Dianthus arenarius // Sand-Nelke

Familie Caryophyllaceae, Nelkengewächse
Pflanzen pro qm 15.00
Wikipedia Dianthus arenarius
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Dianthus arenarius: Die Sand-Nelke hat einen ost-europäischen Verbreitungsschwerpunkt. Sie ist vom Baltikum im Norden bis zum nördlichen Balkan und in den ukrainischen Steppen heimisch.

In Deutschland stößt Dianthus arenarius mit der Unterart Dianthus arenarius ssp. borussicus im östlichen Brandenburg mit einem Schwerpunkt an den Oderhängen und im östlichsten Mecklenburg-Vorpommern an ihre westliche Arealgrenze. Die Vorkommen sind hier generell lückig und zudem rückläufig. Die Art gilt entsprechend als stark gefährdet.



Dianthus arenarius ssp. borussicus am Naturstandort in den Silberbergen bei Garz.

Die Sand-Nelke ist eine Kennart der Blau-Schillergras-Rasen, einer Sand-Steppengesellschaft auf basenreichen, humusarmen Sandböden in kontinental geprägten Wuchsorten. Im Sommer sind sie Hitzestandorte und im Winter oft Tieffrostphasen ausgesetzt.

Die Standorte sind ausgesprochen stickstoffarm und trocken bis höchstens mäßig trocken.

Beschreibung: Dianthus arenarius ist eine meist sommergrüne Staude. Sie entwickelt luftige Polster von 20 bis höchstens 30 cm Höhe.

Im Juli sind die Polster von leicht fedrig geschlitzten, weißen Blüten überzogen.

Mit der viel häufigeren, hochwügsigen Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) werden natürliche Hybride gebildet.

Verwendungshinweise: Dianthus arenarius hat unter den zahlreichen nelkenartigen durch die charakteristische Blütenform einen gewissen Wiedererkennungswert.

Ihr naturhafter Charme prädetiniert sie für den Vordergrund von Steppenanlagen oder Kiesgärten in Verbindung mit niedrigen, horstigen Gräsern. Am Naturstandort trifft man sie oft mit dem ebenfalls gartenbekannten Blau-Schillergras (Koeleria glauca), Schafschwingeln (Festuca ovina), gelegentlich auch mit dem weniger bekannten, aber sehr gartenwürdigem Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides).

Schöne, naturidentische Blühkombinationen ergeben sich z.B. mit Ährigem Blauweiderich (Veronica spicata), Rundblättriger Glockenblume (Campanula rotundifolia) und Sibirischer Glockenblume (Campanula sibirica) oder auch Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata).

Generell ist der Rückgriff auf flächige, individuenreiche Bestände zu empfehlen, damit die Wahrnehmbarkeitsschwelle auch für den eiligen Betrachter überschritten wird.



Dianthus arenarius in einer naturhaften Sandsteppe:

Kultur: Die Sand-Nelke ist dauerhaft mit vertretbarem Aufwand nur auf stickstoffarmen, zumindest im Sommerhalbjahr trockenen Sandböden zu kultivieren.

Sie benötigt unbedingt (voll-)sonnige Standorte, die sich im Sommer gerne auch erhitzen dürfen. Verschattung führt zunächst zu unansehnlichen Wuchsformen und dann zur Verdrängung.

Wo lückige Sandböden vorliegen, versamt sie sich willig. Erste Sämlinge tauchen mitunter schon in einem feuchten Frühherbst auf, eine winterliche Kälteperiode ist für die Keimfähigkeit nicht erforderlich. Bei Neuanlagen kann man sowohl im Herbst wie im Frühling ebenfalls auf Saatgut zurückgreifen. Dies empfiehlt sich sogar, da Topfballen meist in humoser Einheitserde geliefert werden, die für den Erfolg eines Sand-Magerrasens gänzlich kontraproduktiv sind.



Dianthus arenarius ssp. borussicus

Bilder












Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
15-30 cm Höhe
Polsterpflanze
weiß
Juli
grün
blau-grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
unbedeutend
trocken
mäßig trocken
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Trockenrasen
sehr arme Böden
arme Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Kontinentaler Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mitteleuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Sibirien
gut
Mittel
aspektbildender Flächenfüller
verträglich
konkurrenzschwach
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steingarten/Alpinum
Steppenpflanzung
Gründächer
Substratstärke über 15 cm
Hauptsortiment
sommergrün
Steppen