Acanthus spinosus / Dorniger Acanthus, Stacheliger Bärenklau

Familie Acanthaceae, Akanthusgewächse
Pflanzen pro qm 4.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Acanthus spinosus: Der Dornige Acanthus hat einen mediterranen Verbreitungsschwerpunkt. Das Verbreitungsgebiet reicht von Italien über Dalmatien nach Griechendland, Bulgarien und die Türkei. In Nordafrika ist der Acanthus spinosus in Algerien heimisch.

Er besiedelt (voll-)sonnige Felshänge, sonnige Stellen in Kiefern- und Hartlaubwäldern an der Trockengrenze des Waldes und Macchien, also Schaftriften auf degradierten Hartlaubwald-Standorten.

Die Böden sind im Frühjahr mäßig trocken bis frisch und trocknen über den Sommer meist deutlich ab. Das Substrat ist skelettreich-durchlässig, weist allerdings eine gute innere Wasserhaltefähigkeit auf.

Bevorzugt werden kalk- bzw. basenreiche bis neutrale sowie mäßig nahrhafte bis nahrhafte Standorte.

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Acanthus spinosus im überzeugenden Struktur- und Hell-Dunkel-Kontrast mit Perovskia atriplicifolia, Foeniculum vulgare 'Rubrum' und Stipa pulcherrima.

Beschreibung: Der Dornige Acanthus ist eine in Mitteleuropa sommergrüne Staude von 40 bis 50 cm Wuchshöhe. Die bräunlich-rosa Blütenstände im Juli erreichen bis zu 80 (120) cm Höhe. An guten Standorten entwickeln die Horste durch kurze Ausläufer einen sehr spürbaren Drang in die Breite.

Bei frostfreier, heller Überwinterung ist Acanthus spinosus immergrün, im Freiland bleibt das Laub in den Tieflagen oft bis zur ersten längeren Frostphase grün. Die Fruchstände sind bis in das nächste Frühjahr strukturstabil und durchaus zierend.

Vom gebräuchlicheren, weniger trockenheitsverträglichen Balkan-Bärenklau (Acanthus hungaricus) und dem weniger winterharten Weichen Akanthus (Acanthus mollis) unterscheidet sich die Art durch etwas geringere Wuchshöhe und v.a. die distelartigen, tiefer eingschnittenen Blattspreiten mit silbrig-weißen Stachelspitzen. Die hellen Blattadern setzen sich deutlich von den kräftig grünen Blattspreiten ab.

Im Handel sind allerdings häuig hybridisierte Formen erhältlich, die diese Merkmale weniger ausgeprägt zeigen.

Verwendungshinweise: Der Dornige Acanthus ist eine charakterstarke, gute Option für mediterrane Anlagen, Kies- und Steppengärten. Sie kommt gut an Trockenmauern oder vor größeren Felsen zur Geltung.

In großen Terracotta-Gefäßen werden stilvolle Effekte erzielt, die Überwinterung muss dann aber weitgehend frostfrei und hell erfolgen. Im Wintergarten ist sie dann immergrün und das ganze Jahr über zierend.

Bis zum ersten Blütenflor vergehen in der Regel zwei bis drei Vegetationsperioden nach der Pflanzung. Dann ist er aber der Akanthus mit dem sichersten Blütenflor. Er ist anders als seine beiden Vettern hierfür auch nicht zwingend auf regelmäßige Düngung angewiesen.

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Ein Acanthus spinosus kämpft mit zwei kräftigen Horsten des Japanischen Lampenputzergrases. Der Woll-Ziest hält sich vornehm heraus.


Kultur: Die Wuchsorte sollten unbedingt sonnig-warm und vor winterlichen Nord-Ost-Winden geschützt sein.

Auf Böden mit hohem Anteil an Kalk-, Lava- oder Ziegelbruch, selbst auf tiefgründigen Sandböden benötigt die Art nach der Etablierung keine weitere Bewässerung und kann sich auch auf stickstoffreicheren Standorten gut gegen Wildkräuter behaupten. Als unmittelbare Pflanzpartner werden dauerhaft nur kräftigere Stauden geduldet.

Auf basenarmen Böden und bereits in halbschattigen Lagen kümmert er. Auch Bodenverdichtung trägt nicht zum Wohlbefinden bei.

Sorten:
  • Lady Moore: etwas breitere Blattspreiten, die im Austrieb weißlich gesprenkelt sind
  • Bilder






    leicht hybridiserte Form






    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    rosa
    bräunlich/schwarz
    Juli
    dunkel-grün
    Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
    zierend/strukturstark
    ungiftig
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    poröser Schotter
    keine Bodenverdichtung
    kalk-/basenreich
    mittlere Böden
    reiche Böden
    sehr wintermilde Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Europa
    Mittelgebirge (montan)
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    mediterraner Schwerpunkt
    Hügelland (collin)
    Asien
    Kleinasien
    Vord. Orient
    sehr gut
    Gering
    strukturbildender Solitär
    strukturbildender Gruppen-Solitär
    verträglich
    Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Mediterraner Garten
    Terrassen-/Balkongarten
    Repräsentative Gärten
    Steppenpflanzung
    für Pflanzgefäße geeignet
    öffentliches Grün
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Nebensortiment
    sommergrün
    winter-/immergrün
    Felssteppen
    Gehölzrand/Staudenfluren