Linum usitatissimum / Saat-Lein, Flachs

Linum_usitatissimum_blaues_wunder_saat-lein_11 Familie Linaceae, Leingewächse
Pflanzen pro qm 100.00
Wikipedia Linum usitatissimum
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Herkunft von Linum usitatissimum (Saat-Lein): Linum usitatissimum ist eine uralte Kulturpflanze, die vermutlich aus der hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreiteten Linum bienne hervorgegangen ist. Der Saat-Lein gilt in Spanien und im westlichen Balkan und vermutlich auch in der Türkei als Archeophyt. Ansonsten ist er europaweit neophytisch eingebürgert (Karte der europäischen Verbreitung).

In Deutschland verwildert der Saat-Lein kurzzeitig im Umfeld von Leinfeldern und tritt dann in kurzlebigen, basiphilen Ackerbegleitfluren auf. Er kann sich aber nirgends von alleine dauerhaft halten.

Linum usitatissimum gedeiht auf fast allen Böden, soweit die Wasserversorgung im Frühjahr nicht zu gering ist und generell keine dauerhafte Staunässe auftritt.

Die Art ist licht- und wärmeliebend.



Flachs-Feld mit farblich passender Einrahmung durch Gemeine Natternzungen

Beschreibung

Saat-Lein ist eine einjährige, horstige Krautpflanze. Sie erreicht je nach Standortgunst Wuchshöhen von 25 bis 80 cm. Anders als beim ähnlichen Ausdauernden Lein (Linum perenne) sind die Stengel an der Basis unverzweigt.

Die strahlend himmelblauen Blüten erscheinen in Abhängigkeit des Aussaattermins ab Mitte Juni bis Ende August. Die einzelnen Blüten sind nur vom Morgen bis zum späten Mittag geöffnet, danach fallen die Kronblätter. Die Blühphase beträgt etwa 3 Wochen.

Linum usitatissimum kommt in zwei Hauptverwendungsformen entweder als Öl- oder als Faserlieferant zum Einsatz.

Verwendungshinweise

Der Anblick eines blühenden Flachs-Feldes ist ein beeindruckendes Ereignis, dass sich in den meisten Gärten natürlich nicht 1:1 umsetzen lässt.

Linum usitatissimum spielt in der Gartenkultur eine eher untergeordnete Rolle. Am überzeugendsten ist er in kurzlebigen, bunten Säumen von ländlichen Gärten oder als Füllpflanze in bäuerlichen Staudenbeeten.

Die Art kommt nur in individuenreichen Beständen gut zur Geltung. Die Flächen überraschen dann mit einem blauem Meer am Vormittag, das Nachmittags zu einem bleuen Teppich wird, weil die Kronblätter in Massen zu Boden gefallen sind.



Der hohe Individuenbedarf pro m² ergibt sich aus dem unverzweigten Wuchs der Einzelstengel.

Stimmige Partner sind natürlich in erster Linie andere einjährige Ackerunkräuter wie die Kornrade (Agrostemma githago), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) oder Kornblume (Centaurea cyanus).

Nach dem Sommer sind diese Flächen aber rasch unansehnlich, weshalb eine strukturgebende Matrix z.B. aus mittelhohen Horstgräsern mit winterzierenden Samenständen angeraten ist - auch wenn dies pflanzensoziologisch betrachtet gemogelt ist. Gut geeignet ist z.B. das unterbewertete Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), dass sich ebenfalls hervorragend per Direktaussaat etablieren lässt.

Kultur

Die Kultur ist in allen sonnigen, nicht zu trockenen und nicht zu feuchten Lagen unproblematisch. Die Aussaat erfolgt im Frühling auf möglichst konkurrenzfreie Standorte direkt an Ort und Stelle.

Soll er sich dauerhaft halten, müssen zum Winterende günstige Keimbedingungen durch offene Bodenstellen hergestellt werden.

Auf zu stickstoffreichen Böden ist der Saat-Lein nicht befriedigend standfest und neigt zum Lagern.


Bilder





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Blaues Wunder


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Blaues Wunder


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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
hell-blau
blau
Juli
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
wintermilde Lage
Warmlagen
Zuchtform
gut
Hoch
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Klostergarten
Rabatte
Handelsgängigkeit Belaubung
Raritäten/Saatgut
sommergrün