Brassica oleracea // Gemüse-Kohl

Familie Cruciferae, Kreuzblütengewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Brassica oleracea
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Brassica oleracea: Der Gemüse-Kohl kommt in der Wildform ursprünglich entlang der Atlantikküste Frankreichs und den Küsten der Nordsee vor. Infolge der jahrhundertelangen Anbautraditionen im Gemüsebau ist er aber in verschiedenen Formen in weiten Teilen auch des europäischen Binnenlandes verwildert (Karte der Gesamtverbreitung).

Das einzige urwüchisge Vorkommen des wilden Gemüsekohls in Deutschland findet sich auf Helgoland. Daneben ist er in den mittel- und süddeutschen Wärmeregionen, entlang der Elbe sowie in Hamburg und Berlin eingebürgert.



Mit der Wildform haben weder die Zier-, noch die Gemüseformen noch größere Ähnlichkeiten. Typisches Arangement mit Einfachblühende Dahlien und Rohr-Pfeifengras.

Die primären Vorkommen finden sich an lehmigen Steilküsten, felsigen Kliffs oder sandigen bis kiesigen Ablagerungen entlang der unmittelbaren Küstenlinien.

Im Binnenland findet man ihn in ruderalen, von Einjährigen geprägte Unkrautgesellschaften und in etwas ausdauernderen Eselsdistel-Fluren auf Stadtbrachen, den Erdhaufen großer Baustellen, in Kiesgruben oder entlang von Wegen und Straßen.



In dieser Rabatte aus Sommerblumen werden die Vorzüge des Grünkohlverwandten 'Nero di Toscana' ideal eingesetzt.

Die Standorte sind mehr oder weniger vollsonnig, sommerwarm und wintermild. Die meist humusarmen Böden sind oft mineralische Rohböden von (stark) alkalischer Reaktion. Es werden aber im Zweifel auch saure Böden besiedelt. Die Stickstoffversorgung ist dagegen generell hoch bis sehr hoch.

Aufgrund der regelmäßigen Niederschläge entlang der europäischen Küstenregionen sind selbst Fels- und Kiesstandorte frisch und fallen selten trocken. Kräftige Lehmböden z.B. an Steilküsten sind aufgrund der steilen Hanglagen gut drainiert.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (7)  Kontinentalität (2)  Feuchte (5)  Reaktion (-)  Stickstoff (8)



Kräftige Kontraste sind ein konsequenter Anwendungsfall: 'Redbor' vor Japan-Zwergschilf 'Aureola'

Beschreibung: Brassica oleracea ist in der Wildform eine relativ ausdauernde Staude. Die fleischigen Blätter sind grau-grün und erreichen Wuchshöhen von etwa 40 bis 60 cm.

Der Blütenstand mit den rapsähnlichen, schwefel-gelben Einzelblüten erhebt sich auf günstigen Standorten 100 bis 120 cm in die Höhe. Die Blütezeit liegt im Hochsommer, bei überwinterten Exemplaren aber auch schon gegen Ende April.

Die Art ist insgesamt variabel und vermutlich Teil eines kleinen Artenschwarms mit nahen Verwandten entlang der gesamten europäischen Küstenregionen.

Wild- wie die ersten Kulturformen werden seit der Antike angebaut und seidem sind eine Vielzahl an Gemüsekohl-Sorten hinzugekommen (s.u.). Diese werden einjährig kultiviert.



Auch Gemüseformen wie der Rotkohl können bei aufgeschlossener Betrachtung reizvolle Gestalten sein.

Die Verwendung als Zierpflanze und die gezielte Auslese von Ziersorten ist dagegen neuzeitlichen Ursprungs. In der Regel kommen die Ziersorten wie die Gemüsesorten im zweiten Jahr zur Blüte und sterben dann ab. Manche Auslesen überstehen aber den ersten Winter schon nicht und werden daher in Mitteleuropa wie Einjährige behandelt.

Verwendungshinweise: Wer einen ernsthaft auf den Anbau von Nahrungsmitteln ausgerichteten Nutzgarten unterhält, wird an der einen oder anderen Form des Gemüsekohls schwerlich vorbeikommen.

Anders stellt sich dies für die Zierformen dar. Sie finden sich eigentlich nur in Sommerrabatten und Wechselflorbepflanzungen wieder. Insbesondere mit Palmkohl-Formen kann man exaltierte, ja sogar atemberaubende Pflanzungen erzeugen, die immer ein wenig an Ikebana mit Wurzeln erinnern. Das kann aber durchaus anregend sein und der Phantasie sind hier kaum Grenzen zu setzen. Konsequent ist auch die Verwendugn in größeren, mischbepflanzten Kübeln. Die Kombination mit sommerblühenden Gräsern wie z.B. (Pennisetum advena) oder graulaubigen Beifüßen wie Artemisia absinthium 'Silver Frost' sehen über das ganze Sommerhalbjahr hinweg gut aus.

Die häufiger zu sehenden kopfigen Zierkohle mit ihren teilweise abenteuerlich bunten Blättern werden gerne in symetrischen, mitunter barock anmutenden Verbänden eingesetzt. Beim Publikum erzeugt dies meist großes Entzücken.

Kombiniert man Zierkohl mit ausdauernden Stauden, muss man den Jungpflanzen im Frühling immer ausreichend Wurzelraum verschaffen, um nicht ausgehungert zu werden.

Die Wildform ist mit ihren ausladenden, leuchtend gelben Blütenständen im Grunde auch eine hübsche Erscheinung, wird allerdings in den meinsten Fällen einen gewissen "Unkraut-Duktus" nicht recht los. Wirklich überzeugend ist er aber in Nachbildungen der unmittelbaren Meeresküstenvegetation. Zusammen mit natürlichen Begleitern wie Echtem Meerkohl (Crambe maritima) und dem nur mit Rhizomsperren zu bändigenden Strandroggen (Leymus arenarius)  entstehen sehr ungewöhnliche Bilder von kargem Charme.



Kohlrabi hat dagegen optisch wenig zu bieten, überzeugt aber geschmacklich umsomehr.

Kultur: Kohl wünscht sich in all seinen Erscheinungsformen nahrhafte, frische Böden und vollsonnige Standorte. Werden diese Grundbedürfnisse erfüllt, funktioniert er zuverlässig.

Die Aussaat der Ziersorten erfolgt auch bei den frostharten Sorten erst gegen Ende Mai, um die spätere Ausfärbung zu intensivieren. Frostempfindliche Sorten auf Basis des Palmkohls können erst nach den Eisheiligen ins Freiland gesetzt oder gepflanzt werden.

Viele Ziersorten können an etwas geschützten Standorten über den Winter gebracht werden, ohne das die Blattschönheit allzusehr leidet. Sie setzen dann im Juli Blüten an und sterben ab.



Der Rosenkohl ist ebenfalls nicht sonderlich hübsch - und steht zumindest bei Kindern auch geschmacklich meist nicht hoch im Kurs.

Sorten:

Ziersorten, Kopfformen

  • Coral Prince: lockere Kopfform mit stark gezackten Blatträndern, rein-weißes Zentrum
  • Coral Queen: lockere Kopfform mit stark gezackten Blatträndern, rötlich-pinkes Zentrum
  • Nagoya: offene Kopfform, grau-grüne Außenblätter und weißes oder rosa-rotes Zentrum, krause Blattränder
  • Osaka: offene Kopfform, grau-grüne Außenblätter und weißes bis pinkfarbenes Zentrum, krause Blattränder
  • Peacock: lockere Kopfform mit stark geschlitzten Blättern, weiße und weinrotes Zentrum
  • Rose Bouquet: offene Kopfform, grau-grüne Außenblätter und rosa-rotes Zentrum, glatte Blattränder
  • Sunrise: kleine, offene Köpfe an langen Stielen, creme-weißes Zentrum mit rosa Innenblättern, in der Aufwuchsphase bis zum Grund beblättert und alle Blätter bläulich-grau-grün, absterbende Stengelblätter müssen händisch entfernt werden
  • Tokyo: offene Kopfform, grau-grüne Außenblätter und rosa-violettes Zentrum, glatte Blattränder
  • var. botrytis Grafitti: Blumenkohl mit gedeckt violettem Blütenkopf
  • White Lady: offene Kopfform, grau-grüne Außenblätter und creme-weißes Zentrum, krause Blattränder

  • Ziersorten, Blattformen

  • var. sabellica 'Acephal Scarlet': tief-dunkel-braun-grüne, runzelige Blätter mit gekrausten Rändern
  • var. sabellica 'Nero di Toscana': tief-dunkel-blau-grüne, runzelige Blätter in palmenartiger Anordnung
  • var. sabellica 'Redbor': dunkel-olive-grüne, tief-violett geaderte Blätter mit stark gekrausten Rändern, Austrieb junger Blätter grünlich-violett überlaufen



  • Die fraktale Geometrie des Romanesco zieht das menschliche Auge in seinen Bann.

    Gemüse-Sorten

  • convar. botrytis: Romanesco, grüne, broccoliartige Blütenstände
  • convar. capitata var. alba: Weißkohl
  • convar. capitata var. alba fo. conica: Spitzkohl
  • convar. capitata var. rubra: Rotkohl
  • convar. capitata var. sabauda: Wirsing
  • var. botrytis: Blumenkohl, verzehrt werden die verdickten Blütenstände
  • var. gemmifera: Rosenkohl
  • var. gongylodes: Kohlrabi, verzehrt wird der rübenartig verdickte Spross
  • var. italica: Broccoli, verzehrt werden die verdickten Blütenstände
  • var. medullosa: Mehrstammkohl, in Deutschland v.a. als Viehfutter und Gründüngung
  • var. palmifolia: Palmkohl, dunkle, runzelige, ausladende Blätter, sehr wüchsig und oft über 100 bis 200 cm hoch, zierend
  • var. sabellica: Grünkohl
  • var. viridis: Blattkohl, große Blätter an aufrechten, verholzenden "Stämmen", 100 bis 160 cm hoch
  • Bilder






    Redbor



    Rosenkohl



    Rosenkohl



    Rotkohl



    Rotkohl



    Wirsing









    Acephal Scarlet



    Grünkohl



    Kohlrabi



    Nero di Toscana



    Nero di Toscana



    Redbor



    Redbor



    Weißkohl



    Romanesco

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    einjährig
    zweijährig
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    gelb
    Juli
    grün
    hellgrün
    dunkel-grün
    blau-grün
    grau-grün
    silbrig
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    rötlich
    zierende Herbstfärbung
    bräunlich
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    unbedeutend
    frisch
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
    Tiefland
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    befriedigend
    Hoch
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Dünen
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Nebensortiment
    sommergrün
    winter-/immergrün