Gentiana clusii / Kalk-Glocken-Enzian

Gentiana_clusii_kalk-glocken-enzian_11 Familie Gentianaceae, Enziangewächse
Pflanzen pro qm 40.00
Wikipedia Gentiana clusii
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Gentiana clusii (Kalk-Glocken-Enzian): Gentiana clusii kommt im gesamten Alpenraum, im deutschen Alpenvorland, den Pyrenäen, der Hohen Tatra sowie in den Karpaten vor. Die Vorkommen im Schwarzwald sind erloschen. Er besiedelt die collin-montanen bis alpinen Stufen der Hochgebirgsregionen. In Deutschland gilt der Kalk-Glocken-Enzian als gefährdet (Karte der Gesamtverbreitung).

Er ist eine Kennart der montanen bis alpinen Blaugrashalden auf flachgründigen, vollsonnigen Kalkgesteinsböden.

In den tieferen Lagen ist er zudem stetig in Kalk-Halbtrockenrasen, wechselfrischen Pfeifengraswiesen und sogar am Rand von Kalk-Kleinseggenrieden an Hang-Quellaustritten.

Gemeinsamer Nenner der Pflanzengesellschaften ist die Stickstoffarmut, der Kalkreichtum und sehr hoher Lichtgenuss bei gleichzeitig kühlen Temperaturverläufen.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)
Licht (9)  Temperatur (3)  Kontinentalität (4)  Feuchte (5)  Reaktion (9)  Stickstoff (3)



Gentiana clusii im Berner Oberland

Beschreibung

Gentiana clusii ist eine ausdauernde, wintergrüne Rosettenpflanze. Sie erreicht am Naturstandort Wuchshöhen von 5 bis 15 cm, in Gartenkultur oft 20 cm und mehr.

Die auffallend großen, leuchtend dunkel-blauen Kelchblüten sind nur sehr kurz gestielt. Die Blütezeit variiert je nach Höhenlage der Wuchsorte. In den tieferen Lagen erscheinen die Blüten ab Mitte Mai.

Anspruchsloser und viel leichter zu beziehen ist Gentiana septemfida (Sommer-Enzian), der allerdings im Blauton nicht ganz mit Gentiana clusii mithalten kann.

Sehr ähnlich ist der Silikat-Glocken-Enzian (Gentiana acaulis). Er ist das Pendant auf sauer verwitternden Gestein und unterscheidet sich im Wesentlichen durch die größeren, verkehrt-eiförmigen, nur wenig ledrigen Blätter und eine ausgeprägtere Zeichnung des inneren Blütenkelchs. Vermutlich gibt es aber auch Übergangsformen bzw. Hybridisierungen zwischen den beiden Arten.

Verwendungshinweise

Gentiana clusii ist -neben dem Alpen-Edelweiß (Leontopodium alpinum) - die Alpenpflanze. Ihr Bild ist ein Symbol der heilen Bergwelt schlechthin.

In der Gartenkultur spielt sie dennoch nur eine untergeordnete Rolle. Das liegt sicher daran, dass sie nur mit hohem Aufwand zu kultiveren ist und ihre Wirkung aufgrund geringer Größe nur in kleinen Anlagen entfalten kann.

Wer jedoch ein intensiv betreutes Alpinarium mit Kalkfelsen-Ambiente entwickelt, findet eine ansprechende Pflanze vor. Sehr schön ist sie natürlich auch in größeren Pflanztrögen mit Felsen anzuschauen.

Passende Begleiter vom Naturstandort sind z.B. das Alpen-Helmkraut (Scutellaria alpina), Alpen-Wundklee (Anthyllis vulneraria ssp. alpestris) oder Frühblühender Thymian (Thymus praecox).

Kultur

Insbesondere in tieferen Lagen ist die Kultur des Kalk-Glocken-Enzians ansprüchlich. In den Tieflagen leidet die Vitalität unter der Wärmeentwicklung auf den gewünscht sonnigen Lagen. Hier ist es besser, Standorte zu wählen, die nicht der Mittagssonne ausgesetzt sind.

Die Art ist nur auf stickstoffarmen Kalkgesteinsböden mit einigermaßen vertretbarem Aufwand zu kultivieren. Auch hier wird die Art aber ohne intensive Betreuung rasch von wüchsigeren Konkurrenten aller Art verdrängt.

Trockenphasen sind ungünstig und sollten vermieden werden.

Bilder





Gentiana_clusii_kalk-glocken-enzian_11

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
bis 15 cm Höhe
15-30 cm Höhe
blau
Mai
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Moore und Sümpfe
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Europa
Mittelgebirge (montan)
alpin
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
gut
Sehr hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
konkurrenzschwach
Kleinseggenriede
Trockenrasen Alpine Felsfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung
Steppenrasen
Kalk
Terrassen-/Balkongarten
Steingarten/Alpinum
für Pflanzgefäße geeignet
Nebensortiment
winter-/immergrün
Lebensbereich
Alpinum