Artemisia pontica / Pontischer Beifuß, Römischer Wermut

Artemisia pontica pontischer beifu%c3%9f 11 Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Artemisia pontica
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Artemisia pontica: Der Pontische Beifuß kommt von Österreich und Ungarn bis in das südliche Osteuropa und über den Kaukasus bis Zentral-Asien vor (Karte der europäischen Verbreitung).

Im gemäßigten Europa ist der Pontische Beifuß außerdem weit verbreitet neophytisch eingebürgert. In Deutschland gilt er ebenfalls als eingebürgerter Neophyt in den wärmebegünstigten Lössbörden von Sachsen und Sachsen-Anhalt. In der Schweiz verwildert er nur ganz vereinzelt im Mittelland und im Wallis.



Artemisia pontica - kurz vor der Blüte - als ungewöhnliche und gelungene Matrix für eine Schwertlilien-Steppe.

Der Pontische Beifuß besiedelt trocken-warme Steppen, Lichtungen in Trockenwäldern und wärmebegünstigte, eher stickstoffarme Ruderalfluren. Die deutschen Vorkommen finden sich vorrangig in halbruderalen Queckenrasen und Trockenrasen.

Die Standorte sind vollsonnig bis sonnig und trocken bis mäßig trocken.

Bevorzugt werden skelettreiche Substrate und humusarme Rohböden. Die Bodenreaktion ist alkalisch bis schwach sauer.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (7)  Kontinentalität (6)  Feuchte (3)  Reaktion (7)  Stickstoff (4)



Frühherbstlicher Aspekt mit Miscanthus sinensis im Hinergrund

Beschreibung

Artemisia pontica ist eine sommergrüne Staude von 40 bis 60 cm Wuchshöhe. Auf stickstoffreichen Böden werden auch 80 cm erreicht. Sie bildet verholzende Rhizome mit deutlich in die Breite drängenden Ausläufern. Unter konkurrenzarmen Bedingungen entstehen so rasch rasige Bestände.

Das gefiederte Laub ist grünlich-grau-silbrig. Die abgestorbenen Triebe bleiben den Winter über strukturstabil und sind durchaus zierend.

Die kleinen Blütenköpfchen mit den gelben Strahlenblüten stehen in aufrechten, kompakten Rispen. Die Blütezeit beginnt spät im August und zieht sich bis in den Oktober hinein.

Die gesamte Pflanze duftet herb-aromatisch und schmeckt etwas weniger bitter als der Echte Wermut (Artemisia absinthium).

Ähnlich ist die kräftigere Artemisia ludoviciana aus Nordamerika mit höheren Silberanteilen im Laub.



Im Frühling steht der Pontische Beifuß teppichartig dicht an dicht.

Verwendungshinweise: Artemisia pontica ist eine ansprechende Option für größere Steppenpflanzungen, als Blattschmuckelement in Rabatten oder wegebegleitenden Staudensäumen. Erfreulich ist insbesondere ihre ausgezeichnete Standfestigkeit, die auch auf nahrhafteren Standorten ohne nennenswerten Trockenstress erhalten bleibt.

Als Aromaspender ist es durchaus auch für Bauern- und Kräutergärten geeignet.

In Pflanzgefäßen ist es ein fast ganzjährig zierendes Element für Balkon- und Terrasengärten.

In Verbindung mit kräftigen, Trockenstressresistenten Gräsern und Stauden kann der Pontische Beifuß auch als Matrixpflanze verwendet werden.



Etwsa uninspirierte Kombination mit Felsen-Steinkraut, Rohr-Pfeifengras und verblühtem Gewöhnlichem Sonnenhut

Kultur

Auf möglichst sonnigen, gerne regelmäßig trockenfallenden und nicht zu nahrhaften Standorten ist die Art robust und durchsetzungsfähig. Sie benötigt hier nach der Etablierung praktisch keine gärtnerische Unterstüzung.

Auf zunehmende Verschattung, z.B. durch aufkommende Gehölze reagiert sie empfindlich. Auch auf nahrhaften und zu feuchten oder humosen Standorten verliert sie ihren kompakten Habitus und neigt zum mastigen, niederliegenden Wuchs. Sie verliert dabei auch den grau-silbrigen Ton des Laubes.

Nach der Pflanzung entwickelt sich der Pontische Beifuß im ersten Standjahr sehr verhalten und zeigt erst in den Folgejahren unehmende Wuchsfreude.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
30-60 cm Höhe
gelb
September
Oktober
grau-grün
silbrig
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
Heil-/Gewürzpflanze
ausgeprägt
trocken
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Zentral-Asien
Kleinasien
gut
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
Duftgarten
Duft ausgeprägt
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
öffentliches Grün
Straßenbegleitgrün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Hauptsortiment
sommergrün
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren