Cichorium intybus // Gemeine Wegwarte

Familie Asteraceae, Korbblütler
Pflanzen pro qm 9.00
Wikipedia Cichorium intybus
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Cichorium intybus

Die Gemeine Wegwarte ist von Nord-West-Afrika bis Skandinavien verbreitet. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis Zentralasien. In Deutschland ist sie praktisch in allen Naturräumen vertreten, lediglich in der Westdeutschen Tiefebene sind die Vorkommen ausgedünnt.

Daneben hat die Gemeine Wegwarte einen erstaunlichen, weltweiten Siegeszug angetreten und hat die überwiegende Teile Nord- und Südamerikas, die Arabische Halbinsel, ja sogar Australien erobert (Karte der Gesamtverbreitung).

Die Wegwarte inmitten der strohigen Samenstände des Glatthafers

In Mitteleuropa kommt Cichorium intybus von den Tieflagen bis in die Mittelgebirgsstufe vor. Sie besiedelt v.a. leicht ruderalisierte Queckenrasen und Möhren-Steinkleefluren auf basenreichen, oft schottrigen Böden. Typische Standorte sind Wegränder, Straßenböschungen, Bahndämme und Brachflächen.

Die Standorte sind meist wärmebegünstigt, mäßig trocken bis frisch (dann häufig zumindest sommertrocken) und (voll-)sonnig. Die Stickstoffversorgung ist mäßig bis gut.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG  ... zur Legende
Licht (9)  Temperatur (6)  Kontinentalität (5)  Feuchte (4)  Reaktion (8)  Stickstoff (5)

Natur-Komposition mit Wegwarte, Seifenkraut, Quecke, Knäuelgras

Beschreibung
Die Gemeine Wegwarte ist eine sommergrüne, horstige Staude. Sie erreicht Wuchshöhen von 60 bis 150 cm.

Die himmelblauen, selten weißen oder zart-rosa Blüten erscheinen zahlreich ab Mitte Juni bis Mitte September. Die einzelne Blüte erscheint nur für einen Tag, an hochsommerlichen Tagen vergehen sie schon am frühen Nachmittag. Allerdings öffnen sich jeden Morgen zahllose neue Blüten.

Die Gemeine Wegwarte bildet eine zum Speicherorgan entwickelte, tiefreichende Pfahlwurzel aus, mit der sie sommerliche Trockenphasen aussitzt.

Kulturformen der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus var. foliosum) sind der Chicorée und die verschiedenen Formen des Radicchio sowie die Wurzelzichorie.

Verwendungshinweise
Die Gemeine Wegwarte ist ein schönes Element für naturhafte Wegraine und Staudensäume oder blütenreiche Naturwiesen. Das Himmelblau ihrer Blüten ist von ungewöhnlicher Klarheit und lässt sich mit praktisch allen Farbtönen verbinden.

Leider schließen sich die Blüten bereits am Nachmittag, so dass der arbeitende Teil der Bevölkerung das wunderbare Himmelblau nur am Wochenende zu Gesicht bekommt.

Ein interessanter, auch in natura anzutreffender Blühpartner ist das Jakobs-Greiskraut.

Sehr schön ist die Kombination mit der Wilden Möhre (Daucus carota) oder anderen Sommerblühern mit doldigen Blütenständen.

Gegen Ende der fast zwei Monate währenden Blütephase wirken die Blütenstände etwas struppig und können einen leicht ungepflegten Eindruck hinterlassen. Ein rechtzeitiger Rückschnitt führt zu einem Neuaustrieb mit wieder "frischem" Blütenstand bis in den Oktober hinein. Die Wegwarte ist sogar geradezu versessen darauf, neue Blütenphasen einleiten zu können und tut dies nicht selten sogar ohne Rückschnitt.

An Wegsäumen entstehen manchmal Massenbestände der Wegwarte.

Kultur
Die Gemeine Wegwarte ist auf möglichst sonnigen, basenreichen Mineralböden vollkommen anspruchslos und robust.

Nach der Etabllierung übersteht sie sommerliche Trockenphasen klaglos, sie stärken sogar ihre Konkurrenzkraft relativ.

Auf dauerhaft feuchten oder stark humosen Substraten ist sie nicht ausdauernd, wirkt hier aber ohnehin deplaziert.

Unter zusagenden Bedingungen neigt sie zur Selbstversamung, wird aber nie lästig. In Neuanlagen kann sie auch zuverlässig per Direktsaat etabliert werden. Saatgut keimt bei gleichmäßiger Feuchte und Temperaturen um 20 Grad innerhalb von zwei Wochen willig. Ein vorhergehender Kälteimpuls ist nicht notwendig.

Wegwarte und Wilden Möhre (Daucus carota) in einem ruderalen Queckenrasen

Sorten:
  • Chicorée: Bleichgemüse mit ganzrandigem Laub und arttypischer Blüte
  • Radicchio: Blattgemüse in diversen Sorten
  • Wurzelzichorie: geröstete Pfahlwurzel als Kafee-Ersatz
  • Bilder
























    Attribute

    Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
    Staude
    Blütenstauden/-Kräuter
    horstartig
    60-100 cm Höhe
    100-150 cm Höhe
    hell-blau
    blau
    Juni
    Juli
    August
    September
    grün
    Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
    ungiftig
    essbar
    Heil-/Gewürzpflanze
    unbedeutend
    mäßig trocken
    frisch
    gut drainiert
    sommertrocken
    vollsonnig
    sonnig
    stark kalk-/basenreich
    mäßig kalk-/basenreich
    ph-neutral
    kalkarm, leicht sauer
    salzhaltig
    (lehmiger/humoser) Sand
    durchlässiger Lehm
    Lehm
    poröser Schotter
    kalk-/basenreich
    Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Wiesen
    mittlere Böden
    reiche Böden
    frostfreie Lage
    sehr wintermilde Lage
    Normal- bis winterrauhe Lage
    frostarme Lage
    ausgeprägte Warmlage
    hitzeanfällige Lage
    gemäßigte Klimate
    subtropische Klimate
    wintermilde Lage
    Warmlagen
    Europa
    Tiefland
    Mittelgebirge (montan)
    Nordeuropa
    Mitteleuropa
    Südeuropa
    Süd-Osteuropa
    Osteuropa/Kaukasus
    Hügelland (collin)
    Asien
    Zentral-Asien
    Kleinasien
    Afrika
    Nordafrika
    gut
    Gering
    Gruppen-Verbands-Pflanze
    verträglich
    Frischwiesen
    Staudenfluren Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
    Staudenfluren trockenwarmer Standorte
    Ländlicher Garten
    Repräsentative Gärten
    öffentliches Grün
    Grünanlagen geringer Pflegestufe
    Grünanlagen hoher Pflegestufe
    Insektenweide
    Wiese/Prärie
    Hauptsortiment
    sommergrün
    Wiesen
    Gehölzrand/Staudenfluren