Linaria alpina // Alpen-Leinkraut

Familie Plantaginaceae, Wegerichgewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Linaria alpina
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Linaria alpina: Das Alpen-Leinkraut kommt in montanen bis alpinen Stufen der gesamten Kalk-Alpen, der Pyrenäen, des italienischen Appenins, der Karpaten und des Balkans sowie Griechenlands vor.

In Deutschland ist sie nur  in den Alpen und als Alpenschwemmling in den Kiesbänken der Flüsse des Alpenvorlandes urwüchsig und relativ häufig. In der Schweiz kommt sie vereinzelt im Jura (v.a. Linaria alpina ssp. petraea) und in den Voralpen sowie häufig in den Alpen vor. Auch im Mittelland finden sich zerstreut kleinere Populationen.



Linaria alpina in einem von Steinschlag bestimmten Schotterfeld der Schweizer Alpen

Linaria alpina ist eine Kennart der Kalkschuttfluren der Gebirge und der Kiesbetten der Gebirgsflüsse. Hangrutschungen, Steinschlag bzw. Überschwemmungen sorgen regelmäßig für Bodenverletzungen und lassen die Vegetation nicht über das Pionierstadium der krautigen Schuttfluren hinauskommen.

Die Standorte sind kalkreiche, ausgesprochen stickstoffarme und  feinerdereiche Fels- und Geröllfluren. Aufgrund der Höhenlage bleiben die vollsonnigen Standorte auch im Hochsommer kühl.

Die Wasserversorgung ist aufgrund der ganzjährig hohen Niederschlagsraten auch im Sommer höchstens mäßig trocken, meistens aber frisch, im Frühling zur Schneeschmelze sogar oft sickerfeucht.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (3)  Kontinentalität (4)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (2)

Die rührenden Polster werden am besten so platziert, dass man sie aus der Nähe betrachten kann:



Beschreibung

Das Alpen-Leinkraut bildet wintergrüne, ausdauernde Polster von graustichigen, blau-grün bereiften Blättern. Die schmalen, lanzettlichen Blätter sind leicht sukkulent. Die Polster erreichen Wuchshöhen zwischen 5 und 7 cm.

In den Gebirgslagen erscheinen die violetten, gespornten Blüten mit der (orange-)gelben Unterlippe im Hochsommer. Im Flachland beginnt die Blütezeit oft schon im Mai.

Überschüttungen durch Schotter können durch die Ausbildung von Langtrieben bis zu einem gewissen Grad durchwachsen werden. Wo die Überschüttung zu mächtig ist, sorgt die Samenbank dafür, dass auf dem neu entstandenen, vegetationsfreien "Saatbett" rasch eine neue Generation von Alpen-Leinkräutern keimt.

Verwendungshinweise

Linaria alpina ist eine wahrlich entzückende Erscheinung. Trotz ihrer geringen Größe fällt sie am Naturstandort deutlich ins Auge. Das liegt daran, dass sie gerne gesellig in kleineren oder größeren Gruppen auftritt und v.a. nicht sonderlich viel anderes Grün in den Schuttfluren von ihr ablenkt.

Auch im Garten macht ein Einsatz der zarten Gestalt nur in konkurrenzarmen Alpinarien oder gar in Felströgen ernsthaften Sinn. Andere Zwerge der Gebirgs-Schotterfluren wie Campanula cochleariifolia, Arabis alpina, Allium schoenoprasum oder Pritzelago alpina sind glaubwürdige Begleiter. In Gärten der Gebirgslagen wäre auch der selten kultivierte Ranunculus alpestris eine Bereicherung.

Im Versandhandel ist der Bezug zuverlässig möglich.



Die zarte Pflanze und die rauhe Bergwelt gehen einen unwirkliche Liaison ein.

Kultur

Das Alpen-Leinkraut ist natürlich nur in intensivst gepflegten Anlagen einsetzbar. Es muss regelmäßig von aufdringlichen Konkurrenten freigehalten werden, da es durch Verschattung rasch ausfällt. Die sonnigsten Standorte sind gerade gut genug.

Für einen Vertreter der kühlen Hochgebirge kommt sie im Flachland mit den wärmeren Temperaturen recht gut zurecht. Trotzdem sollten Standorte mit schlechter Luftzirkulation und stauender Wärme, z.B. vor Südmauern etc. gemieden werden.

Kürzere Trockenphasen werden überstanden. Außerhalb von Gebirgslagen wird man aber nur in den niederschlagsreichen Küstenregionen ohne die Möglichkeit der Bewässerung über den Sommer kommen.

Stickstoffarme, anlehmige Kalkschottersubstrate sind empfehlenswerte Böden.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
bis 15 cm Höhe
Polsterpflanze
violett
Mai
Juni
Juli
blau-grün
grau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
feucht
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Alpine Felsfluren
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
gut
Sehr hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Kalk
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
für Pflanzgefäße geeignet
Nebensortiment
winter-/immergrün
Alpinum