Hibanobambusa tranquillans (× Phyllosasa tranquillans) // Bambus

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 2.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hibanobambusa tranquillans (× Phyllosasa tranquillans)

Dieser Bambus stammt aus dem südlichen Teil der japanischen Hauptinsel Honshu. Es handelt sich eventuell um eine Anfang des 20. Jahrhunderts in Kultur entstandene Hybridform mit nicht gänzlich geklärten Verwandschaftsverhältnissen (s.u.). Es kann sich aber auch durchaus um eine natürliche Hybride handeln.

Die wildform von Hibanobambusa tranquillans kommen im Unterwuchs lichter Bergwälder vor.

Das Klima im Verbreitungsgebiet ist warm-gemäßigt, in den Tiefebenen subtropisch. Im Winter fallen die Temperaturen in den höheren Lagen zeitweise spürbar unter die Null-Grad-Grenze und Schneefälle sind üblich.

Die Niederschlagsraten v.a. in den Sommermonaten sind sehr hoch. Die humos-skelettreichen Böden sind gut drainiert aber dauerhaft frisch bis sickerfeucht. Die Bodenreaktion ist mehr oder weniger neutral.

Für Hibanobambusa tranquillans 'Shiroshima' ist ein Platz unter einem mehrstämmigen, aufgeasteten Großstrauch wie dieser Kupfer-Felsenbirne eine gute Idee.

Beschreibung
Hibanobambusa tranquillans ist ein immergrüner, stark ausläufertreibender Bambus. Er erreicht in Süd-Ost-Asien Wuchshöhen von teilweise über 4 m. Er ähnelt in der Nominatform dem bekannteren Pfeilbambus (Pseudosasa japonica). Ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Hibanobambusa tranquillans sind zahlreiche borstige Haare am Grund der Blattstiele.

In Europa ist praktisch nur die creme-weiß-panaschierte Auslese 'Shiroshima' erhältlich. Sie ist weniger expanisv und wird meist nur bis 200 (250) cm hoch. 'Shiroshima' ist Mitte der 1970ger Jahre in Kultur entstanden.

Es ist zu vermuten, dass es sich bei Hibanobambusa tranquillans um eine Hybride zwischen dem Schwarzrohr-Bambus (Phyllostachys nigra) und Veitch´s Bambus (Sasa veitchii) handelt. Die botanisch korrekte Benennung wäre × Phyllosasa tranquillans, was in der Praxis aber keinen Widerhall findet.

Die letzte Blüte fand Anfang der 1970ger Jahre statt. Das Blühintervall scheint bei etwa 120 Jahren zu liegen, womit die nächste Blüte gegen 2090 zu erwarten wäre.

Hier teilt man sich eine dunkle Ecke mit Lorbeerkirsche und Europäischer Stechpalme 'Aurea'.

Verwendungshinweise
Der gärtnerische Mehrwert von Hibanobambusa tranquillans liegt eindeutig in der panaschierten Auslese 'Shiroshima'. Trotz Panaschierung wirkt sie nicht allzu artifiziell und variert das Bambusthema auf dezente, aber doch markante Weise.

Sehr schöne, unaufdringliche Kontraste entstehen in Verbindung mit anderen (dunkel)-grün-laubigen Bambussen oder kräftigen Rhododendren.

In absonnigen, dunkleren Ecken von Gebäuden und Mauern bringt 'Shiroshima' auf angenehme Weise Licht.

Er ist schnittverträglich und ebenfalls für stilvolle Formschnitthecken gut geeignet.

Prächtige 'Shiroshima' mit Phyllostachys aurea im Hintergrund.

Kultur
Hibanobambusa tranquillans ist in windgeschützten, vor Wintersonne geschützten Lagen relativ winterhart. In winterrauhen Gegenden sollten nur wärmebegünstigte Sonderstandorte z.B. an wärmeabstrahlenden Gebäudeteilen gewählt werden. Wie bei den meisten immergrünen Gewächsen sind v.a. tief gefrorene Böden und Wintersonne ungünstig, weil rasch Trockenschäden auftreten.

In harten Wintern kann die Art dennoch oberirdisch komplett zurückfrieren, treibt aber meist aus dem Wurzelstock willig wieder aus und kompensiert die Verluste rasch. Allerdings sollten solche Ereignisse nicht allzu regelmäßig auftreten, sie mindern die Vitalität.

Die Art liebt tiefgündige, nahrhafte und humose Böden, idealerweise mit strukturstabilen Skelettanteilen aus porösen Materialien wie Lava, Tongranulat oder Sandstein. Kalkgesteine sind ungünstig.

Trockenphasen mindern die Vitalität spürbar. V.a. in den ersten Jahren nach der Pflanzung muss eine Bewässerung in den Sommermonaten möglich sein. In niederschlagreichen Regionen kommen etablierte Exemplare in luftfeuchten Lagen auf guten Gartenböden später auch ohne Bewässerung über den Sommer.

Die Wildform hat einen unangenehmen Expansionsdrang und ist nur mit kräftigen und tiefreichenden Wurzelsperren kontrollierbar. 'Shiroshima' drängt erst mit den Jahren etwas stärker in die Fläche, kann aber zumindest in größeren Flächen durch jährliches Abstechen der Ausläufer gut in Schach gehalten werden. Wo nicht gerade Stauden und wertvolle Gehölze oder Pflasterflächen in Bedrängnis geraten, sind Wurzelsperren nicht zwingend erforderlich - aber doch zu empfehlen.

Auftragsplaner sollten sich vor dem Hintergrund von Haftungsrisiken auch bei diesem mit der Zeit wuchernden Bambus einen Einsatz genau überlegen.

Bei 'Shiroshima' gleicht praktisch kein Blatt dem anderen.

Sorten:
  • Shiroshima: 200-250 cm hoch, Blätter creme-gelb mit unregelmäßigen grünen Streifen
  • Bilder






    'Shiroshima'



    'Shiroshima'



    'Shiroshima'



    'Shiroshima'