Liriope muscari / Lilientraube

Liriope_muscari_lielientraube_11 Familie Asparagaceae, Spargelgewächse
Pflanzen pro qm 20.00
Wikipedia Liriope muscari
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Liriope muscari


Die Lilientraube kommt vom östlichen China über Korea und Taiwan bis nach Japan vor. Sie siedelt in Bergregionen von den Tallagen bis in etwa 1.500 m Höhe, im südlichen Verbreitungsgebiet auch bis 2.000 m üNN.

Liriope muscari ist ein charakteristisches Element der Krautschicht in luftfeuchten Schluchtwäldern, Gebüschen an absonnigen Berghängen sowie unter Bambusbeständen.

Die Standorte sind halbschattig bis schattig und frisch bis sickerfeucht. Bevorzugt werden relativ stickstoffreiche, humos-skelettreiche Wald-Lehmböden saurer bis mäßig basenreicher Standorte.



In der Gartenkultur werden vorwiegend Auslesen mit kräftigeren Blüten verwendet. Die Sorte 'Big Blue' zeigt zudem ein kräftiges Blau.

Beschreibung

Die Lilientraube ist eine winter- bis immergrüne, streng horstige Staude. Außerhalb der Blütezeit wirkt die Art grasartig und erinnert eher an Carex-Bestände.

Um so mehr überrascht der traubige, hellblaue Blütenstand ab Ende August bis Anfang Oktober, der sich knapp über die Blattschöpfe erhebt. Die schwarzen Früchte sind unauffällig.

Es gibt Auslesen mit auffälligeren, sprich größeren und farbintensiveren Blütenständen.

Die sehr ähnliche Liriope spicata bildet durch kurze Ausläufer langsam lockere Rasen, ist aber sehr selten im Handel erhältlich.

Verwendungshinweise

Liriope muscari ist eine interessante, eher selten zu sehende Option für schattige Partien unter alten Baumbeständen und im Schatten von Mauern und Gebäudeteilen von repräsentativen Anlagen.

Sie wird am besten mit niedrigen bis mittelhohen Waldgräsern, Schlangenbart und nicht wuchernden Farnen kombiniert und setzt hier v.a. in den blühstärkeren Auslesen im Herbst überraschende Blühaspekte.

Ein flächendeckender Einsatz als vollständiger Ersatz für wintergrüne Waldgräser ist denkbar, durch den trägen Wuchs mit sehr geringem Ausbreitungsdrang ist dies allerdings aus Kostengründen in der Praxis nur für repräsentative, gut gepflegte Anlagen eine echte Option.

Denkbar ist auch ein Einsatz in nicht zu kleinen Pflanzgefäßen, wo sich stilvolle Effekte in schattigen Balkon- und Terassengärten erzielen lassen. Der Wurzelballen darf allerdings im Winter keinesfalls durchfrieren.



Die reine Wildart ist dagegen im Blütenflor sehr dezent.

Kultur

Liriope muscari entwickelt sich in den ersten zwei bis drei Jahren träge, wird mit der Zeit aber erstaunlich üppig und robust.

Im Wurzelteller von Bäumen und Sträuchern sollte sommerliche Bewässerung möglich sein und jährlich gedüngt werden. Ein gewisser Trockenstress wird gut ertragen, wüchsiger ist sie aber natürlich bei dauerhaft frischen Bedingungen. Auch im tiefen Schatten ist die Art ausdauernd, aber extrem trägwüchsig.

Auf der anderen Seite darf die Stickstoffversorgung nicht so günstig werden, dass sich ein üppiger oder gar mastiger Wuchs einstellt. Solche Exemplare werden nicht selten sogar in milden Wintern an geschützten Standorten vom Frost dahingerafft. Auf nahrhaften Substraten sollten nur Standorte mit spürbarem Wurzeldruck durch Gehölze oder ausgesprochen geschützte Sondersituationen gewählt werden.

Vor winterlichen Nord- und Ostwinden geschützte Lagen mindern die Gefahr von Frostschäden ansonsten wirkungsvoll. Problematisch ist die Wirkung von Wintersonne bei gefrorenem Boden, hier können erhebliche Blattschäden auftreten, die nur mühsam wieder kompensiert werden.

An die Bodenbeschaffenheit stellt die Art dagegen erstaunlich geringe Ansprüche. Sie gedeiht auf Rhododendronsubstrat ebenso wie auf humusarmen, lehmigen und basenreichen Rohböden.

Sorten:
  • Big Blue: grünes Laub, blau-violette Blüte, wüchsig (bis 50 cm hoch)
  • Gold Banded: gelb gestreiftes Laub, trägwüchisg
  • Moneymaker: grünes Laub, blau-violette Blüte, vergleichsweise wüchsig (bis 40 cm hoch)
  • Monroe White: nur bis 30 cm hoch, rein-weiße Blüten
  • Royal Purple: wie die Art, mit langen, fast bodentief reichende Blütentrauben
  • Silver Banded: creme-weiß gestreiftes Laub, trägwüchisg
  • Variegata: creme-weiß gestreiftes Laub, trägwüchisg

Bilder





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Gold Banded


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Silver Banded

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Gras
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
violett
hell-blau
blau
September
dunkel-grün
weiß
gelblich
panaschiert
Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
unbedeutend
frisch
feucht
halbschattig
sommerlich schattig
ganzjährig schattig
absonnig
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
kalk-/basenreich
stark sauer
mittlere Böden
reiche Böden
Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich Handelsgängigkeit
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
sehr gut
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
aspektbildender Flächenfüller
strukturbildende Matrixpflanze
verträglich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
für Pflanzgefäße geeignet
öffentliches Grün
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Hauptsortiment
Belaubung Lebensbereich
winter-/immergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren