Euphorbia esula // Esels-Wolfsmilch

Familie Wolfsmilchgewächse
Pflanzen pro qm 5.00
Wikipedia Euphorbia esula
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Euphorbia esula

Die Esels-Wolfsmilch hat ein Verbreitungsgebiet, das sich mit Ausnahme West- und Nord-Europas und dem indischen Subkontinent über ganz Eurasien erstreckt.

In Deutschland zeigt sie eine gewisse Präferenz für die großen Stromtäler von Rhein, Weser, Elbe und Oder. In den Mittelgebirgsregionen ist sie selten bzw. fehlt im Alpenvorland fast ganz.



Kräftige Esels-Wolfsmilch am Rande einer Brandstelle innerhalb eines Kontinentalen Steppenrasens.

Euphorbia esula findet sich hauptsächlich in halbruderalen Queckenrasen, in Eselsdistel-Fluren und in basenreichen Halb- und Volltrockenrasen.

Die Standorte sind (voll-)sonnig und meist wärmebegünstigt. Beworzugt werden skelettreich-durchlässige Mineralböden mit guter Basen- und geringer bis mäßiger Stickstoffversorgung.

Zumindest im Sommer treten in der Regel kürzere oder auch längere Trockenphasen auf.

Ökologische Zeigerwerte nach Tela Botanica  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (5)  Reaktion (7)  Stickstoff (4)



Die Samenstände sind bis zum Spätsommer zierend und unterscheiden sich kaum vom Blütenschmuck.

Beschreibung
Euphorbia esula ist eine durch lange unterirdische Ausläufer rasige Bestände aufbauende, sommergrüne Staude. Sie ist im Erscheinungsbild etwas variabel und erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 80 cm.

An sommerlich warmen Tagen verströmen die Blüten einen sehr angenehmen, starken Honigduft. Die Blütezeit bzw. die optische Wirksamkeit der Blütenstände erstreckt sich über einen ungewöhnlich langen Zeitraum von Mitte März bis in den Juli hinein.

Manche Formen zeigen zudem einen zierenden wein-roten Austrieb und behalten oft über den Sommer einen rötlichen Stengel, der schön mit den grün-gelben Blüten kontrastiert. Die Normalform zeigt diese Rotverfärbungen aber nicht.



Form mit schönem rötlichen Austrieb und roten Stengeln

Das schmale Laub ist bläulich-grün und färbt sich im Herbst zierend gelblich.

Mit der gärtnerisch viel bekannteren Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) werden natürliche Hybriden gebildet.



Herbstlicher Blattschmuck

Verwendungshinweise
Euphorbia esula ist eine von Mitte März bis Anfang November, also über den oftmals rötlichen Austrieb, die frühe Blüte und die lange haltenden, von den Blüten kaum zu unterscheidenden Samenstände bis zur attraktiven Herbstverfärbung des Laubes, attraktive Staude.

Das kühle Gelb der Hochblätter ist praktisch mit allen denkbaren Farben kombinierbar. Es kann sogar als Mittler zwischen Komplementärkontrasten fungieren.

Man darf sich Euphorbia esula als eine kräftigere Form der Zypressen-Wolfsmilch vorstellen, was vielleicht trotz der vielen Vorzüge der Grund für die geringe Verbreitung in den Gärten dieser Welt ist. Schließlich gilt schon die Zypressen-Wolfsmilch manchem als unbändig wucherndes Sicherheitsrisiko.

Der Expansionsdrang der Esels-Wolfsmilch ist in leichten Böden auch tatsächlich ausgeprägt. Kräftige Stauden werden aber luftig umflossen und nicht übermäßig bedrängt. Entscheidend ist aber, dass die einzelnen Klone kurzlebig sind und nach zwei oder drei Jahren verschwinden. Da die Selbstversamung effektiv funktioniert, taucht sie entsprechend vagabundierend mal an der einen, mal an der anderen Stelle im Garten wieder auf.



Eindrucksvoller Einsatz zusammen mit dem Ziest 'Hummelo' und im Hintergrund Silberhaarigem Raugras

Euphorbia esula ist vielfältig einsetzbar. Sehr schön ist sie in naturhaften, etwas trockeneren Staudenbeeten oder Kiesgärten als verbindendes Element zwischen Klassikern wie Russel-Brandkraut oder Rote Spornblume mit strukturgebenden Horsten z.B. des Silberhaarigen Raugras. Interessant ist auch die Kombination mit den ebenfalls expansiven Ludwigs-Beifuß bzw. dem Pontischen Beifuß.

Passende Partner aus halbruderalen Trockenrasen wären z.B. Gemeine Schafgarbe und Färber-Hundskamille.

Im Versandhandel ist sie nur mit Mühen zu beziehen und selbst Saatgut wird selten angeboten.



Esels-Wolfsmilch in einer trockenen Ausprägung einer Glatthafer-Wiese

Kultur
Die Esels-Wolfsmilch ist auf sonnigen, gerne etwas trockeneren Mineralböden robust und zuverlässig. Sie etabliert sich rasch, für eine langjährige Kultur benötigt sie aber regelmäßige Bodenstörungen, um sich versamend regenerieren und erhalten zu können.

Stickstoffreichere Bedingungen kann sie gut in üppiges Wachstum umsetzten und bleibt entsprechend konkurrenzkräftig.

In Neuanlagen kann man auch sehr gut durch Direktsaat flächige Bestände etablieren.

Bilder







































Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
flächendeckend
30-60 cm Höhe
gelb
März
April
Mai
Juni
Juli
blau-grün
zierende Herbstfärbung
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
stark giftig
vorhanden
mäßig trocken
frisch
gut drainiert
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
sehr arme Böden
arme Böden
mittlere Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Osteuropa/Kaukasus
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
befriedigend
Mittel
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Frischwiesen
Trockenrasen Staudenfluren Zwergstrauchheiden und Nadelgebüsche Gebüsche Einsatzbereich
Sandtrockenrasen
Steppenrasen
Submediterrane Halbtrockenrasen
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Wacholdergebüsche
Wärmeliebende Trocken-Gebüsche
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Steppenpflanzung
Rabatte
Insektenweide
Bodenfestiger (Halden/Böschungen)
Wiese/Prärie
Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Raritäten/Saatgut
sommergrün
Wiesen
Felssteppen
Steppen
Gehölzrand/Staudenfluren