Acanthus mollis // Weicher Akanthus, Mittelmeer-Bärenklau

Familie Acanthaceae, Akanthusgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Wikipedia Acanthus mollis
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Acanthus mollis

Der Weiche Akanthus stammt aus dem mediterranen Frankreich und Italien, Dalmatien, dem Bosporus, Nord-Afrika und Teilen des nahöstlichen Mittelmeerraumes.

Der Weiche Akanthus besiedelt vollsonnige bis halbschattige Staudenfluren und ruderale Eselsdistel-Fluren auf gelegentlich gestörten Standorten entlang von Wegen oder auf dörflichen Brachflächen.

Die Art findet sich insbesondere auf nährstoff- und basenreichen, mäßig trockenen bis frischen Standorten auf skelettreich-durchlässigen Mineralböden ein. Sie gedeiht aber auch auf feuchteren, etwas verschatteten Standorten.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (7)  Temperatur (8)  Kontinentalität (3)  Feuchte (3)  Reaktion (8)  Stickstoff (8)

Acanthus mollis ist in den Subtropen immergrün und wird vorrangig im lichten Schatten von Bäumen kultiviert.

Beschreibung
Acanthus mollis ist eine sommergrüne, horstige Staude von bis zu 120 cm Wuchshöhe. An älteren Exemplaren können die Blütenstände auch bis zu 180 cm Höhe erreichen, allerdings nur im Weinbauklima. Ansonsten bleibt die Blüte in kühleren Jahren meist aus.

Auf guten Standorten gehen die Horste dominant in die Breite und dulden nur kräftige Hochstauden in ihrer unmittelbaren Nähe. Acanthus mollis bildet große, gelappte Blätter und nur in ganzjährig stark wärmebegünstigten Lagen markante, blass-violett-rosa Blütenstände im Juli/August.

Die Samenstände sind bis in den Winter hinein strukturstark. Die Blätter ziehen erst nach den ersten kräftigen Frösten unterhalb von -5 Grad ein. Im Tiefland an geschützten Stellen kommt es vor, dass sie sogar grün durch den Winter kommen.

Sehr ähnlich ist der etwas weniger wärmebedürftige, winterhärtere und wesentlich häufiger verwendete Balkan-Bärenklau (Acanthus hungaricus). Er unterscheidet sich durch die längeren, tiefer eingeschnittenen, fast rippenartigen Blattspreiten.

Der ebenfalls ähnliche Dornige Akanthus (Acanthus spinosus) hat noch tiefer eingeschnittene, stachelige Blätter und bevorzugt sonnige, mäßig trockene Standorte. Er zieht mit den ersten Frösten ein.

In Mitteleuropa kommt Acanthus mollis nur unzuverlässig zur Blüte. Hier wird er zusammen mit Carex morrowii, Campanula trachelium und Dryopteris erythrosora verwendet.

Verwendungshinweise
Der Weiche Akanthus ist eine strukturstarke Staude mit ornamentalen Blütenständen und Blattschmuck. Allerdings hat sie keine optischen Vorzüge gegenüber den beiden üblichen Acanthus-Arten und kommt wesentlich seltener zur Blüte.

Sie kann in gepflegten und mediterranen Gärten, repräsentativen Anlagen, an Brunnen und künstlichen Wasserbassins und großen Pflanzgefäßen eingesetzt werden (dann weitgehend frostfreie, mäßig trockene Überwinterung). Sorten mit panaschierten Blättern bieten sich hier besonders an.

Bei heller, frostfreier Überwinterung und fortgesetzter Wassergabe bleibt der Akanthus immergrün.

Verwilderter Bestand auf Madeira in einer halbschattigen Brachfläche


Kultur
In Mitteleuropa entwickelt sich die Art nur in vollsonnigen bis licht halbschattigen, stark wärmebegünstigten Standorten überzeugend. Sie kann zwar auch in licht-schattigen Lagen eingesetzt werden und durchaus prächtiges Laub entwickeln. Zur Blüte kommt sie hier in Mitteleuropa aber praktisch nicht.

Sie liebt mäßig trockene bis dauerhaft frische, tiefgründig-nahrhafte Böden und benötigt unbedingt vor winterlichen Nord-Ost-Winden geschützte Standorte. Exemplare mit Frostschäden kommen nicht zur Blüte. Um regelmäßig zur Blüte zu gelangen, sind neben sehr wärmebegünstigten Standorten jährliche Düngergaben erforderlich.

In Regionen mit regelmäßigen Barfrösten ist eine Reisigabdeckung zwingend erforderlich, wobei sich der winterliche Verlust früher oder später hier doch nicht wird vermeiden lassen. Im Grunde ist die Art hier ungeeignet.

Auf wasserspeichernden Substraten (feinerdereiche Kalkschotter, Ziegel- oder Lavabruch) kommt Acanthus mollis nach der Etablierung auch ohne zusätzliche Bewässerung gut über den Sommer. Sommerlicher Trockenstress lässt den Blattschmuck leiden, die Pflanze selbst fühlt sich davon aber nicht wirklich beeinträchtigt.

Acanthus mollis im Jardim Botanico de Funchal

Sorten:
Die drei Acanthus-Arten neigen stark zur Hybridisierung. Bei vielen Sorten ist anzunehmen, dass sie eigentlich Hybridformen sind, die nur stärker zu der einen oder der anderen Elternart tendieren. Alle Sorten von Acanthus mollis sind nur mit größeren Mühen zu beziehen.
  • Rue Ledan: relativ frostharte, reichblütige Form mit weißen Blüten und grünlichen Helmen
  • Hollards Gold: grünlich-gelbes Laub, vorrangig als Blattschmuckstaude zu betrachten, reagiert etwas empfindlich auf intensive Sonneneinstrahlung
  • Tasmanien Angel: grünes Laub mit creme-weißen Rändern und feiner Sprenkelung, im Austrieb creme-gelb, rosa Blütenstand
  • Whitewater: dunkel-grau-grünes Laub mit creme-weißen Rändern und feiner Sprenkelung, teilweise im Austrieb chlorophyllfreie Blätter, blass-weiße Blüten, wüchsige Hybride
  • Bilder





















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    rosa
    bräunlich/schwarz
    rosé-weiß
    August
    grün
    weiß
    gelblich
    panaschiert
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    absonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    humos
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    Warmlagen
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Südeuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    gut
    Mittel
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Rabatte
    Insektenweide
    Nebensortiment
    sommergrün
    winter-/immergrün
    Gehölzrand/Staudenfluren