Muscari latifolium // Breitblättrige Traubenhyazinthe

Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 100.00
Wikipedia Muscari latifolium
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Muscari latifolium:

Die Breitblättrige Traubenhyazinthe stammt aus mediterran geprägten Bergregionen der Türkei. Sie wächst in montanen Vegetationszonen in Höhenlagen zwischen 1.000 und knapp 2.000 m bevorzugt in lichten, von Pinus nigra oder Pinus sylvestris dominierten Nadel und Mischwäldern vor.



Muscari latifolium zusammen mit Muscari azureum und Muscari armeniacum

Die Standorte sind sonnig bis halbschattig. In den heißen Sommermonaten fallen die meist feinerdereichen, auch humosen und basenreichen Schotterböden oftmals trocken und sind nur im niederschlagsreichen Winter und Frühling frisch.

Im Winter liegen die mittleren Tagestiefsttemperaturen im Januar bei etwa -5 Grad, zweistellige Minusgrade sind keine Seltenheit.



Breitblättrig, zweifarbig, unverwechselbar: Breitblättrige Traubenhyazinthe

Beschreibung: Muscari latifolium ist ein vorsommergrüner Zwiebelgeophyt von 15 bis 25 cm Wuchshöhe. Sie gehört zu den kräftigsten Traubenhyazinthen und neigt kaum zur Ausbildung von Tochterknollen.

Die Art fällt im Vergleich zu den übrigen kultivierten Muscari-Arten durch ein oder zwei, sehr breite Laubblätter auf. Die Blattfärbung ist leicht bläulich-grün.

Charakteristisch ist auch der zweifarbige Blütenstand. Er blüht von unten nach oben auf und die kleinen, glockigen Einzelblüten verfärben sich dabei von hellem violett-blau bis mittelblau zu schwarz-violett. Die Blütezeit beginnt ab Anfang April und reicht ungewöhnlich ausdauernd bis Anfang Mai. In einem kühlen April erstreckt sich die Blütezeit über gut vier Wochen.



Die Art ist im Bezug recht günstig und versamt sich, so dass sie sich für eindrucksvolle Massenbestände eignet. Hier blüht sie zusammen mit Narcissus triandrus 'Thalia'

Verwendungshinweise: Muscari latifolium hat unter den Traubenhyazinthen einen sehr ansprechenden, zumindest auf den zweiten Blick eigenständigen Habitus. Ihre Zuverlässigkeit, Wuchskraft und Blütenausdauer macht sie zu einem der vorzüglichsten Frühlingsgeophyten.

Auch diese Muscari eignet sich insbesondere für ländliche Gärten. Ein stimmiger Blütenpartner ist hier z.B. Anemone blanda.

Die Breitblättrige Traubenhyazinthe wird aber seltener verwendet und ist weniger stark mit romantisch-lieblichen Situationen assoziiert, als ihre üblicheren Verwandten. Sie kann dadurch auch ganz glaubhaft in naturhaften Felssteppenanlagen zwischen niedrigen Gräsern wie Koeleria glauca oder Festuca amethystina eingesetzt werden.

Sie wird hier am Besten in großen Gruppen oder gar Massenbeständen verwendet. Allerdings sind die Samenstände dann optisch eher störend. Wer keinen Wert auf Versamung legt, entfernt die Samenstände, belässt dabei aber unbedingt die Laubblätter.



Hier sieht man sehr eindrücklich, dass die Vermehrung nicht durch Tochterzwiebeln, sondern durch Versamung erfolgt.

Kultur: Muscari latifolium ist auf mäßig trockenen bis frischen, gerne alkalischen Mineralböden aller Art vollkommen pflegeleicht.

Sonnig-warme Standorte sind hilfreich, im Frühling halbschattige Lagen sind aber ebenfalls möglich.

Die Art ist vollkommen winterhart. Feuchte Standorte sind ganzjährig ungünstig. 

Die Tendenz zur Verwilderung ist weniger ausgeprägt als z.B. bei Muscari armeniacum oder Muscari botryoides. Dennoch bilden sich durch Sämlinge auf Standorten mit offenen Bodenstellen mit der Zeit größere Bestände.

Sorten:
  • Grape Ice: creme-weiße Blütenknospen, die sich über grau-blau zu blau-schwarz verfärben
  • Bilder


















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Zwiebel/Knolle
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    15-30 cm Höhe
    violett
    blau
    bräunlich/schwarz
    April
    blau-grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Kleinasien
    befriedigend
    Sehr gering
    aspektbildender Flächenfüller
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steingarten/Alpinum
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Gründächer
    Substratstärke über 15 cm
    öffentliches Grün
    Straßenbegleitgrün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Rabatte
    Wiese/Prärie
    Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Hauptsortiment
    vorsommergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren