Aegopodium podagraria / Giersch

Aegopodium_podagraria_giersch_11 Familie Apiaceae, Doldenblütler
Pflanzen pro qm 8.00
Wikipedia Aegopodium podagraria
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Aegopodium podagraria

Giersch kommt im gemäßigten Eurasien von den Pyrenäen im Westen bis Zentral-Asien und das westliche Sibirien praktisch flächendeckend vor. In Nordamerika ist es stellenweise eingeschleppt.

Der Giersch ist eine Kennart der Gierschsäume an sonnenabgewandten Wald- und Gebüschrändern. Er kommt daneben aber auch in Hartholz-Auwäldern und an lichten Stellen von Buchenwäldern vor.

Die Standorte sind frisch bis feucht und ausgesprochen stickstoffreich. Die Bodenreaktion ist schwach sauer bis stark alkalisch.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (5)  Temperatur (5)  Kontinentalität (3)  Feuchte (6)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)



Aegopodium podagraria neigt zur Bildung von Dominanzbeständen, die an dieser Grabenböschung unter Robinien aber ganz ansehnliche Blütenfelder bieten.

Beschreibung

Aegopodium podagraria ist eine sommergrüne Staude. Durch lange unterirdische Wurzelausläufer ist er in der Lage, rasch große Flächen zu erobern.

Das Laubwerk erreicht Wuchshöhen zwischen 40 und 60 cm. Die weißen Doldenblüten überragen das Laubwerk um 20 bis 30 cm. Die Blütezeit liegt im Juni.

Frische Blätter können als würzige Salatbeilage verzehrt werden.

Verwendungshinweise

Giersch ist das grüne Gottseibeiuns der Gärtnerwelt. Insofern ist der Gedanke an eine bewusste Verwendung eher fernliegend. 

Allerdings gibt es in weiträumigen Anlagen auch Situationen, in denen der Giersch nicht zwanghaft bekämpft werden muss, wenn er halt schon mal da ist. Im Unterwuchs von Gehölzen sorgt er z.B. für eine sommergrüne Bodendecke, die in jedem Falle ansprechender ist als nackte Erde.

Es gibt zudem panaschierte Sorten, die einen sehr gut beherrschbaren Ausbreitungsdrang haben und nicht wuchern. Die schönste Sorte ist 'Variegatum', deren kühles, grau-grünes Laub farblich seines Gleichen sucht. Sie ist nicht nur für Problemzonen auf dem schattigen Wurzelteller alter Bäume eine Bereicherung, sondern auch eine ernsthafte Alternative für repräsentative, lichte Schattengärten.

Sehr schön ist 'Variegatum' auf stickstoffärmeren Böden z.B. in Kombination mit dunkellaubigen Immergrünen wie Liriope muscari oder Ophiopogon planiscapus. Letzteres sollte man nicht in der dunkelbraunen Auslese 'Nigrescens' nehmen, der Farbkontrast ist arg künstlich. Außerdem ist 'Nigrescens' zu trägwüchsig, auch für 'Variegatum'. Auch mit Waldgräsern wie Luzula nivea und Farnen wie Polystichum setiferum in den zierlicheren Auslesen ergeben sich zierende Flächen unter lichten Baumbeständen.



'Variegatum' erzeugt wunderschöne grau-grüne Flächen und ist duldsam gegenüber seine Mitbewerber.

Kultur

Die Wildart ist bekanntermaßen ein ausgesprochen anspruchsloser Gesell, der unter allen möglichen Bedingungen ausbreitungswütig und konkurrenzstark ist.

Auch die Auslesen sind anspruchslos, wuchern aber nicht. Sie können auch auf mäßig trockenen Standorten und unter dem starken Wurzeldruck von Bäumen kultiviert werden. Auf dauerfrischen Standorten sind sie natürlich wüchsiger, ohne jedoch gleich den Garten zu überrennen.

Im tiefen Schatten bleibt die Laub- und Blütenentwicklung etwas kümmerlich und die panaschierten Sorten versagen. Sonnige Lagen sind dagegen kein Problem, selbst wenn sie immer mal wieder von Trockenstress geplagt werden. Ideal sind allerdings halbschattige oder absonnige Lagen mit zuverlässiger Wasserversorgung.

Auf Standorten mit sommerlichem Trockenstress sieht das Laub im Sommer mitunter etwas mitgenommen aus. Ein bodentiefer Rückschnitt führt zu einem zügigen Neuaustrieb und frischem Erscheinungsbild.



'Variegatum' ist blühschwach, aber eine überzeugende Blattschmuckstaude.

Sorten:
  • Gold Marbled: grünes Laub mit mehr oder weniger schmalem, grünlich-gelbem Rand, niedriger und deutlich weniger expansiv als die Wildform
  • Variegatum: weiß-grau-grün marmoriertes Laub, niedriger und deutlich weniger expansiv als die Wildform, blühfaul, im echten Schatten kümmerlich

Bilder





Aegopodium_podagraria_giersch_11


Aegopodium_podagraria_giersch_(2)


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Variegatum


Aegopodium_podagraria_variegata_giersch_12
Variegatum


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Variegatum

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
flächendeckend
30-60 cm Höhe
weiß
Juni
grün
grau-grün
weiß
gelblich
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
wechselfeucht
sommertrocken
feucht
sonnig
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
Ton
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Nordeuropa
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Sibirien
Kleinasien
befriedigend
Sehr gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Gebüsche Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Feuchtgebüsche
Schlehen-Gebüsche
Laubwälder
Buchenwälder
Mull-Buchenwälder
Montane Buchenwälder
Feuchtwälder
Auwälder
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Nebensortiment
sommergrün
Lebensbereich
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren