Sarcococca hookeriana (Sarcococca humilis) / Himalaya-Fleischbeere, Schleimbeere

Familie Buxaceae, Buchsbaumgewächse
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Sarcococca hookeriana (Sarcococca humilis)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sarcococca hookeriana: Die Himalaya-Fleischbeere kommt in der zentralen Himalaya-Regionen vor.

Sie besiedelt den Unterwuchs von lichten bis dichten Wäldern auf humosen, skelettreichen Mineralböden. Die Bodenreaktion reicht von alkalisch bis sauer.

Die Wasserversorgung ist frisch, durch die mitunter intensive Wurzelkonkurrenz mit den Waldbäumen können aber auch Phasen mit Trockenstress eintreten. Das Verbreitungsgebiet ist insgesamt eher niederschlagsarm, allerdings fällt der Großteil der Niederschläge im Sommerhalbjahr.

Die Winter sind kalt und recht trocken, es reicht jedoch für den Aufbau einer schützenden Schneedecke. Sie mildert den Einfluss der nicht selten zweistellig negativen Temperaturen.



Schöner Bestand von Sarcococca hookeriana var. humilis im Alpinarium

Beschreibung: Sarcococca hookeriana ist ein immergrüner Klein- bis Zwergstrauch. Er ist trägwüchsig.

Die Normalform erreicht Wuchshöhen von bis zu 150 cm. Im Handel sind vorwiegend die aufrecht wachsende Sarcococca hookeriana var. digyna, die als winterhärter als er Typ gilt, sowie die niedrigere, langsam in die Fläche wachsende Varietät Sarcococca hookeriana var. humilis. Sie entwickelt durch Ausläufer breite Gebüsche bis flächige Polster wird nur zwischen 30 und 70 cm hoch.

Das Laub ist lanzettlich und steht durch den gedrungenen, kompakten Wuchs sehr dicht.

Von Ende Dezember bis Ende März erscheinen in den Blattachseln kleine, büschelig angeordete, weiße Blüten. Sie sind eher unscheinbar, verströmen aber einen starken,  lieblichen Duft.

Im Frühling werden schwarze Beeren gebildet, die nicht selten 12 Monate am Strauch verbleiben. Sie sind wie die übrigen Pflanzteile auch stark giftig.

Verwendungshinweise: Sarcococca hookeriana ist im Handel problemlos erhältlich, wird aber ziemlich selten verwendet. Sie ist zwar von zurückhaltender Erscheinung, kann aber aber in nicht wenigen Situationen gewinnbringend eingesetzt werden.

In großflächigem Einsatz unter alten Baumbeständen lassen sich kontemplative, etwas statische aber niemals langweilige Flächen entwickeln. In Verbindung mit Waldgräsern, Farnen oder Waldstauden lässt sich die Statik nahezu beliebig modifizieren. Am anderen Ende der Skala, in naturhaften, dynamischen Waldpflanzungen stellen einzelne, am Besten organisch in Form geschnittene Sacococca-Polster schöne Widerlager als Elemente der Kontrolle dar.

Die Himalaya-Fleischbeere kann aber auch in betont formalen Gärten als Buchsbaum-Ersatz verwendet werden, entweder, um das Thema interessant zu variieren, oder weil die Anfälligkeit des Buchbaums für Kalamitäten vielerorts ein unkalkulierbares Ausfallrisiko darstellt.

Selbst in Pflanzugefäßen stellt Sarococca als Formschnitt ein stilvolles, repräsentatives Element dar. Die Gefäße sollten im Winter nicht völlig durchfrieren.



Früchte des Vorjahres stehen oft neben den Blüten des Folgejahres.

Kultur: Sarcococca hookeriana ist nach der Etablierung robust, die dichten Bestände machen Wildkräutern das Eindringen zumindest auf nicht zu stickstoffreichen Böden in schattigeren Lagen schwer.

Die Art ist sehr Wurzeldruckverträglich und kann auch auf dem unmittelbaren Wurzelteller von Großbäumen eingesetzt werden. Die Etablierungsphase ist hier allerdings etwas langwieriger, zwei bis drei Jahre ist Bewässerung in Trockenphasen erforderlich. Das Blattwerk wird hier auch meist nicht so dicht wie auf konkurrenzärmeren, weniger von Trockenstress geplagten Standorten.

Gegenüber der Bodenbeschaffenheit ist die Art ebenfalls tolerant. Ideal sind humose, skelettreiche Lehmböden mit schwach alkalischer bis schwach saurer Bodenreaktion. Bei gleichmäßig frischer Wasserversorgung entwickeln sich die Sträucher am vitalsten. Gelegentlicher Trockenstress oder zeitweise feuchte Bedingungen werden aber gut vertragen. Übermäßige Bodenfeuchte oder gar Nässe ist dagegen ungünstig und vergilbendes Laub ist die Folge.

Die Art ist außerdem gut schattenverträglich, ist aber auch im sehr lichten Halbschatten noch problemlos einsetzbar. Wird ihr die Sonneneinstrahlung zu viel, reagiert sie mit dem Verlust von Blattchlorophyll und damit dem Wandel der eigentlich tief-grünen zu gelblich-grünen Blättern.

Die Winterhärte ist im Tiefland in ganz Mitteleuropa befriedigend. Lang anhaltende Barfröste und Wintersonne können Frost-/Trockenschäden verursachen. Die Sträucher regenerieren sich aber normalerweise willig wieder.

Besonders schöne Bestände/Exemplare entstehen, wenn nach der Blüte im Frühling ein leichter Formschnitt durchgeführt wird.

Die Vermehrung aus Samen ist zuverlässig möglich, es können sogar immer mal wieder einzelne Sämlinge im Garten auftreten. Für die Aussaat muss der Fleischkörper entfernt werden und die Keimung unter luftfeuchten, dauerhaft frischen Bedingungen eingeleitet werden.

Daneben können auch halb ausgereifte Kopfstecklinge bewurzelt werden.

Sorten:
  • var. humilis: 30 bis 70 cm hoch, durch Ausläufer mit der Zeit bodendeckend, oft rötlich überlaufene Triebe, seltener im Handel
  • var. digyna: aufrechter Wuchs ohne Ausläufer, bis 150 cm hoch, schmale Blätter mehr oder weniger gegenständig, purpur-rot überlaufene Triebe, gilt als die winterhärteste Form (handelsüblich)

Bilder






var. humilis



var. humilis



var. humilis

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
Strauch
Halb-/Zwergstrauch
Klein-Strauch
bodendeckend
30-60 cm Höhe
rosé-weiß
Januar
Dezember
grün
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
ausgeprägt
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Zentral-Asien
gut
Gering
strukturbildender Gruppen-Solitär
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
Duftgarten
Duft ausgeprägt
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hecken
Schnitthecke
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Nebensortiment
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Alpinum
Gehölzrand/Staudenfluren