Verbena bonariensis / Patagonisches Eisenkraut, Argentinische Verbene

Verbena_bonariensis_eisenkraut_23 Familie Verbenaceae, Eisenkrautgewächse
Pflanzen pro qm 8.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Verbena bonariensis: Das Patagonisches Eisenkraut stammt aus dem tropischen und subtropischen Süd-Amerika. Es kommt hier von der Südspitze des Kontinents bis Ecuador und in den Süd-Osten Brasiliens vor. Verbena bonariensis ist aber in weiten Teilen der tropischen/subtropischen Hemisphäre als Gartenflüchtling verwildert und neophytisch eingebürgert.

In Deutschland gibt es unbeständige neophytische Populationen v.a. in der Oberrheinebene und stellenweise im Alpenvorland (Verbreitungskarte Deutschland).



Im Gegenlicht kommt die luftige Struktur des Patagonsichen Eisenkrauts gut zur Geltung.

In Süd-Amerika besiedelt Verbena bonariensis sommerfrische Pampas, meist nur temporär wasserführende Ränder von Flussbetten und sonnige Waldränder und Waldlichtungen der Gebirgslagen. Als versamungsfreudige Art tritt sie auch in kurzlebigen Ackerrandfluren, Ackerbrachen, auf Weideflächen und ruderalen Stellen auf.

Die Standorte sind vollsonnig bis licht halbschattig. An die Bodenbeschaffenheit werden geringe Anforderungen gestellt und nahezu alle nicht zu armen Substrate besiedelt.



In anspruchsvollen öffentlichen Gartenanlagen fehlt Verbena bonariensis selten.

Beschreibung

Verbena bonariensis ist eine horstige Staude, die in Mitteleuropa aber nur in sehr wintermilden Lagen überdauert. Sie erreicht Wuchshöhen von 80 bis 120 cm. In den Tropen/Subtropen werden bis zu 250 cm Höhe erreicht.

Die violetten Blüten stehen in köpfchenartigen Ähren an langen Stielen. Sie erscheinen an überwinterten Pflanzen ab Juni, einjähriges Saatgut blüht erst ab Mitte Juli. Der Blütenflor reicht in beiden Fällen bis in den Oktober hinein.

Auf dauerhaft frischen oder gar feuchten Substraten in etwas verschatteten Lagen ist der Wuchs sehr ausladend und die Pflanzen weben sich mehr oder weniger durch die Begleitflora. In sonnigen, gelegentlich trockeneren Lagen bleibt der Habitus wesentlich kompakter.

Verwendungshinweise

Die Argentinische Verbene ist ein sehr beliebtes Element in gut gepflegten Rabatten von Schaugärten aller Art. In den Privatgärten hat es bislang noch weniger dominanten Eingang gefunden, was vermutlich auf die eingeschränkte Winterhärte und die geringe Standorttreue zurück zu führen ist.

Dennoch ist die Art zweifellos ein apartes Gestaltungselement, das sich aufgrund seines "luftigen" Wuchses zwanglos in alle Staudenanlagen einbinden lässt.



Ungewöhnlicher Einsatz im Wüstenbeet u.a mit Asclepias curassavica und Yucca elata.

Durch ihre weite Amplitude bezüglich der Bodeneigenschaften und im Grunde auch der Wasserversorgung kann die Art gleichermaßen mit mediterranen Halbsträuchern kombiniert werden als sich auch in üppige, feuchten Gewässerränder zwischen Hochstauden einweben.

Eine niedrigere, ausläufertreibende, aber noch etwas weniger winterharte Alterantive ist die ansosnten ähnliche Verbena rigida.



Klassischer Einsatz als Sommerflor. Hier überragt sie Garten-Zinnien.

Kultur

Verbena bonariensis bevorzugt dauerhaft frische bis feuchte Bodenverhältnisse. Allerdings machen ihr weder stauende Feuchtigkeit noch kürzere, ja sogar längere Trockenphasen zu schaffen. Auf trockenen Standorten bleibt sie niedriger und kompakter.

Sie gedeiht auf schottrigen, basenreichen Böden gleichermaßen wie auf basenarmen, humosen Substraten und kann vollsonnig bis halbschattig stehen.

Verbena bonariensis ist wärmebedürftig und nur im Weinbauklima oder an ausgesprochen geschützten Sonderstandorten ausreichend winterhart. Sie neigt aber zu ausgeprägter Versamung und verteilt sich liebend gerne an allen Stellen im Garten, an denen sie eine offene Bodenstelle findet. Dadurch bleibt sie auch in rauheren Regionen oft dauerhaft, allerdings nicht standorttreu.

Es ist auch möglich, die Horste im Spätherbst zu heben und frostfrei z.B. im Keller zu überwintern.

Neben der leichten Versamung (im Frühbeet am März, sonst ab Ende April) lassen sich im Herbst auch zuverlässig halb verholzte Stecklinge zu früh blühenden Exemplaren heranziehen.

Sorten:
  • Lollipop: kompakte, sterile, vermutlich hybride Sorte, Wuchshöhe bis 60 cm, mangels Versamung größere Verlustgefahr durch Winterausfall

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
violett
Juni
Juli
August
September
Oktober
dunkel-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
ungiftig
frisch
wechselfeucht
feucht
vollsonnig
sonnig
halbschattig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
kalk-/basenreich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Südamerika
gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
Ländlicher Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Steppenpflanzung
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Insektenweide
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
sommergrün
Wasserrand/Sumpf
Wiesen
Gehölzrand/Staudenfluren