Oenothera speciosa // Rosa Nachtkerze

Familie Onagraceae, Nachtkerzengewächse
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Oenothera speciosa
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Oenothera speciosa

Die Rosa Nachtkerze hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in den süd-östlichen USA und dem nord-östlichen Mexiko.

Oenothera speciosa ist in Nordamerika aber eine beliebte Zierpflanze und hat sich in den USA mittlerweile mit Ausnahme der nördlichsten Bundesstaaten nahezu flächendeckend eingebürgert.



'Siskiyou' auf einer Findlingsmauer in einem Vorort von Kiel.

Am ursprünglichen Naturstandort besiedelt Oenothera speciosa Prärien, lichte Stellen von Savannen und Waldlichtungen, sonnig-warme Säume von Waldrändern und Hecken sowie warme Berghänge.

Daneben tritt sie auch in ruderalisierten Stellen wie Stadtbrachen und Straßenböschungen auf.

Im natürlichen Verbreitungsgebiet herrschen milde, aber nicht frostfreie Winter und warme, mitunter auch trockene Sommer.

An Trockenstress-Standorten oder in längeren Trockenphasen passt sich Oenothera speciosa durch Blühpausen, morgendliche Blütenöffnung und verkleinerte Blüten an.

Die Böden sind meist skelettreiche Mineralböden, auch Rohböden mit mäßiger bis guter Stickstoffversorgung. Die Bodenreaktion reicht von alkalisch bis schwach sauer.

Bevorzugt werden (voll-)sonnige, wärmebegünstigte Lagen.



'Alba' in schöner Kombination mit Garten-Feldrittersporn

Beschreibung
Oenothera speciosa ist eine sommergrüne Staude. Sie bildet durch Ausläufer mattenartige Horste, die unter optimalen Bedingungen bis zu 100 cm Durchmesser erreichen können.

Die Wuchshöhe beträgt in Blüte 30 bis 50 cm. In Mitteleuropa erscheinen die rosa, seltener weißen Trichterblüten ausdauernd ab Anfang Juni bis Ende August.

Die einzelne Blüte öffnet sich nur für einen bis zwei Tage, in der Regel von der Mittagszeit bis in die Nacht. In den Abendstunden entfalten sie einen schwachen, süßlichen Duft, der Nachtfalter anziehen soll.

In Nordamerika werden Blätter und Stengel gegaart als Gemüse oder roh als Salatbeilage verwendet. Geerntet wird vor dem Blütenansatz.



Nochmals 'Alba' zusammen mit Schopf-Salbei und den zierenden Samenständen der Roten Pippau

Verwendungshinweise
Die Rosa Nachtkerze gehört nicht zum Baumschulstandard und wird nicht besonders oft verwendet. Sie ist aber zumindest im Direktversand sicher erhältlich.

Ein gut entwickelter Bestand in voller, üppiger Blüte ist ein eindrucksvoller Anblick. Die Blütenpracht ist oft so ausgeprägt, dass der unbedarfte Betrachter an eine einjährige Balkonpflanze denkt.

Entsprechend ist sie durchaus für Balkon- und Terasengärten geeignet, der Blütenflor trägt bei guter Pflege über den ganzen Sommer.

Sehr schön und auch etwas überraschend ist der Einsatz aber auch zwischen mediterranen Halbsträuchern und in steppenartigen Situationen im Verbund mit niedrigen bis halbhohen Horstgräsern.

In Trockenmauern ist die Wirkung meist plakativ und kann unter Umständen sehr gewollt wirken.



Die Blüten sind bei genauer Betrachtung formvollendet.

Kultur
Die Rosa Nachtkerze ist auf gut drainierten Standorten erstaunlich frostverträgich. Es sollten aber generell nur sommerwarme Lagen an Südwänden oder oder sonnige, windgeschützte Standorte gewählt werden. Selbst im Tiefland sorgt ein normaler Winterverlauf in ungeschützten Situationen für erhebliche Verheerungen in einem Bestand. Man muss dann zufrieden sein, wenn sich zumindest einzelne Triebe einen Neuaustrieb zutrauen.

Ideal sind gut drainierte, frische Mineralböden aller Art. Ohne ernsthaften Trockenstress ist die Entwicklung am vitalsten und der Blütenflor am ausdauerndsten. Dennoch schaden Trockenphasen auch nicht nachhaltig, in Mitteleuropa muss nirgends zwingend bewässert werden.

Allerdings beruht die Trockenheitsresistenz auf einem ausgedehnten Wurzelwerk, so dass tiefgründige Böden erforderlich sind. Auch Wurzelkonkurrenz durch Gehölze ist vor diesem Hintergrund suboptimal.

Die Art ist licht- und wärmeliebend, sie wird von höherwüchsigen Konkurrenten mit der Zeit ausgedunkelt. Regelmäßige Pflegegänge sind daher erforderlich.

Die Vermehrung ist vegetativ durch die Wurzelausläufer einfach. Die Pflanzen sind selbststeril, benötigen für den Samenansatz also einen nicht-klonalen Partner. Die Versamung ist aber generell nur spärlich.

Sorten:
  • Alba: rein-weiße Blüte
  • Pink Petticoats: zart rosa-überlaufene Blüten
  • Siskiyou: wie beschrieben (Handelsstandard)
  • Bilder






    Siskiyou



    Alba



    Siskiyou






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    bodendeckend
    15-30 cm Höhe
    30-60 cm Höhe
    rosa
    rosé-weiß
    Juli
    August
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    vorhanden
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    humos
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    Warmlagen
    Amerika
    Nordamerika
    gut
    Mittel
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Ländlicher Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    Duftgarten
    Duft ausgeprägt
    Rabatte
    Insektenweide
    Handelsgängigkeit Lebensbereich
    Nebensortiment
    Felssteppen
    Steppen
    Gehölzrand/Staudenfluren