Lagen keine weitere gärtnerische Aufmerksamkeit. Für die dauerhafte Selbstversamung darf die Begleitvegetation nicht zu übermäßig verfilzen. Generell ist die Selbstversamung aber ausgesprochen zuverlässig und mitunter auch lästig.

Stauende Feuchte ist ungünstig, gelegentlicher sommerlicher Trockenstress dagegen unproblematisch.

Im Gemüsebau erfolgt die Aussaat im Laufe des März, die Erntephase beginnt dann ab Oktober.



Mit Weißem Steinklee, Wilder Möhre und Rainfarn

Sorten:
  • ssp. sativa var. pratensis: Wildform mit schlanker Rübe
  • ssp. sativa var. sativa: Kulturform mit verdickter Rübe



Pastinaca sativa im Reigen zierender Samenstände u.a. von Wilder Karde, Rasen-Schmiele, Garten-Reitgras und demnächst auch Arkansas-Scheinaster

Bilder





Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak 11
var. pratensis


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak (9)
var. sativa


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak (5)
var. pratensis


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak (2)
var. pratensis


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak (7)
var. pratensis


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak (6)
var. pratensis


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var. pratensis


Pastinaca sativa gew%c3%b6hnlicher pastinak p1100098
var. pratensis

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
zweijährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
gelblich-grün
gelb
Juni
grün
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
vorhanden
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
organische Böden
poröser Schotter
kalk-/basenreich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
gut
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Wiesen Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Frischwiesen
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
für Pflanzgefäße geeignet
Klostergarten
Rabatte
Insektenweide
Raritäten/Saatgut
sommergrün
zierende Winterstruktur
Lebensbereich
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren