Malva sylvestris // Wilde Malve

Familie Malvaceae
Pflanzen pro qm 6.00
Wikipedia Malva sylvestris
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Malva sylvestris(Wilde Malve): Malva  sylvestris stammt ursprünglich aus dem westlichen Asien und Süd-Ost-Europa sowie in der Unterart der Mauretanischen Malve aus Süd-Europa und Nord-Afrika.

Archeophytisch ist sie zudem seit Jahrhunderten in ganz West-Europa, Klein- und Vorderasien bis zum Kaukasus eingebürgert. In weiten Teilen Ost- und Nord-Europas finden sich neophytische Vorkommen.



Wilde Malve am Naturstandort in einer Einjährigen Ruderalflur

In Deutschland ist Malva sylvestris mit unterschiedlicher Besiedelungsintensität nahezu flächendeckend vertreten. Die Unterart Malva sylvestris ssp. mauritiana bobachten wir dagegen gerade bei ihrer Einbürgerung als Neophyt. Ihre deutschen Vorkommen konzentrieren sich bislang auf die Oberrheinebene, die mitteldeutschen Wärmegebiete und die urbanen Wärmeinseln von Berlin und Hamburg.

Die Wilde Malve ist eine Charakterart der stickstoff- und wärmeliebenden Eselsdistel-Fluren auf ruderalen Schutzplätzen und Wegrändern. Sie ist außerdem stetig in Einjährigen Ruderalfluren und den ausdauernderen, aber doch regelmäßig gestörten Klettenfluren verbreitet.

Die Standorte sind bevorzugt vollsonnig bis sonnig. Man findet aber sogar in licht-absonnigen Lagen mitunter prächtige Exemplare. Die Böden sind alkalisch bis schwach sauer und mäßig trocken bis frisch.

Ökologische Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992)  ... zur Legende
Licht (8)  Temperatur (6)  Kontinentalität (3)  Feuchte (4)  Reaktion (7)  Stickstoff (8)



Ein möglicherweise mit der Mauretanischen Malve hybridiseirtes Exemplar in einer ausdauernden Ruderalflur mit Eselsdistel und Gemeinem Beifuß.

Beschreibung

Malva sylvestris ist eine sommergrüne, horstige Ein- bis Zweijährige. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 cm, in Auslesen auf guten Standorten auch bis 150 cm.

Die pupur-rosa Blüten sind durch die tief-violett-roten Blattadern sehr charakteristisch. Die Blütezeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte August.

Das Erscheinungsbild ist recht variabel. Mitunter treten natürliche Hybriden mit der gartenkulturell unbedeutenden Weg-Malve (Malva neglecta) auf, was die Varianz noch erhöht.

Die jungen Blätter, Blütenknospen und Blütenblätter sind als Salatbeilage essbar. Aus den Blüten werden zudem schleimlösende Tees/Aufgüsse hergestellt.



Die Mauretanische Malve am Rande eines Community-Gartens

Verwendungshinweise

Die Wilde Malve wird seit dem ausgehenden Mittelalter als Heilpflanze verwendet und ist in den Auslesen eine schöne, etwas romantisierende Option für Bauern- und Kräutergärten.

Sie kommt v.a. vor historischen Holzzäunen und südgerichteten, alten Mauern gut zur Geltung. Sehr ansprechend sind hier Kombinationen mit anderen mehr oder weniger kurzlebigen, selbstversamenden Sommerstauden.

Bei der Wildform ist nicht immer für jeden Betrachter erkennbar, ob ein gärtnerischer Wille hinter ihrer Anwesenheit steht. Die Situation sollte daher hierüber entweder keine Zweifel aufkommen lassen oder sich als gut durchdachte, aber betont naturhafte Wildstaudenpflanzung gerieren. Passende Partner vom Naturstandort sind hier insbesondere Wermut (Artemisia absinthium), Königskerzen wie die Windblumen-Königskerze (Verbascum phlomoides) oder die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) oder auch die neophytische Quirblättrige Salbei (Salvia verticillata).



Mauretanische Malve im Porträt ...

Kultur

An wärmebegünstigten, mehr oder weniger sonnigen und nahrhaften Standorten samt sich die Wilde Malve willig aus und benötigt kaum gärtnerische Unterstützung.

In der Regel reicht es ihr völlig, wenn die Standorte im Herbst Gräser und andere ausdauernde Wildstauden etwas ausgedünnt werden. Die Wilde Malve findet die Lücken dann absolut zuverlässig und erhält sich dauerhaft.

Gelegentliche Trockenphasen beeindrucken die Art nicht, tendenziell wird sie hierdurch im Konkurrenzkampft sogar eher gestärkt.



... und die Wildform im Vergleich

Im Handel sind Topfballen als auch Saatgut sicher erhältlich. Lezteres bietet sich v.a. für großflächigere Neuanlagen an und funktioniert hier schnell und zuverlässig.

Natürlich lässt sie sich normalerweise nicht davon abhalten, zügig im Garten herumzuwandern und sich immer aufs Neue passende Plätzchen zu suchen. Sie lässt sich dabei allerdings im Rahmen der üblichen Wildkrautprävention im Zaume halten.



In den Auslesen finden sich einige blau blühende Formen wie 'Demar Maria'.

Sorten:
  • Blue Fountain: mittelblaue Blüten mit dunkel-blauer Aderung, bis 120 cm hoch
  • Demar Marina: hell mittel-blaue, etwas violett-stichige Blüten mit dunklerer Aderung, bis 150 cm hoch
  • Primley Blue: mittel-blaue, violett-stichige Blüten mit dunklerer Aderung, bis 150 cm hoch
  • ssp. mauritiana: purpurrote, dunkel-violett geaderte Blüten, 100 cm hoch
  • Zebrina: blass-violett mit dunkel-violetter Aderung, bis 100 cm hoch

Bilder


















Demar Marina






ssp. mauritiana



ssp. mauritiana

Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
einjährig
zweijährig
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
60-100 cm Höhe
100-150 cm Höhe
rosa
violett
hell-blau
blau
Juli
August
grün
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
essbar
Heil-/Gewürzpflanze
unbedeutend
mäßig trocken
frisch
sommertrocken
vollsonnig
sonnig
halbschattig
stark kalk-/basenreich
mäßig kalk-/basenreich
ph-neutral
kalkarm, leicht sauer
(lehmiger/humoser) Sand
durchlässiger Lehm
Lehm
humos
poröser Schotter
kalk-/basenreich
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Staudenfluren
mittlere Böden
reiche Böden
sehr reiche Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
Normal- bis winterrauhe Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
hitzeanfällige Lage
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Europa
Ozeanischer Verbreitungsschwerpunkt
Tiefland
Mittelgebirge (montan)
Mitteleuropa
Südeuropa
Süd-Osteuropa
Osteuropa/Kaukasus
mediterraner Schwerpunkt
Hügelland (collin)
Asien
Ostasien/China/Mandschurei
Japan/Korea/Sachalin/Taiwan
Sibirien
Zentral-Asien
Kleinasien
Vord. Orient
Afrika
Nordafrika
befriedigend
Gering
Gruppen-Verbands-Pflanze
verträglich
Staudenfluren frischer, nährstoffreicher Standorte
Staudenfluren trockenwarmer Standorte
Einsatzbereich Handelsgängigkeit Belaubung Lebensbereich
Ländlicher Garten
Repräsentative Gärten
Klostergarten
öffentliches Grün
Grünanlagen geringer Pflegestufe
Grünanlagen hoher Pflegestufe
Rabatte
Hauptsortiment
sommergrün
Gehölzrand/Staudenfluren