Koenigia weyrichii (Aconogonum weyrichii) // Weyrichs Bergknöterich

Familie Polygonaceae, Knöterichgewächse
Pflanzen pro qm 3.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Koenigia weyrichii: Weyrichs Bergknöterich stammt aus dem äußersten Fernen Osten Russlands und ist auf der Halbinsel Kamtschatka, den Kurilen und auf Sachalin verbreitet.

In Weißrussland, England und Österreich ist er neophytisch etabliert. In Deutschland treten bislang nur unbeständige Populationen in Siedlungsnähe auf.

 :

Ein prächtiger Bestand von Koenigia weyrichii Anfang September.

Der Norden des natürlichen Verbreitungsgebietes liegt bereits in der subarktischen Klimazone, der überwiegende Teil aber in der kalt gemäßigten Zone. Durch den ausgleichenden Einfluss des Pazifiks bleiben zumindest in den küstennahen Tiefebenen die eigentlich zu erwartenden, sehr kalten, schneereichen Winter relativ mild. In den inneren Bergketten treten dagegen harsche Winterbedingungen auf. Die Sommer sind sehr niederschlagsreich und mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von 15 bis 25 Grad kühl.

Koenigia weyrichii besiedelt frische bis feuchte Waldränder, Lichtungen, kühle Berghänge und Ufer von Fließgewässern. Meist handelt es sich um nahrhafte, tiefgründige, skelettreich-homose Lehmböden mit saurer bis neutraler Reaktion.

Die Standorte sind licht schattig bis schwach sonnig.

Beschreibung: Koenigia weyrichii ist eine durch kräftige Ausläufer in die Fläche drängende, sommergrüne Staude. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 100 und 140 cm.

Die Laubblätter sind bis zu 25 cm lang, 10 cm breit und haben einen abgerundeten Blattgrund. Sie sind unterseits dicht-filzig mit durchsichtigen Haaren versehen, die die Blattunterseite etwas heller erscheinen lassen. Schon im Spätsommer beginnen Teile der Blätter wein-rötlich zu überlaufen. Die Herbstfärbung ist auf teilsonnigen Standorten oft ein rostiges Rot-Orange.

Die weißen bis grünlich-weißen Blütenrispen stehen aufrecht am Ende der Triebe. Die Blütezeit reicht von Ende August bis Ende September.

Im Handel ist die synonyme Benennung "Aconogonum weyrichii" üblicher. Auch "Polygonum weyrichii" wird häufiger verwendet. Eine gewisse Ähnlichkeit hat die seltener gehandelte, stärker invasive Koenigia polystachya. Deren Blätter sind aber deutlich schlanker.

Verwendungshinweise: Weyrichs Bergknöterich erzeugt mit seinem kräftigen Wuchs und den großen Blättern eine dynamische, etwas fernöstliche Stimmung.

Er eignet sich ganz gut, um in weitläufigen Gartenanlagen oder Parks den frischen, sonnenabgewandten Rand von Gehölzen oder größeren Gewässern zu exotisieren. Kräftige Bambusse wie Fargesia dracocephala unterstützen dabei.

Empfindsame und aufmerksame Augen könnten eine optische Nähe zum invasiven, mit gestörten Naturstandorten in Verbindung gebrachten Sachalin-Staudenknöterich herstellen, was deren Gartengenuss schmälern würde.

Im Versandhandel ist Topfware zuverlässig erhältlich.

 :

Der Austrieb ist Ende April bereits so mächtig, dass unterpflanzte Frühlingsgeophyten ihre Ruhephase einläuten sollten.

Kultur: Koenigia weyrichii ist überall in Mitteleuropa vollkommen winterhart.

Die Art bevorzugt luftfeuchte, kühle Klimate und versagt an sonnig-warmen oder gar hitzeanfälligen Standorten. Sonnige Situationen sollte man ihr daher höchstens in kühlen Gebirgslagen oder entlang der Nordseeküste zumuten.

Auch Trockenstress behagt nicht und führt zu kümmerlichen Ergebnissen. Außerhalb betont niederschlagsreicher Regionen wird man ohne die Möglichkeit, sommerliche Trockenperioden künstlich überbrücken zu können, nicht auskommen.

Weyrichs Bergknöterich bevorzugt tiefgründige, gute "Gartenböden" oder humose, nicht zur Verdichtung neigende Lehmböden. Die Kalkgehalte sollten nicht zu hoch geraten.

Wo er sich wohlfühlt, wird er mit der Zeit dominante Bestände aufbauen und nur kräftige Stauden neben sich dulden. Mit etwas Augenmerk lässt sich der Expansionsdrang aber kontrollieren. Eine Unterpflanzung mit sehr früh blühenden Frühlingsgeophyten der Wälder ist gut möglich.

 :

Auf etwas sonnigen Standorten verfärbt sich das Laub ansprechend.

Die Vermehrung ist vegetativ über die Rhizome leicht zu realisieren. Auch Triebstecklinge bewurzeln sich im Sommer an den Internodien willig. Saatgut keimt ohne Kälteimpuls bei gleichmäßiger Feuchte und Temperaturen von ca. 20 Grad zuverlässig und innerhalb von zwei Wochen.

Bilder















Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
100-150 cm Höhe
weiß
September
grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
frisch
wechselfeucht
nicht austrocknend
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
Lehm
humos
organische Böden
keine Bodenverdichtung
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
befriedigend
Mittel
strukturbildender Solitär
strukturbildender Gruppen-Solitär
unverträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Waldgarten
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Nebensortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Wasserrand/Sumpf
Gehölzrand/Staudenfluren