Phyllostachys nigra // Schwarzrohr-Bambus, Panther-Bambus

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 1.00
Wikipedia Phyllostachys nigra
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Phyllostachys nigra:

Der Schwarzrohr-Bambus stammt aus dem süd-östlichen China (1). Er wächst hier im Unterwuchs lichter Wälder, auf Lichtungen und an Waldrändern. In den etwas höheren Lagen der flachen Gebirgsketten der Region wächst er auch an offenen Berghängen und entlang von Bächen.

Die relativ nahrhaften Böden sind skelettreich-humos und schwach alkalisch bis sauer. Sie sind dauerhaft frisch bis sickerfeucht.

Das Klima des Herkunftgebietes ist geprägt von sehr milden, relativ niederschlagsarmen Wintern, in denen nur in den höheren Lagen nennenswerte Minusgrade erreicht werden. Die Sommermonate sind ausgesprochen feucht-warm. Von April bis September fallen mehr als Zweidrittel der Jahresniederschläge. Im Juli/August liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen oberhalb von 30 Grad.



Gut entwickeltes Exemplar in einem Villengarten auf Madeira mit bis zur Hälfte aufgeasteten Halmen

Beschreibung: Phyllostachys nigra ist ein immergrüner, ausläufertreibender Bambus. Am Naturstandort erreicht die Art bis zu 20 m Höhe. In Mitteleuropa sind nur in atlantisch geprägten Wärmeregionen mehr als 10 m Höhe möglich. Die Halme erreichen dann bis zu 6 cm im Durchmesser.

Kennzeichnend ist die in der Regel schwarz-braune Rinde der älteren Halme. Es gibt aber auch Formen mit grüner oder bräunlich gemusterter Rinde. Im Austrieb sind die Triebe immer grün und dunkeln gegebenenfalls im Laufe der nächsten drei Jahre nach.

Der Wuchs ist aufrecht ohne nennenswert überhängende Triebe. Das untere Drittel alter Exemplare verkahlt.

Der Ausbreitungsdrang der Art ist in Mitteleuropa zwar deutlich erkennbar, jedoch vergleichsweise gebremst.

Junge Halme sind dunkel-grün und nehmen mit der Zeit fast schwarze Färbungen an:



Verwendungshinweise: Phyllostachys nigra ist zumindest in der schwarzrindigen Form einer der ansprechendsten Bambusse, die in Mitteleuropa im Freiland kultiviert werden können. Man sieht ihn dennoch eher selten, da er wärmebedürftig und nur bedingt winterhart ist.

Die Art benötigt Platz, um wirken zu können. In kleinen Gartenräumen werden früher oder später die Proportionen gesprengt. Die Verhältnismäßigkeit der Dimensionen ist auch in der Höhe zu berücksichtigen. Eine zwei Meter hohe Mauer, die doppelt oder dreifach überragt wird, kann merkwürdig erscheinen.

Eine Verwendung als Heckenelement ist sowohl als freie Hecke als auch als formierte Hecke möglich. Allerdings kahlt die Art von unten immer mehr aus und erfüllt nach einigen Jahren die Blickschutzfunktion nur noch eingeschränkt.

Für die Hälterung in sehr großen Kübeln ist die Art nur eingeschränkt geeignet und muss weitgehend frostfrei überwintert werden.

Astet man die Halme auf, entsteht ein schirmförmiger Habitus und die zierenden Halme sind besser wahrnehmbar.



In wintermilden, sommerfeuchten Regionen wie hier in Kiel entwickelt sich Phyllostachys nigra gut.

Kultur: Phyllostachys nigra ist ansprüchlich, was die Jahreswärmemenge, die Wasserversorgung und Luftfeuchtigkeit sowie die winterlichen Temperaturverhältnisse angeht.

Recht zuverlässig sind vitale Exemplare im niederschlagsreichen, sommerwarmen und wintermilden Süd-Westen Mitteleuropas zu erwarten. Selbst hier empfehlen sich geschützte Sonderstandorte.

Die Wuchsorte sollten generell vor Nord-Ost-Winden und Wintersonne geschützt liegen. Windgeschützte Standorte haben aber auch im Sommer den Vorteil, die Luftfeuchtigkeit besser zu halten.

Trockenphasen während der Vegetationsperiode sind ungünstig. In Mitteleuropa muss überall die Möglichkeit zur Überbrückung sommerlicher Trockenphasen gegeben sein.

Sonnige Standorte erfordern ständige Bewässerung. Meist günstiger sind halbschattige oder absonnige, auch licht schattige Situationen.

Wo ausreichend Platz zur Verfügung steht und keine Fundamente oder Pflasterflächen gefährdet sind, kann auf eine Rhizomsperre verzichtet werden. Die Exemplare entwickeln sich dann vitaler.

Sorten:
  • Aurea Variegata: creme-gelb-grün gestreiftes Laub, grün austreibende Halme, die innerhalb von drei Jahren bräunlich-violett-schwarz nachdunkeln
  • var. nigra: grün austreibende Halme, die innerhalb von drei Jahren bräunlich-violett-schwarz nachdunkeln
  • Boryana: zunächst grün-bläulich bereifte Halme, später gelb- bis olive-grüne Halme mit dunkel-rot-braunen Flecken ("Tigerbambus")
  • var. henonis: zunächst bläulich bereifte, oliv-grüne Halme, später gelb-grüne Halme
  • var. mejiro: grüner Austrieb, später schwarze Rinde mit grünlich-gelbem Sulcus

  • (1) Quelle Gesamt-Verbreitungskarte: POTWO (2019). www.plantsoftheworldonline.org. Facilitated by the Royal Botanic Gardens, Kew. Published on the Internet; / Retrieved 19.03.2021.

    Bilder












    POTWO (2019)

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Sträucher/Bäume Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung
    Staude
    Gras
    Strauch
    Großstrauch
    flächendeckend
    150-250 cm Höhe
    breit ausladend
    grün
    gelblich
    panaschiert
    ungiftig
    essbar
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    unbedeutend
    frisch
    gut drainiert
    nicht austrocknend
    feucht
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    sehr gut
    Hoch
    strukturbildender Solitär
    unverträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    Hecken
    Schnitthecke
    Freie Blütenhecke
    Nebensortiment
    Belaubung Lebensbereich
    winter-/immergrün
    Gehölz/Wald
    Alpinum
    Gehölzrand/Staudenfluren