Arisaema candidissimum / Kobralilie, Feuerkolben

Arisaema_candidissimum_kobralilie Familie Araceae, Aronstabgewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Arisaema candidissimum: Die Kobralilie kommt in der weiteren Himalaya-Region von Tibet und dem süd-westlichen China vor. Sie besiedelt lichte, sommergrüne Laubwälder in Höhenlagen zwischen etwa 2.000 und 3.000 m.

Die Standorte sind sonnig bis licht absonnig und dauerhaft frisch bis sickerfeucht. Die Bodensubstrate sind vorrangig humose, lockere bis skelettreiche Waldböden mit mehr oder weniger guter Stickstoffversorgung.

Gegenüber dem pH-Wert ist die Art anspruchslos und meidet nur die betont basischen bzw. sauren Bereiche.



Arisaema candidissimum im lichten Schatten.

Beschreibung

Arisaema candidissimum ist eine sommergrüne, horstige Staude. Sie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 40 cm.

Der Austrieb der drei-lappigen Laubblätter erfolgt spät ab Mitte/Ende Juni. Im Herbst verfärben sie sich zierend-gelblich.

Die typische Spatha der Aronstabgewächse erscheint kurz vor den Laubblättern, wird aber rasch von diesen überdacht. Die Spatha ist entweder rein-weiß oder alt-rosa bis purpur-braun mit weißen Streifenzeichnungen.

Die Pflanzen erzeugen entweder männliche oder weibliche Blüten, wobei dies jährlich oder zumindest im Verlauf des Lebensyklus wechseln kann. Kräftige, gut versorgte Exemplare erzeugen dabei vorwiegend weibliche Blüten mit den kräftezehrenden Samenständen. Unter verschlechterten Bedingungen werden meist männliche Blüten erzeugt.

Der Duft der Blüten ist sehr schwach und nur temporär wahrnehmbar, spielt also für die Gartenwertigkeit keine Rolle.

Die roten Beerenfrüchte sind durchaus zierend, sorgen aber bei Hautkontakt für mitunter heftige Hautreizungen.

Verwendungshinweise

Krobralilien sind selten verwendete, ziemlich plakativ-exotische Erscheinungen. In tropisch oder mediterran anmutenden Pflanzungen sind sie aber durchaus reizvoll, wenn sie in naturhaften Situationen im Verbund mit Waldgräsern und Farnen eingesetzt werden.

Interessante Strukturen ergeben sich z.B. mit Hirschzunge, Pfauenradfarn und eine immergrüne Matrix aus Lilientraube oder Garten-Schlangenbart.

Arisaema candidissimum gehört zu den handelsüblicheren Arisaema-Vertretern und ist zumindest über den Versandhandel problemlos - wenn auch kostenintensiv - zu beziehen.

Kultur

Arisaema candidissimum ist wohl die robusteste Gattungsvertreterin und in Mitteleuropa außer in betont rauhen Lagen winterhart. Durch den späten Austrieb ist sie auch nicht spätfrostgefährdet. Winterliche Ausfälle entstehen v.a. durch Nässe und damit verbundene Fäulnis. Gut durchlässige Substrate und/oder eine Dränschicht unter den Knollen sind daher empfehlenswert. Die Winterhärte kann zudem verbessert werden, wenn die Knollen etwas tiefer gesetzt werden (bis 30 cm).

Bei ausreichend Bodenfeuchtigkeit ist sie in humosen, nahrhaften Böden auch in sonnigen Lagen wüchsig. Lufttrockenheit mindert aber die Vitalität ebenso wie trockenfallendes Substrat während der Vegetationsperiode. Sie ist hier allerdings toleranter als die meisten anderen Arisaema-Vertreter.

Unter guten Bedingungen produziert die Art nennenswerte Mengen von Tochterknollen. Diese können zur Vermehrung im Spätherbst von der Mutterpflanze abgetrennt werden bzw. lösen sich dann meist schon von alleine. Belässt man die Tochterknollen im Boden, entwickeln sich mit der Zeit Gruppen.

Die Samen sind in der Regel sehr keimfreudig und die Jungpflanzen rasch ziemlich robust. Es dauert allerdings etwa 3-4 Jahre, bis sie dann tatsächlich etwas her machen.

Die rein-weiß blühende Varietät gilt als weniger ausdauernd als die robusten, kontrastreicheren Formen.

Bilder





Arisaema_candidissimum_kobralilie


Arisaema_candidissimum_kobralilie_22

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Zwiebel/Knolle
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
weiß
rosa
rosé-weiß
Juni
grün
zierende Herbstfärbung
Zierwert Frucht Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche
zierend/strukturstark
giftig
unbedeutend
frisch
gut drainiert
nicht austrocknend
feucht
sonnig
halbschattig
absonnig
Bodenansprüche Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
durchlässiger Lehm
humos
organische Böden
poröser Schotter
starker Wurzeldruck
keine Bodenverdichtung
mittlere Böden
reiche Böden
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
wintermilde Lage
Warmlagen
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
befriedigend
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Asiatisch-Exotischer Garten
Mediterraner Garten
Repräsentative Gärten
Waldgarten
Nebensortiment
sommergrün
Gehölz/Wald
Gehölzrand/Staudenfluren