Sarracenia flava / Gelbe Schlauchpflanze

Sarracenia_flava_gelbe_schlauchpflanze_11 Familie Sarraceniaceae, Schlauchpflanzengewächse
Pflanzen pro qm 10.00
Wikipedia Sarracenia flava
Verbreitungskarte Verbreitungskarte

Beschreibung

Naturstandort von Sarracenia flava

Die Gelbe Schlauchpflanze stammt aus dem Süd-Osten Nordamerikas. Sie besiedelt hier die klimatisch vom Atlantik bzw. dem Golf von Mexiko beeinflussten, erweiterten Küstenregionen. Das Verbreitungsgebiet reicht vom nördlichen Florida bis North Carolina. Im Gebirgsvorland steigt sie bis in 300 m Höhe üNN auf.



Sarracenia flava am Teichrand mit Cyperus longus

Sarracenia flava prägte in vorindustrieller Zeit stellenweise in Massenbeständen weite Sumpflandschaften und lichte, savannenartige Sumpf-Kiefernwälder.

Sie wächst nur auf extrem stickstoffarmen, sauren Moor- und Torfböden oder humosen Sandböden. Die Substrate sind dauerhaft feucht bis nass, nicht selten auch zeitweise flach überstaut.

Die Standorte sind vollsonnig bis licht halbschattig.



Im Frühling übernehmen die Fangschläuche auch die Photosynthese, reguläre Blätter beginnen hier gerade erst auszutreiben.

Beschreibung

Sarracenia flava ist eine sommergrüne, horstige Staude. Sie erreicht Wuchshöhen von 40 bis 70 cm, am Naturstandort auch über 100 cm. Sie entwickelt sich langsam, Keimlinge blühen selten vor dem fünften Standjahr. Durch ein sehr langsam kriechendes Rhizom können alte Horste bis zu 40 cm Durchmesser erreichen.

Charakteristisch sind die zu wassergefüllten Gefäßen umgebildeten Blätter. Sie locken mit Nektar Insekten in den Fangschlauch, wo sie von Enzymen und Bakterien zersetzt werden und die Nährstoffe der Pflanze zufließen. Die Blattfärbung ist leuchtend gelblich-grün, in Unterarten treten auch rötliche Aderungen auf.

Die bizarren, rundlichen und nickenden Blüten sind leuchtend grünlich-gelb. Sie erscheinen ab Anfang April bis Ende Mai und verströmen einen unangenehmen Geruch.

Im Spätsommer werden reguläre Assimilations-Blätter hervorgebracht.

Die Art ist sehr variabel und neigt stark zu Hybridisierungen mit anderen Schlauchplanzen-Arten. In spezialisierten Gärtnereien sind unzählige Farbvariationen und Hybriden erhältlich. Im Handel befindet sich zudem auch die niedrigere, winterhärtere, in Teilen Mitteleuropas eingebürgerte Sarracenia purpurea.



Die Blüten haben einen ausgesprochen bizarren Aufbau.

Verwendungshinweise

Sarracenia flava kann in wintermilden Regionen oder in geschützten Situationen im Freiland kultiviert werden. In ungünstigen Lagen empfiehlt sich ein leichter Winterschutz aus Tannenreisern.

Ihre ungewöhnliche Erscheinung sorgt mit großer Gesetzmäßigkeit für Erstaunen. Sie kommt vorrangig für feuchte bis nasse Moorbeetpflanzungen in Frage. Hier sorgt sie zusammen mit Gräsern, Heidekrautgwächsen und Moosen für exotische Situationen.

Häufig wird die Art auch in Kleinst-Sümpfen in Pflanzgefäßen verwendet. Wo die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist, kann sie auch in Innenräumen kultiviert werden. Die Überwinterung in Gefäßen erfolgt ohne Überstauung kühl, hell und weitgehend frostfrei. Sie bleibt dann meist wintergrün.



Schöner Bestand im Torfmoospolster mit roter Aderung in Kombination mit Sarracenia purpurea und Wassernabel

Kultur

Sarracenia flava benötigt feuchte bis nasse, saure und stickstoffarme, möglichst organische Substrate. Mineralische Anteile sollten nur in Form von Sand beigesetzt sein und nicht mehr als etwa 25% ausmachen. Unter diesen Umständen ist sie in sonnigen Lagen dann relativ konkurrenzfähig, wenn sie nicht durch kalte Winter wiederholt geschwächt wird.

Sehr hilfreich sind luftfeuchte, warme Standorte. Mit zunehmender Nährstoffanreicherung im Pflanzsubstrat - z.B. durch Falllaub -  wird sie durch eindringende Konkurrenten stärker bedrängt.

Bilder





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Attribute

Lebensform Stauden/Gräser/Farne Blütenfarbe Blütezeit Blattfärbung
Staude
Blütenstauden/-Kräuter
horstartig
30-60 cm Höhe
gelblich-grün
gelb
Mai
hellgrün
gelblich
Geniessbarkeit/Giftwirkung Duft Wasserhaushalt Lichtansprüche Bodenansprüche
ungiftig
ausgeprägt
eher unangenehm
wechselfeucht
nass
nicht austrocknend
feucht
vollsonnig
sonnig
kalkarm, leicht sauer
kalkfrei, sauer
humos
organische Böden
stark sauer
Nährstoffversorgung (N + P) Klima/Frostsicherheit Herkunft BEWERTUNGEN Einsatzbereich
sehr arme Böden
arme Böden
frostfreie Lage
sehr wintermilde Lage
frostarme Lage
ausgeprägte Warmlage
luftfeuchte und/oder kühle Lagen
gemäßigte Klimate
subtropische Klimate
wintermilde Lage
Warmlagen
Amerika
Nordamerika
gut
Hoch
Gruppen-Verbands-Pflanze
Mediterraner Garten
Terrassen-/Balkongarten
Repräsentative Gärten
Wassergarten
Heidegarten
für Pflanzgefäße geeignet
Handelsgängigkeit Lebensbereich
Nebensortiment
Wasserrand/Sumpf
Heiden