Dracunculus vulgaris // Gemeine Drachenwurz, Schlangenwurz

Familie Araceae, Aronstabgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Wikipedia Dracunculus vulgaris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Dracunculus vulgaris

Die Gemeine Drachenwurz kommt von Italien über den gesamten Balkan bis in den Süd-Westen der Türkei vor. Daneben ist sie in den Algerischen Küstengebirgen heimisch. In Frankreich und Portugal gibt es neophytische Vorkommen.



Dracunculus vulgaris entwickelt geradezu furchteinflößende Blütenstände.

Dracunculus vulgaris besiedelt (voll-)sonnige Geröllhänge, temporäre Gebirgs-Bachläufe, lichte Gebüsche und lichte Wälder oder Olivenhaine. Die Böden sind skelettreich-schottrig, meist humusarm und dennoch stickstoffreich.

Zumindest im Frühjahr sind die Standorte ausreichend wasserversorgt und trocknen erst im Sommer stärker ab. Bevorzugt werden halbschattige Lagen.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (6)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (8)

Beschreibung
Dracunculus vulgaris ist eine sommergrüne, horstige Knollenpflanze. Sie treibt spät aus und entwickelt bizarr-fingerartige, weiß gefleckte Blätter. Die Wuchshöhe beträgt zwischen 50 und 100 cm.

Die schwarz-braune, mitunter violett angehauchte oder sogar weißliche Spatha des Blütenstandes erscheint ab Ende Juni bis Ende Juli. Die Spatha erreicht bis zu 40 cm Länge. Am Naturstandort werden mitunter auch bis zu 80 cm Länge erreicht. Der Blütenstand verströmt kurzzeitig (1-2 Tage) einen intensiven Aasgeruch, um Fliegen anzulocken.

Die gesamte Pflanze ist giftig.

Verwendungshinweise
Dracunculus vulgaris ist nicht sicher winterhart und wird in Mitteleuropa sehr selten kultiviert.

Das Erscheinungsbild ist einzigartig. Wer von dem Anblick unvorbereitet getroffen wird, mag sich sogar kurz erschrecken. In betont exotischen Arrangements ist die Art jedenfalls eine eindeutige Bereicherung.

Sie kommt sowohl am lichten Rand üppiger Gehölzsäume als auch in Verbindung mit Kies, Schotter und Felsen in Alpinarien zur Geltung. Die Begleitflora hält sich mit eigenen Ambitionen auf den großen Auftrit idealerweise etwas zurück. Mit dezenter Exotik unterstreichen z.B. Mäusedorn-Bambus (Shibataea kumasasa), Zotten-Rauhgras (Spodiopogon sibiricus), China-Greiskraut (Sinacalia tangutica) oder auch einfach nur Zweiblütige Weißwurz (Polygonatum biflorum) und Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas).     

Überzeugend ist sie auch im Verbund mit größeren mediterranen Halbsträuchern. Man sollte in dieser Formation aber auf ein naturalistisches Gesamtbild achten, damit das Ensemble nicht zu bemüht wirkt.

Im Handel ist die Gemeine Drachenwurz allerdings nur mit Mühe zu beziehen.



Auch die ansprechend gezeichenten Blätter verdienen einen interessierten Blick.

Kultur
Die ausgesprochen wärmeliebende Gemeine Drachenwurz kann in wintermilden Regionen in geschützten Lagen im Freiland überwintert werden. Ältere Knollen gelten als winterfester. Jungpflanzen werden besser wie z.B. Dahlien im Herbst geborgen und kühl-luftfeucht sowie frostfrei überwintert. Dies empfiehlt sich insbesondere in Regionen mit harscheren Wintern und oft geringer Schneedeckung.

Die Pflanzung der Knollen erfolgt ab April in 10 bis 20 cm Tiefe. Die Standorte sollten gut drainiert sein, damit im Winter keine Fäulnis begünstigende Staunässe entstehen kann. Günstig sind hierfür insbesondere Hanglagen.

Während der Entwicklungsphase von Anfang Mai bis Juli sind Trockenphasen der Vitalität nicht zuträglich.

Halbschattige Standorte werden gut vertragen. Soweit bis zum Ende der Blütezeit kein nennenswerter Trockenstress entsteht, sind auch sonnige Lagen gut geeignet.

Bilder












Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
bräunlich/schwarz
Juni
Juli
grün
weiß
panaschiert
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
giftig
ausgeprägt
eher unangenehm
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
sonnig
halbschattig
absonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
durchlässiger Lehm
humos
poröser Schotter
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
subtropische Klimate
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Süd-Osteuropa
Hügelland (collin)
Asien
Kleinasien
Afrika
Nordafrika
gut
Hoch
strukturbildender Gruppen-Solitär
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Waldgarten
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Alpinum
Felssteppen
Gehölzrand/Staudenfluren