Viola calcarata / Sporn-Stiefmütterchen

Viola_calcarata_sporn-stiefm%c3%bctterchen_11 Familie Violaceae, Veilchengewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Viola calcarata
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Viola calcarata

Das Sporn-Stiefmütterchen kommt in mehreren Unterarten in den gesamten Alpen, im Norden des Italienischen Appenin  sowie auf dem Balkan und den Griechischen Hochgebirgen vor.

Die Schweiz ist mit den nahezu flächendeckend besiedelten Alpen ein Verbreitungsschwerpunkt. In Deutschland kommt wohl nur Viola calcarata ssp. calcarata in den Alpen an der Grenze zu Österreich vor.



Viola calcarata in einer alpinen Urwiese mit Gentiana clusii im Hintergrund

Viola calcarata ssp. calcarata tritt vorrangig auf stark basischen Gesteinsböden auf. Man trifft sie stetig in Kalkstein-Schneebodengesellschaften. Diese liegen in hochalpinen bis nivealen Schneetälchen, die nur drei bis fünf Monate nicht von Schnee bedeckt sind. Die Substrate sind feinerdereich und humos.

Die meist gelb blühende Viola calcarata ssp. villarsiana ist stärker in basenarmen und bodensauren, alpinen Krummseggen- und Borstgras-Rasen anzutreffen. Es handelt sich hierbei um natürlicherweise gehölzfreie Urwiesen auf sauer-humosen Silikatgesteinsböden in der hochalpinen bis nivalen Stufe.

Die kalten Hochgebirgsstandorte sind mäßig trocken bis frisch, vollsonnig und relativ stickstoffarm.

Ökologische Zeigerwerte nach TelaBotanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (2)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)

Beschreibung

Das Sporn-Stiefmütterchen ist eine wintergrüne Staude. Sie bildet durch lange Ausläufer locker-rasige, etwa 10 cm hohe Bestände. Die Ausläufer unterwandern den schottrigen Untergrund und treiben grundständige Rosetten, wo sie wieder das Tageslicht erreichen.

Die Blätter sind deutlich länger als breit und leicht gezähnt. Die oberen Nebenblätter sind gezähnt bis leicht fiederspaltig.

Die relativ großen Blüten haben einen Sporn, der ebenso lang wie die Blütenblätter sind. Die Blüten der Unterart 'calcarata' sind in der Regel blau-violett, die der Unterart 'villarsiana' überwiegend gelb. Es kommen aber auch weißliche oder blau-gelbe Formen vor. Im Flachland beginnt die Blüte meist schon im Mai, während im Hochgebirge erst ab Juli Blüten erscheinen.

Verwendungshinweise

Viola calcarata ist v.a. in den blau-violetten Formen eine ansprechende Erscheinung. Im Handel ist sie nur als Saatgut und in blau-violett erhältlich. Als keimfreudige, sich rasch entwickelnde Art ist dies aber kein echter Nachteil.

Sie eignet sich nur für naturhafte, intensiv betreute Alpinarien. Sie kommt sowohl in gesteinsbetonten Situationen als auch in wiesenartigen Bildern gut zur Geltung.



Die Blütenfarbe ist sehr variabel. Gelegentlich treten auch weiße Formen auf.

Kultur

Als Hochgebirgspflanze leidet das Sporn-Stiefmütterchen unter warmen Bedingungen. Da sie gleichzeitig möglichst sonnige Lagen benötigt, ist sie im Flachland nur mit hohem Pflegeaufwand zu kultivieren.

Erschwerend kommt hinzu, dass sie Trockenstress nicht toleriert, aber auch stauende Feuchtigkeit suboptimal ist. Im Sommerhalbjahr ist daher regelmäßige Bewässerung erforderlich.



Sorten:
  • ssp. calcarata: meist blau-violett blühende Unterart basenreicher Böden (als Saatgut erhältlich)
  • ssp. villarsiana: meist gelb blühende Unterart basenarmer Böden (praktisch nicht gehandelt)

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bodendeckend
bis 15 cm Höhe
gelb
violett
blau
Juni
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
alpin
Mitteleuropa
gut
Sehr hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Silikat
Kalk
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Steingarten/Alpinum
Raritäten/Saatgut
winter-/immergrün
Alpinum