Hibanobambusa tranquillans (× Phyllosasa tranquillans) // Bambus

Familie Poaceae, Süßgräser
Pflanzen pro qm 2.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Hibanobambusa tranquillans:

Dieser Bambus stammt aus dem südlichen Teil der japanischen Hauptinsel Honshu. Er besiedelt hier den Unterwuchs lichter Bergwälder.

Das Klima im Verbreitungsgebiet ist warm-gemäßigt, in den Tiefebenen subtropisch. Im Winter fallen die Temperaturen in den höheren Lagen zeitweise spürbar unter die Null-Grad-Grenze und Schneefälle sind üblich.

Die Niederschlagsraten v.a. in den Sommermonaten sind sehr hoch. Die humos-skelettreichen Böden sind gut drainiert aber dauerhaft frisch bis sickerfeucht. Die Bodenreaktion ist mehr oder weniger neutral.



Für Hibanobambusa tranquillans 'Shiroshima' ist ein Platz unter einem mehrstämmigen, aufgeasteten Großstrauch wie dieser Kupfer-Felsenbirne eine gute Idee.

Beschreibung: Hibanobambusa tranquillans ist ein immergrüner, stark ausläufertreibender Bambus. Er erreicht am Naturstandort Wuchshöhen von teilweise über 4 m. Er ähnelt in der Nominatform dem bekannteren Pfeilbambus (Pseudosasa japonica). Ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Hibanobambusa tranquillans sind zahlreiche borstige Haare am Grund der Blattstiele.

In Europa ist praktisch nur die creme-weiß-panaschierte Auslese 'Shiroshima' erhältlich. Sie ist weniger expanisv und wird meist nur bis 200 (250) cm hoch.

Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei Hibanobambusa tranquillans um eine natürliche Hybride zwischen dem Schwarzrohr-Bambus (Phyllostachys nigra) und Veitch´s Bambus (Sasa veitchii) handelt. Vermutlich wäre die Benennung × Phyllosasa tranquillans wissenschaftlich korrekt.

Verwendungshinweise: Der gärtnerische Mehrwert von Hibanobambusa tranquillans liegt eindeutig in der panaschierten Auslese 'Shiroshima'. Trotz Panaschierung wirkt sie nicht allzu artifiziell und variert das Bambusthema auf dezente, aber doch markante Weise.

Sehr schöne, unaufdringliche Kontraste entstehen in Verbindung mit anderen (dunkel)-grün-laubigen Bambussen oder kräftigen Rhododendren.

In absonnigen, dunkleren Ecken von Gebäuden und Mauern bringt 'Shiroshima' auf angenehme Weise Licht.

Er ist schnittverträglich und ebenfalls für stilvolle Formschnitthecken gut geeignet.



Hier teilt man sich eine dunkle Ecke mit Lorbeerkirsche und Europäischer Stechpalme 'Aurea'.

Kultur: Hibanobambusa tranquillans ist in windgeschützten, vor Wintersonne geschützten Lagen relativ winterhart. In winterrauhen Gegenden sollten nur wärmebegünstigte Sonderstandorte z.B. an wärmeabstrahlenden Gebäudeteilen gewählt werden. Wie bei den meisten immergrünen Gewächsen sind v.a. tief gefrorene Böden und Wintersonne ungünstig, weil rasch Trockenschäden auftreten.

In harten Wintern kann die Art dennoch oberirdisch komplett zurückfrieren, treibt aber meist aus dem Wurzelstock willig wieder aus und kompensiert die Verluste rasch. Allerdings sollten solche Ereignisse nicht allzu regelmäßig auftreten, sie mindern die Vitalität.

Die Art liebt tiefgündige, nahrhafte und humose Böden, idealerweise mit strukturstabilen Skelettanteilen aus porösen Materialien wie Lava, Tongranulat oder Sandstein. Kalkgesteine sind ungünstig.

Trockenphasen mindern die Vitalität spürbar. V.a. in den ersten Jahren nach der Pflanzung muss eine Bewässerung in den Sommermonaten möglich sein. In niederschlagreichen, Regionen kommen etablierte Exemplare in luftfeuchten Lagen auf guten Gartenböden dann auch ohne Bewässerung über den Sommer.

Die Wildform hat einen unangenehmen Expansionsdrang und ist nur mit kräftigen und tiefreichenden Wurzelsperren kontrollierbart. 'Shiroshima' drängt erst mit den Jahren etwas stärker in die Fläche, kann aber zumindest in größeren Flächen durch jährliches Abstechen der Ausläufer gut in Schach gehalten werden. Wo nicht gerade Stauden und wertvolle Gehölze oder Pflasterflächen in Bedrängnis geraten, sind Wurzelsperren nicht zwingend erforderlich. Zumindest 'Shirishima'lässt sich auch mit einem Spaten im Zaum halten.

Sorten:
  • Shiroshima: 200-250 cm hoch, Blätter creme-gelb mit unregelmäßigen grünen Streifen

  • Quelle Verbreitungskarte: POWO (2021). "Plants of the World Online. Facilitated by the Royal Botanic Gardens, Kew. Published on the Internet; http://www.plantsoftheworldonline.org/ Retrieved 19.03.2021."

    Bilder






    Shiroshima



    POWO (2021)

    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blattfärbung Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft
    Staude
    Gras
    Strauch
    Normalstrauch
    flächendeckend
    150-250 cm Höhe
    grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    ungiftig
    unbedeutend
    Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit
    frisch
    gut drainiert
    nicht austrocknend
    feucht
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    keine Bodenverdichtung
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
    Asien
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    gut
    Mittel
    strukturbildender Solitär
    unverträglich
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Hecken
    Schnitthecke
    Freie Blütenhecke
    Nebensortiment
    winter-/immergrün
    Lebensbereich
    Gehölz/Wald
    Gehölzrand/Staudenfluren