Fallopia japonica (Reynoutria japonica) // Japanischer Staudenknöterich

Familie Polygonaceae, Knöterichgewächse
Pflanzen pro qm 2.00
Wikipedia Fallopia japonica (Reynoutria japonica)
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Fallopia japonica (Reynoutria japonica)

Der Japanische Staudenknöterich stammt aus dem östlichen China, dem Fernen Osten Russlands, aus Korea und Japan. Er ist aber in weiten Teilen der gemäßigten Nordhemisphäre als aggressiver Neophyt eingebürgert.

In Deutschland und auch in der Schweiz ist Fallopia japonica nahezu flächendeckend von den Tiefebenen bis in die montanen Höhenstufen in allen Naturräumen eingebürgert und gilt praktisch überall als invasiv. In Mitteleuropa bilden sich auf nahrhaften, nicht zu trockenen Böden oft Dominanzbestände in Ruderalfluren und Flussauen.

Fallopia japonica malerisch am Teichufer in trügerischer Anmut.

Der Japanische Staudenknöterich besiedelt lichte Hochstaudenfluren, Gebüsche, Waldränder, Bachufer und Ruderalfluren. Im Himalaya steigt er bis in fast 4.000 m Höhe auf.

Fallopia japonica gedeiht auf mäßig trockenen bis nassen, meist nahrhaften und basenreicheren Böden aller Art.

Fallopia japonica var. compactum ist eine niedrige Form der hochmontanen und alpinen Bergstufen. Sie wächst bevorzugt auf leicht bewegten (vulkanischen) Schuttfeldern mit geringen Humusanteilen und höchstens mäßiger Stickstoffversorgung. Durch die hohen Niederschlagsraten fallen diese gut drainierten Habitate aber nicht trocken.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)   .. zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (2)  Feuchte (8)  Reaktion (5)  Stickstoff (7)

Die Herbstfärbung ist an ausreichend besonnten Standorten ebenfalls ansprechend.

Beschreibung
Die sommergrüne Fallopia japonica bildet durch Ausläufer wuchernde Dominanzbestände. Die ledrigen Blätter sind recht groß und grün. Die Rhizome und Wurzeln entwickeln sich so intensiv, dass sie selbst im Hochsommer den größten Teil der Biomasse der Pflanze stellen.

Die weißlichen Blütentrauben erscheinen im Spätsommer bis in den Frühherbst. Die Pflanzen sind zweihäusig, in Deutschland sollen praktisch nur weibliche Pflanzen mit mehr oder weniger waagerecht abstehenden Seitenzweigen der Blüten vorkommen.

Fallopia japonica bleibt mit Wuchshöhen von maximal 3 m etwas "zierlicher" als die sehr ähnliche, aber großblättrigere Fallopia sachalinensis. Fallopia japonica unterscheidet sich außerdem durch die stets rötlich überlaufenen Triebe und die fehlende unterseitige Blattbehaarung. Beide bilden aber die Hybride Fallopia x bohemica mit zwischen den Elternarten vermittelnden Eigenschaften.

Im Herbst verfärbt sich das Laub durchaus zierend gelblich-braun.

Fallopia japonica var. compactum erreicht nur zwischen 40 und 100 cm Wuchshöhe, breitet sich aber ebenfalls rasant in die Fläche aus.

Urwaldartiger Massenbestand an einem Tiefland-Bach

Verwendungshinweise
Aufgrund des massiven Expansionsdrangs und der kaum zu vermeidenden Gartenflucht in die Landschaft kann der Japanische Staudenknöterich nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Eine Verwendung in abgeschlossenen Innenhöfen von Citylagen ist unter Umständen verantwortbar. Zumindest die schwachwüchsigen Auslesen dürften von hier aus kein hohes Schadpotenzial aufweisen und nur innerhalb des Gartens wüten.

Grundsätzlich hat die Art ein exotisches Erscheinungsbild, wird mittlerweile aber mit gestörten Plätzen assoziiert. Sie lässt sich daher auch aus ästhetischen Gründen nur schwer in Pflanzkonzepte integrieren.

Interessante Optionen eröffnet lediglich die panaschierte, kaum gehandelte Form "Spectabile", die z.B. in großen Kübeln gut zur Geltung kommt. Auch mit der eher bodendeckenden Compactum-Form 'Rosea' lassen sich interessante Flächen in weitläufigen, exotischen Anlagen entwickeln. Die unangenehme Tendenz zur Versamung macht den Einsatz aber zu einem riskanten Abenteuer.

Wenn ansonsten der zwingende Bedarf besteht, einen Staudenknöterich einzusetzen, sollte eher auf Fallopia sachalinensis mit dem insgesamt noch eindrucksvollerem Erscheinungsbild zurück gegriffen werden. Ebenfalls vorzuziehen wäre die Art-Hybride  Fallopia x bohemica. Alle genannten Warnhinweise gelten aber auch für diese Alterantiven.

Im Austrieb ist die rötliche Marmorierung der Stengel gut zu erkennen.

Kultur
Der Japanische Staudenknöterich stellt sehr geringe Anforderungen an die Kulturstandorte und gedeiht unter nahezu allen erdenklichen Bedingungen.

Ideale Standorte sind sonnig, bodenfeucht und stickstoffreich.

Im echten Schatten ist die Art trägwüchsig und wächst eher horstig. Sie wirkt dabei aber trotzdem vital.

Er ist nur mit kräftigen Wurzelsperren im Zaum zu halten und im Zweifel nur schwerlich wieder aus dem Garten zu entfernen. Sämlinge interessieren sich zudem nicht für Wurzelsperren.

Kombinationen mit anderen Stauden sind praktisch nicht möglich. Mitunter schaffen es Stauden-Sonnenblumen wie Helianthus tuberosus oder Helianthus tuberosus dem Druck Stand zu halten.

Sorten:
  • Spectabile: weiß-panaschiertes Laub, 150-180 cm hoch, weniger wuchernd, seltener blühend (kaum im Handel)
  • var. compactum: bleibt mit max. 100 cm wesentlich niedriger, blüht früher und hat wesentlich kleineres Laub und kleinere Blüten. Noch nicht fest eingebürgert.
  • var. compactum 'Rosea': bis 50 cm hoch, bodendeckende Qualitäten, rosa Blüten, leicht bräunlich panaschiertes Laub, 5 Pflanzen/m²
  • Bilder





















    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    flächendeckend
    30-60 cm Höhe
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    150-250 cm Höhe
    weiß
    rosa
    September
    grün
    weiß
    panaschiert
    zierende Herbstfärbung
    Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P)
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    wechselfeucht
    nass
    sommertrocken
    feucht
    vollsonnig
    sonnig
    halbschattig
    sommerlich schattig
    absonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    kalkfrei, sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    Ton
    humos
    poröser Schotter
    starker Wurzeldruck
    kalk-/basenreich
    arme Böden
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr reiche Böden
    Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Gewässer/Gewässerrand Staudenfluren
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    luftfeuchte und/oder kühle Lagen
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Asien
    Ostasien/China/Mandschurei
    Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
    in Sonderfällen
    Sehr gering
    strukturbildender Solitär
    unverträglich
    Stillgewässer
    Mesotroph
    Nährstoffreich
    Fliessgewässer
    Bäche
    Flüsse
    Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte
    Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
    Wälder Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Feuchtwälder
    Auwälder
    Asiatisch-Exotischer Garten
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Wassergarten
    Waldgarten
    für Pflanzgefäße geeignet
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Wasserrand/Sumpf
    Alpinum
    Wiesen
    Gehölzrand/Staudenfluren